
Cochlea-Implantate für Menschen mit Hörverlust könnten mit Hilfe einer Gentherapie besser funktionieren. Das würde Hörgeschädigten helfen, Musik wahrzunehmen.
Cochlea-Implantate, die hörgeschädigten Menschen helfen, einen Teil ihrer Hörfähigkeit wiederherzustellen, könnten mit Hilfe einer Gentherapie noch effektiver funktionieren. Wissenschaftler von der University of New South Wales in Sydney schleusten hörgeschädigten Meerschweinchen, denen ein Implantat eingesetzt worden war, mit Hilfe elektrischer Impulse ein Gen für einen Nervenwachstumsfaktor in jene Zellen ein, die die Cochlea, also die Hörschnecke, bedecken.
Die Nervenfortsätze wuchsen wieder
Die Zellen produzierten daraufhin den Faktor BDNF, der das Wachstum der Nervenfortsätze des Spiralganglions stimulierte, das für das Hören verantwortlich ist, schreiben die Forscher in „Science Translational Medicine“ (doi: 10.1126/scitranslmed.3008177). Dadurch reichten die Nerven näher an die Elektroden des Cochlea-Implantates heran.
Die Tiere konnten anschließend eine größere Bandbreite akustischer Reize wahrnehmen. Schwerhörige Menschen könnten so möglicherweise Musik besser hören. Die Wissenschaftler hoffen, dass das Verfahren auch in anderen medizinischen Bereichen hilfreich sein könnte – etwa in der Therapie der Parkinson-Krankheit.
