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Marktbericht: Deutsche-Post-Aktie setzt sich an die Spitze

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Die Deutsche Post will bis 2020 ihren Gewinn um 8 Prozent steigern. Die Aktionäre belohnen die positiven Aussichten, die Post-Aktie legt deutlich zu. Auch der deutsche Aktienmarkt zeigt sich freundlich.

Spekulationen über eine geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben deutsche Aktien am Mittwoch weiter nach oben getrieben. Vor dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid am morgigen Donnerstag blieben die Bewegungen aber insgesamt verhalten. Der Dax kletterte zur Wochenmitte um 0,20 Prozent auf 9623,36 Punkte. Damit liegt er weiter auf Kurs in Richtung seines Höchststandes von Ende Januar bei 9794 Punkten. Der M-Dax endete kaum verändert 0,05 Prozent höher bei 16 614,58 Punkten, der TecDax stieg etwas kräftiger um 0,54 Prozent auf 1272,52 Punkte. Der F.A.Z.-Index kletterte um 0,27 Prozent auf 2024,88 Punkte.

Angesichts des zuletzt weiter abgeschwächten Preisauftriebs in der Eurozone, der unter dem Zielwert der EZB von zwei Prozent liegt, spekulieren Anleger seit Tagen auf ein Einschreiten der Notenbanker. Die meisten Ökonomen rechnen in dieser Woche noch nicht mit entsprechenden Schritten wie etwa einer Leitzinssenkung. Am Freitag steht nach der EZB-Entscheidung dann mit dem offiziellen amerikanischen Arbeitsmarktbericht ein weiterer vielbeachteter Konjunkturindikator auf dem Kalender. „Davor will man sowohl in die eine als auch in die andere Richtung kein Risiko eingehen und hält sich mit Engagements zurück“, begründete Marktanalyst Jens Klatt von DailyFX die geringe Bewegung im Dax.

Auf Unternehmensseite standen unter anderem die Titel der Deutschen Post nach neuen langfristigen Unternehmenszielen im Rampenlicht. Sie stiegen an der Dax-Spitze um 4,60 Prozent. Getrieben von Schwellenländern und dem wachsenden Internethandel soll der Gewinn vor Zinsen und Steuern bei dem Logistikonzern bis 2020 im Schnitt um mehr als acht Prozent jährlich steigen. Wie schon in den Vortagen konnte der nun gestartete Pilotenstreik bei der Lufthansa den Aktien kaum etwas anhaben – sie kletterten in der Dax-Spitzengruppe um weitere 1,39 Prozent.

Commerzbank-Aktien legten den vierten Tag in Folge zu und gewannen 1,88 Prozent. Damit sind die Papiere so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Auto-Aktien im Dax reagierten unterschiedlich auf Absatzzahlen für den wichtigen amerikanischen Markt. „Dabei haben alle deutschen Hersteller mit Ausnahme von VW eine sehr solide Entwicklung verzeichnet“, sagte ein Händler. BMW-Aktien gewannen 0,61 Prozent, Volkswagen verlor 0,34 Prozent. Der Kurs von Daimler endete 0,37 Prozent tiefer.

Beim Windkraftanlagenbauer Nordex sorgten die Ergebnisse des Energiegipfels zwischen Bund und Ländern für ein Kursplus von 9,54 Prozent, die Titel waren damit klarer Spitzenreiter im Tec-Dax.

Gegen den Markttrend sackten hingegen Anteile der Deutschen Börse am Dax-Ende um 2,18 Prozent ab, nachdem strafrechtliche Ermittlungen in den Vereinigten Staaten gegen die Abwicklungstochter Clearstream bekannt wurden. Im M-Dax gab Gagfah angesichts einer Platzierung um 1,61 Prozent auf 11,02 Euro nach. Laut Händlern hat die Deutsche Bank im Auftrag des Aktionärs Fortress Investment bis zu 30 Millionen Aktien zu je 11 Euro platziert. Schwächer waren im Index mittelgroßer Werte nur noch Titel vom Schmiermittelhersteller Fuchs Petrolub mit minus 2,31 Prozent.

Salzgitter reagierten mit einem Kursgewinn von 1,35 Prozent auf Kaufempfehlungen der Bankhäuser Metzler und Lampe. Den Stahlhändler Klöckner &amp- Co traf das Urteil der Experten von Lampe dagegen auf der anderen Seite, die Aktien verloren 0,95 Prozent.

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes verbuchten ebenfalls knappe Gewinne. Der EuroStoxx 50 stieg um 0,03 Prozent auf 3187,45 Punkte. Der CAC 40 in Paris und der Londoner FTSE 100 kletterten um jeweils rund 0,1 Prozent. Auch der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial lag zum europäischen Börsenschluss mit 0,1 Prozent im Plus.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,32 Prozent am Vortag auf 1,34 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 134,53 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,33 Prozent auf 142,79 Punkte. Der Eurokurs sank und notierte zuletzt bei 1,3758 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3795 (Dienstag: 1,3790) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7249 (0,7252) Euro.