Weltraum

Countdown in Baikonur: Ab ins All

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Der deutsche Astronaut Alexander Gerst ist zur Raumstation ISS unterwegs. Betritt er ein Auslaufmodell? Der ehemalige Raumfahrer und Esa-Direktor Thomas Reiter räumt mit Gerüchten auf.

Die Internationale Raumstation ISS bietet vom Weltraum aus betrachtet einen majestätischen Anblick. Dieser Eindruck wird sich auch dem deutschen Astronauten Alexander Gerst vermitteln, wenn er sich mit seinen beiden Kollegen – dem amerikanischen Bordingenieur Reid Wiseman und dem russischen Kommandanten Maxim Surayev – am Donnerstagmorgen an Bord einer Sojus-Kapsel dem Außenposten der Menschheit nach einer Flugzeit von nur sechs Stunden langsam nähert. Sechs Monate wird der Geophysiker und Vulkanologe auf der ISS verbringen und in dieser Zeit fast hundert Experimente betreuen sowie einen Außenbordeinsatz absolvieren. Sein Hauptarbeitsplatz wird das europäische Forschungsmodul Columbus sein, das seit Ende 2008 ein fester Bestandteil der Raumstation ist.

Alexander Gerst im orginalgeträuen Modell des Forschungslabors Columbus in Köln

Der ehemalige Astronaut und Direktor für bemannte Raumfahrt am Europäischen Satellitenkontrollzentrum Esoc in Darmstadt spürt in seiner täglichen Arbeit nichts von irgendwelchen Maßnahmen oder Sanktionen von russischer Seite. Es habe bisher auch keinen Schriftwechsel zwischen der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos und der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa sowie den anderen Partnern gegeben, dass Rogosins Androhung auch tatsächlich verwirklicht werden soll, sagt Reiter im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auch in der vergangenen Woche auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin, als sich der Chef der Nasa, Charles Bolden, der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, Jean-Jacques Dordain, und ein ranghoher Vertreter von Roskosmos getroffen hätten, sei ein vorzeitiges Aus der ISS kein Thema gewesen. Und Nasa-Chef Bolden bemühte sich in Interviews bewusst um versöhnliche Töne: Die ISS dürfe den Wirren der Politik nicht zum Opfer fallen.