
Der neue Walkman NWZ-WH505 von Sony sieht aus wie ein gewöhnlicher geschlossener Kopfhörer, ist aber in Wirklichkeit beides: Kopfhörer und Mobilplayer.
Wo Walkman draufsteht, ist immer noch Musik drin, heute allerdings in digitaler Form. Sony kultiviert den Gattungsbegriff für mobile Abspielgeräte unverdrossen – und meint damit neuerdings nicht nur Apparate für die Jackentasche, sondern auch solche, die sich im Innenleben von Kopfhörern verstecken.
Wir haben dem größten Modell dieser Art gelauscht, dem Walkman-Kopfhörer NWZ-WH505, Kostenpunkt: um 200 Euro. Das Gerät sieht aus wie gängige geschlossene Kopfhörer mit ohrumschließenden Polstern und stabilem Bügel, signalisiert aber mit allerlei Winzigtasten und Schiebeschaltern an den Hörkapseln, dass ein kompletter Musikspieler in ihm steckt – mit einem Speichervolumen von 16 Gigabyte. Die Hörer-Player-Kombination arbeitet also, wenn sie soll, vollständig autark.
Kompakte räumliche Perspektive
Allerdings funktioniert der NWZ-WH505 auch ohne elektrische Unterstützung: Über ein Kabel mit Klinkensteckern kann er, wie jeder gewöhnliche Kopfhörer, passiven Kontakt zu jeder geeigneten Musikquelle knüpfen. Den Strom für die aktive Arbeitsweise bezieht er aus dem eingebauten Akku, der sich über einen Mini-USB-Anschluss aufladen lässt, um dann laut Datenblatt bis zu 20 Stunden durchzuhalten. Über die USB-Schnittstelle kommt auch die Musik in die Walkman-Abteilung.
Zum Überspielen von Audio-Dateien – der NWZ-WH505 versteht auch die Formate MP3, AAC, Windows Media Audio und unkomprimiertes WAV – liefert Sony geeignete Software für Windows und Mac. Die Mac-Version durchsucht automatisch den iTunes-Ordner auf dem Computer und überträgt, was sie dort findet. Die Windows-Variante bietet eine eigene Verwaltungsoberfläche und unterstützt sogar das Rippen von CD. Beide Programme liegen im Speicher des Kopfhörers, fix und fertig zur Installation.
Die Wiedergabe wird mit einer einzigen Taste am Hörer gesteuert. Sie löst die Funktionen Start, Stop und Titelsprung aus. Wer mag, kann den eingebauten Walkman auch über Lautsprecher musizieren lassen: Sie stecken in winzigen Gehäusen am Kopfhörerbügel, spielen aber natürlich nur zarte Stimmchen. Saftigen Sound dagegen entlässt die Kopfhörer-Abteilung. Wir notierten ein ordentliches Bassvolumen, eine gelungene, klangfarbenneutrale Gesamtabstimmung und jene eher kompakte räumliche Perspektive, die für geschlossene Kopfhörer typisch ist.
