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Medienbericht erschreckt Deutsche-Bank-Anleger

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Spekulationen über unerwartet schwache Geschäfte der Deutschen Bank haben für Verunsicherung gesorgt. An Wall Street fiel der Aktienkurs bei hohen Umsätzen um drei Prozent.

Wird die Deutsche Bank für das vierte Quartal schwache Zahlen vorlegen? Das „Wall Street Journal“ verunsicherte am Freitag Anleger mit einem Bericht, wonach der Vorstand dies für das vierte Quartal prüft, ob er vor der Veröffentlichung darauf hinweisen muss.

Das Institut will seine Geschäftszahlen für das Jahr 2013 am 29. Januar veröffentlichen. Da die Bank weder für das Jahr noch für das Quartal eine konkrete Gewinnprognose abgegeben hat, wäre eine Vorabmeldung nur dann fällig, wenn die tatsächlichen Zahlen stark von den Schätzungen der Analysten abweichen. Die Deutsche Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Nach einer Auswertung von Thomson Reuters I/B/E/S erwarten die Experten für das Gesamtjahr im Schnitt einen Gewinn von 4,2 Milliarden Euro vor Steuern – aus dem vierten Quartal fehlt dazu noch rund eine Milliarde. Einige Analysten hatten ihre Schätzungen zuletzt etwas zurückgenommen.

Unerwartet hohe Verluste aus dem Bilanzabbau

Grund für die Ertragsschwäche seien unter anderem unerwartet hohe Verluste infolge des Bilanzabbaus, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zudem mache der Deutschen Bank – wie den großen amerikanischen Investmentbanken auch – ein schwaches Anleihegeschäft zu schaffen.

Die Deutsche Bank will bis Ende 2015 ihre Bilanz um rund 250 Milliarden Euro verkürzen, um die regulatorisch vorgegebene maximale Verschuldungsquote (Leverage Ratio) einhalten zu können. Das wären rechnerisch 30 bis 40 Milliarden Euro im Quartal. Im dritten Quartal schaffte sie sogar 64 Milliarden.

Finanzvorstand Stefan Krause hatte im Oktober gewarnt, der Abbau werde mit der Zeit mühsamer. „Wir pflücken zunächst die niedrig hängenden Früchte“, hatte er gesagt. Maximal 600 Millionen Euro Verlust hat die Bank für den Abbau eingeplant. Unter Druck steht die Deutsche Bank damit aber nicht- zudem finden sich derzeit am Markt für viele Vermögenswerte leicht Abnehmer.

Die steigenden Marktzinsen in den Vereinigten Staaten hatten zuletzt auch amerikanische Investmentbanken wie Goldman Sachs und JP Morgan ausgebremst. Ihre Gewinne hängen – wie die der Deutschen Bank – stark vom Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren ab. Sie verwiesen auf ein „schwieriges Umfeld“. Insgesamt haben die Investmentbanken im vierten Quartal nach Reuters-Daten an den Märkten für festverzinsliche Wertpapiere sieben Prozent weniger verdient. Doch überraschen kann diese Entwicklung die Deutsche-Bank-Analysten nicht.

Unsicherheit bergen allerdings die Folgen der Skandale von der Manipulation des Interbanken-Zinses Libor bis zur Rolle des Instituts in der Kirch-Pleite. 4,1 Milliarden Euro hat die Deutsche Bank dafür bisher zurückgestellt, die Anleger jedoch darauf vorbereitet, dass es noch mehr werden könnte. Allein im Dezember wurden 1,4 Milliarden Euro für die Beilegung eines Streits mit der staatlichen Behörde FHFA um fragwürdige Hypothekengeschäfte in den Vereinigten Staaten fällig, dazu verhängte die EU-Kommission eine Buße von 725 Millionen Euro für Absprachen über Referenzsätze wie den Libor.

Doch dafür hatte die Deutsche Bank nach eigenen Angaben bereits ausreichend Geld reserviert. Unterdessen haben die Behörden ihre Untersuchungen möglicher Manipulationen von Devisenkursen und Referenzwerten für Gold und Silber ausgeweitet.