
Stehen Frauen dauerhaft unter Stress, kann das eine erhoffte Schwangerschaft verzögern oder verhindern, ergab eine amerikanische Studie. Die Autoren warnen vor Schuldzuweisungen.
Stress kann eine erhoffte Schwangerschaft verzögern und sogar das Risiko einer Unfruchtbarkeit erhöhen – zu diesem Schluss kommt eine amerikanische Studie im Fachmagazin „Human Reproduction“ (doi:10.1093/humrep/deu032). Bei Frauen mit hoher Alpha-Amylase-Aktivität im Speichel – ein Indikator für Stress –, war die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft um 29 Prozent verringert im Vergleich zu den Frauen, bei denen die Aktivität des Indikatorenzyms gering war.
Frauen mit hoher Alpha-Amylase-Aktivität hatten auch ein mehr als doppelt so hohes Risiko, als unfruchtbar eingestuft zu werden. Die klinische Definition dafür lautet, trotz zwölf Monaten regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht schwanger zu werden.
Empfehlung: Yoga und Achtsamkeitstraining
An der Studie nahmen 401 Frauen mit Kinderwunsch im Alter von achtzehn bis vierzig Jahren teil. Die Wissenschaftler begleiteten die Frauen für zwölf Monate oder bis eine Schwangerschaft festgestellt wurde. 347 Frauen (87 Prozent) wurden schwanger, 54 nicht. Die Autoren um Courtney Denning-Johnson Lynch von der Ohio State University warnen nach ihren Ergebnissen vor neuen Schuldzuweisungen im Hinblick auf die Frage, warum manche Frauen Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden. Sie halten es für sinnvoll, Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch Entspannungstechniken wie Yoga und Meditation sowie Achtsamkeitstraining zu empfehlen.
