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Bose Soundtouch 20: Heimvernetzt mit W-Lan und Airplay

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Bose bringt Musik in alle Räume des vernetzten Heims. Noch fehlen jedoch der neuen Soundtouch einige Dienste und Funktionen.

Musikgenuss im Wandel der Zeit: Großvaters Schallplatte und die Audio-CD des Vaters kennt zwar der Sohn noch gut, aber schon für den Enkel sind die alten physikalischen Medien ein Anachronismus. Für ihn kommt die Musik aus dem Internet, von iTunes oder einem Streaming-Dienst, rein digital und blitzschnell. Wer jenseits des individuellen Musikhörens mit Smartphone und Ohrenstöpsel die Wohnung oder das gesamte Heim beschallen will, nimmt meist eine Sonos-Anlage. HiFi-Kabel werden überflüssig, die Musikübertragung erfolgt über Wireless-Lan, und alle nur denkbaren Dienste und Zuspieler werden unterstützt.

Nun will auch Bose auf den Pfaden der Drahtlosanlagen wandeln und präsentierte im vergangenen Jahr sein Soundtouch-System. Wir konnten seit Weihnachten den mittelgroßen der drei neuen Bausteine ausprobieren, nämlich die Musikbox Soundtouch 20, die 400 Euro kostet. Eine Stufe darunter wird zur gleichen Preisempfehlung die Soundtouch Portable aufgerufen, die etwas kleiner und leichter ist und dank eingebauter Akkus für zwei bis vier Stunden im mobilen Einsatz aufspielt. Nach oben hin steht als aktuelles Spitzenmodell für große Räume die Soundtouch 30. Dieser Bolide wiegt satte 8,5 Kilogramm und geht erst für 700 Euro über die Ladentheke.

Das erprobte 20er-System soll für „normale“ Räume ausreichend sein, die Ausgangsleistung wird von Bose nicht angegeben. Einrichtung und Inbetriebnahme laufen bei allen drei Komponenten auf dem gleichen Weg: Wer seine Musik über eine eigene iTunes- oder Windows-Media-Player-Bibliothek hören will, kann die Lautsprecher in einem Rutsch ans heimische W-Lan anbinden und mit den Klangkonserven bekannt machen. Dazu lade man auf dem entsprechenden PC die unentgeltlich für Mac und Windows bereitgestellte Bose-Software, richte ein Konto ein und verbinde kurz Lautsprecher und Rechner mit einem beiliegenden Kabel. Das ist schon alles. Eine Zusatzhardware „Bridge“, die bei Sonos dem störungsfreien Drahtlosanschluss mehrerer Lautsprecher dient, ist nicht erforderlich.

W-Lan allein reicht

Das Bose-Programm indiziert die Musikbibliothek und sorgt für das Streaming der zur Wiedergabe gewählten Stücke. Auf dem Mac läuft die Software fortan ständig im Hintergrund, und sie startet beim Hochfahren auch iTunes, das also ebenfalls permanent aktiv ist. Nun kann man am Rechner bequem Alben, Titel oder Wiedergabelisten auswählen und an die Box schicken.

Oder man installiert zusätzlich die Bose-App fürs Smartphone (iOS, Android) und nimmt hier die Musikauswahl vor. Der Rechner mit der Musikbibliothek muss bei der iTunes-Wiedergabe fortwährend eingeschaltet sein. Es ist auch nicht möglich, auf eine iTunes-Bibliothek zuzugreifen, die sich beispielsweise auf einem NAS-Speichersystem oder einer Netzwerkfestplatte befindet. In dieser Hinsicht ist Sonos deutlich weiter. Und ein weiteres Bose-Problem nervte immer wieder: die Fehlermeldung, dass der Dienst nicht verfügbar sei, weil die Musikbibliothek neu synchronisiert werde. Minutenlang wartet man selbst dann, wenn keine Stücke dazugekommen sind.