
HTC macht Apple, Samsung, LG und Sony nun wieder mächtig Konkurrenz. Der Nachfolger des Smartphone „One“ heißt „One M8“ und hat einige neue Funktionen zu bieten.
Nun hat HTC sein neues Smartphone endlich offiziell vorgestellt: Im Vorfeld wandelten sich die vielen Spekulationen um den Nachfolger des „One“ in (natürlich nicht bestätigte) Fakten, weil es ungewöhnlich viele Leaks des neuen HTC-Smartphones gab. Und so wusste man schon vieles, wenn auch nicht alles über das One M8. In London und New York fanden an diesem Dienstag gleichzeitig zwei Keynotes statt, zu denen mehrere tausend Journalisten eingeladen waren.
Das Aussehen des „One“ hat sich im Vergleich zum Vorgänger nur wenig geändert. Das ist aber eine erfreuliche Nachricht. Denn das Äußere des HTC One hatte es zur heimlichen Nummer Eins gemacht, zumindest was das Design betrifft. Das M8 hat wieder ein Unibody-Gehäuse, das etwas grauer wirkt und dessen Ecken etwas mehr abgerundet wurden. Es ist weitgehend aus einem Stück Aluminium gefräst. Auf der Rückseite wird die leicht glänzendes Oberfläche abermals durch dünne Linien durchbrochen. Das Smartphone von HTC liegt mit einem Gewicht von 160 Gramm und den Maßen 146,4 x 70,6 x 9,4 Millimeter gut in der Hand. Zu einem Verkaufspreis von 679 Euro kommt es ab 4. April auch in den deutschen Handel.
Größeres Display, guter Kontrast
HTC folgt dem Trend nahezu aller Hersteller und hat das Display vergrößert. Der Bildschirm hat jetzt eine Größe von 5 Zoll und Full-HD-Auflösung, also 1920 × 1080 Bildpunkte (441 ppi Pixeldichte). Beim ersten Blick auf ein Testgerät vermittelt die Darstellung einen scharfen und kontrastreichen Eindruck. Die Lautsprecher am unteren und oberen Ende auf der Frontseite sind geblieben. Der „BoomSound“ wird mit Mini-Verstärkern im Innern erzeugt. Zudem lassen sich Netzwerkspieler besser via DLNA verbinden.
Der Prozessor ist – wie nicht anders zu erwarten – von Qualcomm. Ein Snapdragon 801 mit 2,26 Gigahertz und der Grafikeinheit Adreno 330 treibt das Gerät an. Was den Speicher betrifft, bietet HTC den üblichen Standard. Die 2 Gigabyte Arbeitsspeicher reichen vermutlich für einen flotten Umgang mit dem Gerät aus. Der interne Speicher beginnt mit einem 16-Gigabyte-Modell, eines mit 32 und 64 Gigabyte wird es auch geben. Für Nutzer, die mehr Speicher brauchen, hat HTC einen MicroSD-Slot vorgesehen, der Karten bis zu 128 Gigabyte aufnimmt. Ein Akku mit 2600 mAh versorgt das Smartphone mit Energie, die für einen Tag mit intensiver Nutzung reichen sollte. Der „Powersafing“-Mode hilft zudem Energie zu sparen, wenn der Akku sich allmählich leert und man noch Energie braucht. Natürlich sind die üblichen Schnittstellen wie „ac“-W-Lan, Bluetooth 4.0 und LTE an Bord.
Zweiter Sensor oberhalb der anderen Linse
Die Foto-Funktionalität ist wohl das Spannendste, was das M8 zu bieten hat. Da ist zunächst die Front-Kamera, die für Videochat und Selfies zuständig ist. Die Auflösung von 5 Megapixel dürfte für diese Zwecke locker ausreichen. Auf der Rückseite befinden sich gleich zwei Linsen. Die Hauptkamera arbeitet mit der sogenannten Ultrapixel-Technik. Das heißt, die einzelnen Pixel haben eine für Smartphone-Kameras recht große Grundfläche und fangen entsprechend viel Licht ein.
Der Clou beim M8 ist nun, dass es einen zweiten Sensor gibt, der oberhalb der anderen Linse sitzt. Er speichert Informationen über die Tiefenschärfe der aufgenommenen Bilder. So kann man im Nachhinein eine Tiefenschärfe selektiv auswählen, der Fokus lässt sich also nachträglich verändern. Andere Hersteller haben in dieser Hinsicht auch schon Versuche unternommen. So gibt es Software-Anwendungen bei Nokia, LG und Samsung, um den Fokus nachträglich verändern zu können. Ebenfalls eine Funktion, die den Bildern zu Gute kommt: ein „doppelter“ Blitz. Der Dual-LED-Blitz sorgt dafür, dass auch bei schwachen Lichtverhältnissen qualitativ hochwertige Bilder entstehen können.
Neueste Version von Android
Wie bei den Flaggschiffen der anderen Hersteller auch, hat auch HTC mit Android 4.4.2 (KitKat) die neueste Version des Betriebssytems installiert. Als Oberfläche dient weiterhin HTC Sense. Mittlerweile ist man bei Version 6 angekommen. Blinkfeed als Startbildschirm ist geblieben. Man kann sich eine hübsch designte Kachel-Oberfläche selbst mit seinen Newsfeeds konfigurieren. Auch sonst haben sich die Entwickler ein paar nette neue Features überlegt. So kann man das M8 aus dem Standby holen, indem man in eine bestimmte Richtung wischt und kommt so direkt zu ausgewählten Apps. Sense 6 wird auch für die Besitzer des bisherigen One „ausgerollt“.
Schon zum Verkaufsstart des M8 gibt es auch eine neue schicke Hülle. Sie schützt den Bildschirm, lässt den Nutzer durch eine bestimmte Darstellungsweise aber bestimmte Informationen sehen.
Mit dem M8 unternimmt HTC abermals den Versuch, mit seinem Flaggschiff in einer Liga mit iPhone 5s, Samsung Galaxy S5 oder Sony Xperia Z2 zu spielen. Mit dem HTC One hatte der Konzern das nur hinsichtlich der Lobeshymnen der Kritiker geschafft – bei den Verkaufszahlen konnte es das Unternehmen nicht mit Samsung und Apple aufnehmen. Vielleicht schafft HTC jetzt den Durchbruch. Zu wünschen wäre es ihnen.
Das HTC M8 ist zu einem Verkaufspreis von 679 Euro ab 4. April im deutschen Handel zu erwerben.
