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Die feine englische Art

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Der Kopfhörer P7 der englischen Firma Bowers & Wilkins überzeugt auf ganzer Länge. Voller Klang und elegantes Design machen das Gerät fast zu einem Schnäppchen.

Ob Studio-Monitore, HiFi-Lautsprecher fürs Wohnzimmer oder mobile Docking-Stationen fürs iPhone – wenn der Name Bowers &amp- Wilkins die Geräte ziert, gilt dies als Versicherung gegen jedweden Misston. Lässt sich der gute Ruf der britischen Wohlklang-Manufaktur auch auf das noch junge Kopfhörer-Sortiment des Hauses übertragen? Anhand des P3, eines leichten mobilen Hörers, der nach dem On-Ear-Prinzip auf den Ohrmuscheln sitzt, haben wir die Frage schon exemplarisch beantwortet: Das kompakte Modell tönt, gemessen an seiner Preisklasse, grundsolide und macht seiner Ursprungsfamilie keine Schande. Jetzt haben wir uns den P7 angehört – das Spitzenmodell des Herstellers, das mit einem Preis von rund 420 Euro zwar absolut gesehen nicht ganz billig ist, in der Highend-Klasse aber eher das untere Drittel repräsentiert. Das macht die Sache spannend.

Äußerlich wirkt der Kopfhörer so gediegen, dass er auch in einem hanseatischen Kontor eine seriöse Figur abgäbe: Der Kopfbügel, die ohrumschließenden, annähernd rechteckig geformten Polster, selbst die Hörkapseln – alles ist mit schwarzem Leder bezogen und duftet wie eine brandneue Luxuskarosse während der Probefahrt. Dazu bieten die aus dünnen, verchromten Stahldrähten gefertigten Aufhängungen der Hörkapseln einen originellen Kontrast. Einrastende Gelenke auf jeder Seite unterbrechen das Konstrukt: Der Hörer lässt sich zusammenfalten und in einer mitgelieferten, feinen Ledertasche für die Reise verstauen. Praktisch auch: Die Ohrpolster sind mit kräftigen kleinen Magneten an den Hörkapseln befestigt. Sie lassen sich also, etwa zum Reinigen, abnehmen – oder auch, falls sie je verschleißen, austauschen. Zwei verschiedene Anschlusskabel gehören zu Lieferumfang: Eines hat einfach nur an jedem Ende einen Klinkenstecker, das andere trägt eine Fernbedienung, mit dem sich Apple-Mobilgeräte steuern lassen. Sie regelt die Lautstärke, stoppt und startet die Wiedergabe, lässt die Musik zum nächsten Stück oder zurück zum Anfang springen und nimmt, wenn das iPhone klingelt, auch Ferngespräche an: Ein eingebautes Winzig-Mikrofon erweitert den Hörer zum Headset. Den Steckanschluss für das Kabel haben die Bowers &amp- Wilkins-Konstrukteure unter dem linken Ohrpolster versteckt: Zum Kabelwechsel muss man also das Polster von seiner Magnetfixierung abziehen. Fast überflüssig zu erwähnen: Einen Adapter zum Anschluss an die großen Klinkenbuchsen von klassischen HiFi-Komponenten liefert der Hersteller ebenfalls mit.

Der P7 sitzt tadellos und bequem

Der P7 sitzt auf mittelgroßen Ohren tadellos und bequem- für Menschen mit besonders großen Ohrmuscheln allerdings könnten die knapp geschnittenen Polster ein bisschen eng werden. Die iPhone-Ausstattung lässt es schon ahnen: Wie die meisten modernen HiFi-Hörer spielt er auch an Mobilgeräten mit souveränen Lautstärken, die werksgetreue Dynamik erlauben. Zur Höchstform läuft er natürlich an einem guten Verstärker auf, und was er da leistet, ist eindrucksvoll und so ausgewogen, dass es schwerfällt, eine Charaktisierung zu formulieren. Der P7 macht einfach alles richtig: Tiefe Töne dosiert er üppig und voluminös, ohne je zu übertreiben, Klangfarben stimmen bis in die kleine Nuance, feine Obertongewebe verleihen dem Klangbild luftige Transparenz und Frische, ohne je kühl oder gar aggressiv zu wirken, die Dimension räumlicher Breite bildet er ortungsscharf ab. Der P7 steht einfach für HiFi in bester britischer Tradition, er ist ein Hörer für entspannte Musikgenießer, dem man sogar bescheinigen kann: An dieser Qualität gemessen, mutet sein Preis eher günstig an.