
Kleine Kopfhörer-Verstärker fürs Smartphone liegen im Trend. Nun hat Beyerdynamic einen im Angebot. Der A 200 p kostet 300 Euro. Er wandelt zudem noch die digitalen Daten.
Das Smartphone in der Tasche, den Hörer auf dem Kopf – so geht HiFi anno 2014. Allerdings: Was die mobilen Geräte aus ihren Klinkenbuchsen entlassen, ist nicht immer der Wohlklang-Weisheit letzter Schluss. Denn die digitale Konfektionsware muss vielen anderen Prioritäten genügen. Das stört nicht weiter, wenn die mitgelieferten Ohrstöpsel das Programm bestreiten. Aber richtig gute Kopfhörer zeigen schon mal die Grenzen der Taschenspieler auf, oft bereits, indem sie sich nicht zu angemessener Lautstärke aufschwingen. Das ruft nach einer Lösung, und Beyerdynamic kann sie liefern.
Der Heilbronner Spezialist hat sich mit Astell &- Kern zusammengetan, einer Manufaktur, die sich mit Mobilplayern für hochauflösende Musikformate einen Namen gemacht hat. Dieser Kooperation entstammt ein Audio-Nachbrenner, der Smartphones, Tablets oder Notebooks über eine USB-Verbindung die Musik in digitaler Form entnimmt, sie nach allen Regeln der Kunst wandelt und über einen analogen Leistungsverstärker an einen Kopfhörer ausgibt. Das Gerät hört auf den Namen A 200 p, steckt in einem Gehäuse, das nur halb so groß geriet wie ein durchschnittliches Smartphone, und kostet um 300 Euro. Das ist ein stolzer Preis für ein mobiles Stückchen Elektronik- ist das Utensil die Investition wert?
Wandlerchip aus dem Hause Wolfson
Wahre High-End-Adepten begegnen eindrucksvollen Preisschildchen zum Glück stets mit Gelassenheit, besonders, wenn sie leckere Details in den Datenblättern finden: Beyerdynamic erwähnt dort einen Wandlerchip des Hauses Wolfson, der die Musik mit Auflösungen bis 24 Bit und 96 Kilohertz verarbeitet. Damit lässt er Smartphone-Einbauten weit hinter sich. Wir fanden ein anderes Detail bemerkenswert: Der eingebaute Akku, der über den Micro-USB-Anschluss geladen wird, soll 11 Stunden lang durchhalten.
Menschen mit Sinn fürs Praktische registrieren das mitgelieferte Zubehör mit Wohlwollen: Ein kurzes Adapterkabel stellt die Verbindung zwischen dem A 200 p und dem Lightning-Anschluss von iPhone und iPad her, ein anderes verbindet Micro- und Mini-USB-Stecker, um den Kontakt zu diversen Android-Geräten zu knüpfen, ein langes Adapterkabel schließlich hat an einem Ende einen normalen USB-Stecker, damit Notebooks und andere Computer mitspielen können. Außerdem gibt es ein Ledertäschchen, das den handlichen Kopfhörer-Verstärker unterwegs schützt. Schade nur, dass der Hersteller kein Kabel zum Anschluss älterer iPhones (Modell 4S abwärts) mitliefert.
Wir haben verschiedene Abspielgeräte ausprobiert – und uns dabei mit komfortablen Funktionen des Verstärkers angefreundet: Drei Tasten steuern die Pausenfunktion und Sprünge von Titel zu Titel- mit Apple-Geräten und mit iTunes am PC klappt die Sache tadellos. Im Akustik-Check verschafft sich der Außenborder schon mit seinen eindrucksvollen Pegeln Respekt. Im Direktvergleich zwischen dem Kopfhörer-Ausgang am iPhone und dem Ausgang am kleinen Wandler-Baustein zeigen sich mit guten Hörern deutlich wahrnehmbare Unterschiede. Dies alles legt die Anschaffung nahe, vorausgesetzt, der Kopfhörer geht angemessen sensibel zur Sache.
