
Sieben für eine: Auf einmal kosten Apple-Aktien weniger als 100 Dollar. Der Split könnte für Apple einen sehr erfreulichen Nebeneffekt haben.
Der Aktienkurs des amerikanischen Elektronikkonzerns Apple ging zu Wochenbeginn erst einmal auf Talfahrt. Das hat freilich nicht mit irgendeiner Hiobsbotschaft zu tun, sondern mit dem Aktiensplit, der am Montag in Kraft getreten ist. Dieser Split im Verhältnis 7:1 führte dazu, dass der Kurs am Montag morgen um mehr als 85 Prozent unter dem Schlusskurs von 645,57 Dollar am vergangenen Freitag notierte. Und dennoch wurde es ein guter Börsentag für Apple. Denn von dieser niedrigeren Ausgangsbasis aus legte der Kurs bis zum Handelsschluss um fast 2 Prozent auf 93,70 Dollar zu.
Damit setzte sich die gute Entwicklung der vergangenen Wochen fort. Seit dem Tag im April, als Apple den Aktiensplit sowie ein aufgestocktes Aktienrückkaufprogramm ankündigte und außerdem deutlich besser als erwartete Quartalszahlen vorlegte, hat der Kurs um 25 Prozent zugelegt. Die Aktie ist nun gar nicht mehr so weit von ihrem Höchststand von mehr als 700 Dollar – oder 100 Dollar auf heutiger Basis nach dem Split – im September 2012 entfernt. Im vergangenen Jahr rutschte der Kurs zeitweise auf unter 400 Dollar.
Wo bleibt die neue Hardware?
Mehrere Analysten haben ihre Kursziele für Apple in jüngster Zeit nach oben geschraubt. Dabei hatte Apple in diesem Jahr bislang keine spektakulären Neuheiten auf der Produktseite zu bieten. Neue Geräte werden erst in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Auf seiner Entwicklerkonferenz in San Francisco in der vergangenen Woche beschränkte sich das Unternehmen wie gewohnt auf Neuigkeiten auf der Softwareseite.
Mit dem Aktiensplit sollen die Anteilsscheine von Apple „für eine größere Zahl von Investoren zugänglich werden,“ wie Vorstandsvorsitzender Tim Cook im April sagte. Das Manöver macht das Unternehmen auch zu einem Kandidaten für den Dow-Jones-Index. Obwohl Apple den mit Abstand höchsten Börsenwert aller amerikanischen Unternehmen hat, ist der Konzern in dem wichtigen amerikanischen Marktbarometer nicht vertreten. Das hat mit einer Eigenheit des Dow zu tun, in dem sich das Gewicht der einzelnen Aktien nicht wie bei den meisten anderen Indizes nach dem Börsenwert bemisst, sondern nach dem absoluten Aktienkurs. Apple hätte also mit seinem bisherigen Kurs, der weit über den Kursen aller derzeitigen Dow-Unternehmen liegt, den Index zu sehr dominiert. Mit dem Aktiensplit ändert sich die Ausgangslage.
