
Kompakte Funklautsprecher haben Hochkonjunktur. Und wir haben die Qual der Wahl: Welches Modell ist interessant genug? Die Entscheidung für Sonys neuen Lautsprecher SRS-X9 fiel leicht.
Kompakte Funklautsprecher haben Hochkonjunktur, die Bauformen reichen von rund bis eckig, die Übertragungsstandards von Apple Airplay bis Bluetooth. Und wir haben die Qual der Wahl: Welches Modell ist interessant genug? Die Entscheidung für Sonys neuen Lautsprecher SRS-X9 fiel leicht, denn dieses schmale Kästchen hat so ziemlich alles an Bord, was man sich nur wünschen kann.
Dazu zählen Funk-Einbauten nach den beiden genannten Standards, aber auch das Airplay-Pendant für Android: Nach dem Standard DLNA kann der Lautsprecher über W-Lan alle Musikdateien abspielen, die auf PC- oder NAS-Laufwerken gespeichert sind. Die Steuer-App SongPal (gratis in Google Play) sammelt die Musik im Netz in einer Wiedergabe-Datenbank und hilft bei den Konfigurationsarbeiten. Für Kontakte mit dem Heimnetzwerk gibt es außer der W-Lan-Antenne auch noch einen Ethernet-Kabelanschluss. Und wer lieber auf Bluetooth setzt und ein passendes Smartphone hat, kann die Kontaktaufnahme zwischen Lautsprecher und Abspielgerät automatisch über Near Field Communication (NFC) anbahnen, also: Man berührt mit dem Telefon den Lautsprecher, und die Funkverbindung steht.
Das in schlichtem Schwarz gehaltene Sony-Modell kann aber noch mehr: Über zwei USB-Eingänge spielt es Musik direkt aus dem Notebook ein. Das ist besonders interessant für all jene, die auf ihrem Rechner Musik in hochauflösenden Datenformaten horten. Denn der Lautsprecher kann sie alle dekodieren.
Aber ist ein zierlicher Kompaktlautsprecher überhaupt sensibel genug, um solche Kost zu würdigen? Wir haben ihn dazu nach Kräften akustisch gefordert – genauer: seine vier Chassis für Grund- und Mitteltöne, seinen Mono-Bass und seine vier Kalottenhochtöner, von denen vier Exemplare nach oben abstrahlen. Die Wiedergabequalität des zierlichen Quaders überrascht mit verblüffend kräftigen Bässen, aber auch mit schöner Feinzeichnung, stimmiger Intonation und – dank elektronischer Hilfe – recht breiter Stereo-Abbildung. Natürlich kann das Schallkästchen nicht die Differenzen zwischen hohen und allerhöchsten Abtastraten akustisch nachweisen, aber es arbeitet doch sehr deutlich heraus, dass Musik über eine USB-Verbindung eben viel klarer tönt als über den Bluetooth-Funk. Und das ist ein so beachtlicher Qualitätsnachweis, dass wir den Preis von 700 Euro durchaus angemessen finden.
