Eurokrise

Konjunktur in der Währungsunion: Industrie in Italien legt zu – und schwächelt in Frankreich

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Italiens Wirtschaft kommt offenbar auf die Beine: Die Industrie wächst stärker als gedacht. Frankreich will unterdessen einen Notfall-Fonds anzapfen, um den Haushalts in den Griff zu kriegen.

Während die Industrie in Italien mehr produziert, schwächelt der Sektor in Frankreich weiter. In Italien stieg die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe im Januar um 1 Prozent gegenüber dem Vormonat und damit so stark wie seit August 2011 nicht mehr, teilte das Statistikamt Istat mit. Zuvor befragte Ökonomen hatten mit einem wesentlich geringeren Zuwachs von nur 0,4 Prozent gerechnet.

In Frankreich hingegen kommt das gesamte Produzierende Gewerbe hingegen nur schwer auf die Beine. Der Ausstoß sackte um 0,2 Prozent ab verglichen mit dem Dezember. Experten hatten hier ein Plus von 0,2 Prozent erwartet. Ein Grund dafür könnte sein, dass das milde Wetter den Energieproduzenten in die Parade gefahren ist. Frankreichs Industrie hingegen stellte zum Jahresauftakt 0,7 Prozent mehr her als noch Ende 2013.

Frankreich will Not-Fonds anzapfen

Jüngste Umfragen unter Einkaufsmanagern hatten ergeben, dass auch die französische Industrie sich wieder langsam berappeln wird. Die italienische Industrie – das Land befreit sich derzeit aus der längsten konjunkturellen Durststrecke seit Jahrzehnten – schaffte im Februar nach Berechnungen des Forschungsinstitut Markit bereits den achten Monat in Folge Wachstum.

Unterdessen hält Frankreich trotz Zweifeln der EU-Kommission daran fest, die vereinbarten Haushalts-Defizitziele einzuhalten. Das Land will dazu offenbar einen
sieben Milliarden Euro schweren Reserve-Fonds anzapfen, den die Ministerien für schlechte Zeiten vorhalten. Das Geld aus dem Fonds werde „locker ausreichen“ um die gesteckten Defizitziele zu erreichen, betonte Finanzminister Pierre Moscovici gegenüber dem Fernsehender BFM.

Die EU-Kommission hat dem Land bis zum Jahr 2015 Zeit gegeben, sein Defizit wieder unter das Maastricht-Kriterium von drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken. Die Regierung in Paris peilt für 2015 ein Defizit von 2,8 Prozent
an. Nach der Prognose der Brüsseler Kommission wird das Land das Ziel mit 3,9 Prozent klar verfehlen.

Auch für dieses Jahr klaffen die Einschätzungen der Tiefe des Haushaltslochs weit auseinander: Frankreichs Präsident Francois Hollande rechnet mit 3,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), die Brüsseler Kommission hingegen mit 3,9 Prozent des BIP.