
Die Regierung in Washington muss bislang geheimgehaltene Unterlagen veröffentlichen, mit denen das Justizministerium die Tötung des Predigers Anwar al-Awlaki gerechtfertigt hatte. Die „New York Times“ hatte auf eine Herausgabe geklagt.
Die amerikanische Regierung muss die Medien über den tödlichen Drohnenangriff auf den radikal islamistischen Prediger Anwar al-Awlaki informieren. Ein Berufungsgericht in New York hat die Herausgabe wichtiger Teile eines Dokuments angeordnet, mit dem das Justizministerium die Tötung des aus den Vereinigten Staaten stammenden Predigers im Jemen 2011 gerechtfertigt hatte.
Es gebe keinen Grund mehr, das Dokument geheim zuhalten, zumal die amerikanische Regierung ihre Vorgehensweise bei Drohnenangriffen im Ausland inzwischen hinlänglich öffentlich begründet habe, entschied das Gericht laut einem Bericht der „New York Times“ am Montag. Der Prediger aus New Mexico war Ende September 2011 bei einem Drohnenangriff auf seinen Fahrzeugkonvoi im Jemen umgekommen.
Die Zeitung und zwei ihrer Reporter hatten auf Herausgabe des Dokuments geklagt. In erster Instanz hatte sich ein anderes Gericht im Januar 2013 gegen die Herausgabe ausgesprochen.
Al-Awlaki hatte mehrfach die Tötung von Amerikanern gerechtfertigt. Terroranschläge werden ihm nicht zur Last gelegt. Er soll aber Terroristen inspiriert haben. Er soll in Kontakt mit dem Amokläufer von Fort Hood gestanden haben, der 2009 auf einem Militärstützpunkt in Texas 13 Menschen tötete. Auch mit Umar Farouk Abdulmutallab, der 2009 über Detroit versucht hatte, einen Sprengsatz an Bord eines Passagierflugzeugs zu zünden, soll er in Verbindung gewesen sein.
Im Kampf gegen Extremisten und Terroristen setzen die Vereinigten Staaten immer wieder die umstrittenen Drohnen ein. Auch an diesem Wochenende wurden im Jemen bei Luftschlägen an drei aufeinanderfolgenden Tagen Dutzende Menschen getötet. Nach Angaben der Regierung in Sanaa waren Anhänger des Al-Qaida-Netzwerks Ziel der Angriffe in den Unruheprovinzen Al-Baida, Abjan und Schabwa. Lokale Medien gingen davon aus, dass es sich um Drohnenangriffe handelte. Nur die Vereinigten Staaten setzen in der Region Drohnen ein.
