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Test Lichtstarkes Weitwinkelobjektiv Voigtländer Ultron

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Dieses lichtstarke Objektiv mit dem Leica-M-Bajonett ist leistungsstark und dabei erschwinglich: Das Voigtländer Ultron 1:1,8/21mm aus der „Classic Collection“ wird vor allem Weitwinkelfotografen erfreuen.

Im Jahre 1756 gegründet, gilt Voigtländer als die älteste Foto-Marke der Welt. Es war der richtige Name, als mehr als 200 Jahre später die Ringfoto-Gruppe das Traditionsunternehmen übernahm und von 1999 an in Zusammenarbeit mit dem japanischen Hersteller Cosina eine „Classic Collection“ von Analogkameras auflegte. Das waren zunächst die Messsucherkameras Bessa T, L und R – auch der Kameraname gehört sozusagen zum Urgestein des ursprünglich in Wien gegründeten Herstellers, der später in Braunschweig residierte und produzierte – mit Schraubobjektiven (Gewinde: M39). Nach 2002, als das Patent für das M-Bajonett der Leica M auslief, kam die Sache in Schwung. Von nun an wurden die Cosina-Gehäuse der R2, R3 und R4 sowie eine wachsende Zahl von Objektiven mit dem Leica-Anschluss ausgestattet.

Da die Qualität bei Cosina stimmte und die Preise sich nicht in prohibitiven Regionen wie bei Leica bewegten, war die „Classic Collection“ nicht nur für eingefleischte Voigtländer-Fans interessant. Die Objektive erregten Aufmerksamkeit als „Lichtriesen“: Das Nokton wird mit verschiedenen Brennweiten, Manualfokus und Anfangsöffnung 1:0,95 für das Bajonett des MFT-Standards (Panasonic Lumix G oder Olympus Pen und OM-D) von Ringfoto vertrieben.

Verzeichnungsfrei trotz kurzer Brennweite

In die Classic Collection gehört auch das Ultron 1:1,8/21mm. Es wird mit dem M-Bajonett vor allem für die Bessa R4A oder R4M geliefert. Die haben nämlich einen zur Brennweite passenden Sucher mit Leuchtrahmen. Anders als bei einer M-Leica, an die das Objektiv natürlich auch passt, muss man bei der Bessa den richtigen Leuchtrahmen mit einem Hebelchen auf dem Gehäuse einstellen.

Das Ultron vereint hohe Lichtstärke mit einem Bildwinkel von 91 Grad, ist also ein stark weitwinkliges Objektiv fürs Vollformat 24 × 36 Millimeter. Mit Adapter an der MFT-System-Kamera? Eher nein. Dass das Ultron knapp 430 Gramm (samt der fest montierten Sonnenblende) auf die Waage bringt, ist bei 13 Linsen (mit Asphären) in elf Gruppen und dem stattlichen Durchmesser (Filter: 58 Millimeter) kein Wunder. Die Montage wirkt grundsolide, der Schneckengang dreht beim Scharfstellen schmuseweich, die Blendensteuerung (bis Blende 22, zehn Lamellen) rastet fein. Nein, dieses Objektivs für rund 1.150 Euro muss man sich nicht im Geringsten schämen, wenn man es an der M-Leica einsetzt. Das gilt auch für die Bildqualität, die bei offener Blende und entsprechend geringer Schärfentiefe vor allem in der Nähe (Naheinstellgrenze: 0,5 Meter) von einem schönen Bokeh geprägt ist. Bokeh ist die ästhetische Darstellung von Unschärfe.

Überrascht hat, wie verzeichnungsfrei das Ultron in Anbetracht der kurzen Brennweite abbildete. Das Objektiv ist sicherlich nichts für jeden Fotografen, aber für einen Weitwinkelfotografen ist das Voigtländer Ultron eine wirklich feine Sache.