
Die Vorzüge von Volkswagen zählen am Dienstag zu den Gewinnern des Tages. Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich freundlich. Händler begründeten die gute Stimmung mit einer positiven Wall Street.
Die Vorzüge von Volkswagen legten an diesem Dienstag um 1,9 Prozent zu und gehörten damit zu den Gewinnern des Tages. Die Wolfsburger hatten im März in den Vereinigten Staaten bei ihrer Kernmarke VW Pkw zwar den zwölften Monat in Folge einen Absatzrückgang verzeichnet. Mit einem Minus von 2,6 Prozent zum Vorjahr schlug sich VW damit aber schon deutlich besser als zuletzt.
Derweil hat für den deutschen Aktienmarkt der April mit Gewinnen begonnen. Händler begründeten die gute Stimmung am Dienstag mit einer freundlichen Wall Street und stützenden Aussagen der amerikanischen Notenbank-Chefin Janet Yellen vom Vortag, die noch positiv nachwirkten. Der deutsche Leitindex gewann 0,5 Prozent auf 9603,7 Punkte. Nach dem schwachen Wochenauftakt am Vortag hat er damit zu seinem Aufwärtstrend der vergangenen zwei Wochen zurückgefunden. Der marktbreite FAZ-Index stieg um 0,6 Prozent auf 2019,4 Punkte.
Am Nachmittag enttäuschten amerikanische Konjunkturdaten die Anleger etwas, die Stimmung in der amerikanischen Industrie war gemessen am ISM-Einkaufsmanagerindex im März weniger als erwartet gestiegen. Den grundsätzlich positiven Tenor am Markt konnten sie aber nicht zunichte machen. Fed-Chefin Janet Yellen hatte am Vortag davon gesprochen, dass die amerikanische Wirtschaft noch einige Zeit auf stützende Maßnahmen angewiesen sei. Nach Ansicht vieler Beobachter trat sie damit Befürchtungen entgegen, es könne sehr früh schon zu Leitzinsanhebungen in der weltgrößten Volkswirtschaft kommen.
Lufthansa unbeeindruckt vom drohenden Pilotenstreik
Am Vormittag veröffentlichte Konjunkturdaten aus Europa gingen am deutschen Aktienmarkt dagegen ohne spürbaren Einfluss vorbei. Marktanalyst Jasper Lawler vom Broker CMC Markets sagte, sie hätten keinen Aufschluss auf den mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am Donnerstag gegeben.
Bei den Einzelwerten blieben Lufthansa-Aktien am Dienstag weitgehend unbeeindruckt vom drohenden Pilotenstreik und lagen mit 2 Prozent klar im Plus. Air Berlin im S-Dax konnten mit 7,5 Prozent Aufschlag zu einer Erholungsbewegung ansetzen. Allein in den vergangenen drei Handelstagen waren die Papiere der Fluggesellschaft insgesamt um mehr als 14 Prozent eingebrochen. Zuvor hatte das Unternehmen zum zweiten Mal seine Bilanzvorlage für 2013 verschoben.
Ein europaweit freundlicher Bankensektor zog laut Händlern auch die Titel der Commerzbank mit 3,7 Prozent plus an der Dax-Spitze nach oben. Aktien der Gea Group wurden von der Spekulation auf einen guten Preis für das zum Verkauf stehende Wärmetauschergeschäft beflügelt, nachdem der französische Industriekonzern Alstom seine entsprechende Sparte erfolgreich loswurde. Die Papiere des Düsseldorfer Anlagenbauers gewannen 2,2 Prozent.
Software AG sehr fest
Software AG kletterten im Tec-Dax um 2,7 Prozent, obwohl der Software-Hersteller nach dem Verkauf seines Beratungsgeschäfts für SAP-Software nun mit weniger Gewinn rechnet. Analysten werteten die niedriger gesteckten Ziele der Darmstädter als in Ordnung, den Verkauf selbst beurteilten sie mehrheitlich positiv.
Die wichtigsten europäischen Aktienindizes gewannen ebenfalls. Der Euro Stoxx 50 stieg um 0,8 Prozent auf 3186,3 Punkte. Der CAC 40 in Paris und der Londoner FTSE 100 kletterten um jeweils rund 0,8 Prozent. Der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial lag zum europäischen Börsenschluss 0,4 Prozent im Plus. Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,32 (Vortag: 1,28) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozent auf 134,60 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,17 Prozent auf 143,26 Punkte. Der Kurs des Euro stieg, zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,3803 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3790 (Montag: 1,3788) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7252 (0,7253) Euro.
