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Die Deutsche Bank wird die BHF-Bank los

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Es war eine lange Hängepartie, doch nun kann die Deutsche Bank die BHF-Bank verkaufen. Nachdem die F.A.Z. schon vorab darüber berichtet hatte, erklärte nun das Käuferkonsortium, die Bafin habe grünes Licht gegeben.

Die Finanzaufsicht Bafin hat den Verkauf der BHF-Bank durch die Deutsche Bank genehmigt. Das teilte das Käuferkonsortium an diesem Freitag mit, nachdem die Frankfurter Allgemeine Zeitung schon zuvor darüber berichtet hatte.

Die BHF-Bank konzentriert sich mit ihren 1100 Mitarbeitern auf Vermögensverwaltung und Firmenkunden. Das Käuferkonsortium wird angeführt von der auf Finanzdienstleister spezialisierten Beteiligungsgesellschaft RHJ International (RHJI). Zum Konsortium gehören auch der BMW-Großaktionär Stefan Quandt, der chinesische Mischkonzern Fosun sowie der RHJI-Gründer Timothy Collins.

Bis zum 27. Februar, dann endet die Prüfungsfrist, dürfte die Aufsicht den Verkauf offiziell absegnen. In Aufsichtskreisen gab es keine Bedenken mehr gegen den Verkauf der BHF-Bank, seitdem die amerikanische Fondsgesellschaft Blackrock aus dem Käuferkonsortium ausgestiegen ist. Dass Blackrock als größtem Vermögensverwalter und wichtigstem Investor in Dax-Unternehmen von der Bafin mit so viel Misstrauen begegnet wurde, hatte für Kritik gesorgt.

Im Herbst hatte dann Blackrock entnervt das Handtuch geworfen. Danach kam der Genehmigungsprozess durch die Aufsicht bemerkenswert rasch voran. Bafin-Kreise verwiesen auf die sehr komplexen Strukturen von Blackrock. Es lag aber auch an unterschiedlichen Sichtweisen. Blackrock verstand sich als passiver Finanzinvestor in der BHF-Bank-Übernahme, die Bafin dagegen sah es als strategischen Investor.

Entsprechend höher fielen die Auflagen aus. Alle an der Transaktion beteiligten Blackrock-Fonds hätten umfangreiche Dokumente bis hin zu den Lebensläufen der einzelnen Fondsmanager einreichen müssen. Der Bafin ging es darum, ob die einzelnen Fonds im Notfall der BHF-Bank rasch Kapital hätten zuschießen können, ohne davor ihre jeweiligen Fondsinvestoren befragen zu müssen. Ohne Blackrock ist die Transaktion deutlich schlanker.

Die Deutsche Bank kostet die Verzögerung 30 Millionen Euro. Waren im September 2012 noch 384 Millionen Euro vereinbart worden, sind es nun 354 Millionen Euro. RHJI-Chef ist der ehemalige Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard Fischer. Die BHF-Bank wird von der britischen Privatbank Kleinwort Benson übernommen, an der RHJI künftig 65 Prozent und die anderen Konsortiumsmitglieder 35 Prozent halten werden.