
Ein Vitamin-A-Mangel während der Schwangerschaft beeinträchtigt die Entwicklung des Immunsystems, berichten Forscher in „Nature“. Sie belegen ihre These in einem Versuch mit Mäusen.
Ein Vitamin-A-Mangel während der Schwangerschaft beeinträchtigt die Entwicklung des Immunsystems, berichten Forscher um Serge van de Pavert vom VU University Medical Center in Amsterdam in der Zeitschrift „Nature“ (doi: 10.1038/nature13158). Die Wissenschaftler untersuchten junge Mäuse, deren Mütter während der Schwangerschaft einer Vitamin-A-armen Diät unterzogen worden waren. Die Nachkommen litten nach der Geburt an unterentwickelten Lymphknoten und waren folglich im Gegensatz zu ihren normalen Artgenossen nicht in der Lage, eine durch Herpes-Viren verursachte Lungeninfektion abzuwehren.
Ausgewogenes Niveau an Retinsäure
Die Entwicklung der Lymphknoten, in denen die Immunzellen produziert werden, die Eindringlinge außer Kraft setzen, geht mit der Ausreifung sogenannter ILC-Zellen (Innate Lymphoid Cells) einher – einer Art Gründerzellen, die sich früh während der embryonalen Entwicklung in den entstehenden Immunorganen ansiedeln. Die Reifung der ILC-Zellen, stellten die Forscher fest, hängt von einem Produkt des Vitamin A ab: Die Retinsäure, die im Körper aus dem Vitamin gebildet wird, bindet an einen Rezeptor an der Oberfläche der ILC-Zellen. Dies setzt die Produktion des Hormon-Rezeptors RORgt in Gang – der schließlich die Differenzierung einleitet.
Für die ordnungsgemäße Entwicklung des Immunsystems scheint allerdings die Erhaltung eines ausgewogenen Niveaus an Retinsäure wichtig zu sein: Ein Übermaß führte umgekehrt zu überdimensionierten Lymphknoten, was, so die Autoren, mit überaktiven Immunreaktionen in Verbindung stehen könnte.
