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Europäischer Mobilfunkmarkt vor großen Umwälzungen

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Europas zersplitterter Mobilfunkmarkt könnte 2014 in Bewegung geraten. Die heimischen Konzerne müssen technisch aufholen und sich gegen das Ausland behaupten.

Die Deutsche Telekom will ihre Marktführerschaft auf dem Heimatmarkt in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Das kündigte der Deutschland-Chef des Telekommunikationsriesen, Niek Jan van Damme, in der „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe) an. Wachstumschancen sieht der Manager vor allem beim konzerneigenen TV-Angebot Entertain und bei Breitbandanschlüssen.

Die Pläne des Mobilfunkanbieters Telefónica Deutschland (O2), durch den Zusammenschluss mit dem Rivalen E-Plus zum nach Kundenzahl größten Mobilfunkanbieter in Deutschland aufzusteigen, sieht der Manager zumindest vorläufig nicht als Bedrohung für die Telekom. „Ich bin mir sicher, dass die beiden Unternehmen bis 2015 stark mit sich beschäftigt sind. Wir werden unseren bisherigen Vorsprung nutzen und ausbauen“, sagte er.

Auch die Pläne des Wettbewerbers Vodafone, der Telekom nach der Übernahme von Kabel Deutschland mehr Konkurrenz im Festnetz zu machen, sieht Van Damme gelassen. „Die Integration von Kabel Deutschland wird ein Kraftakt – immerhin müssen da verschiedene Netze, Standorte und Organisationen zusammengeführt werde“, urteilte er. Die Telekom habe trotz harter Konkurrenz und sinkender Preise noch Wachstumsaussichten und wolle ihre Marktführerschaft weiter ausbauen.

Rückständiges Europa

Der europäische Telekommunikationsmarkt mit seinen mehr als 200 Anbietern ist turbulent genug. Milliardeninvestitionen sind in den kommenden Jahren allein für den Ausbau superschneller Mobilfunk- und Glasfasernetze zu stemmen, denn Europa hinkt hinterher. Laut der Beratungsfirma Boston Consulting ist der Zugang zu Glasfaserverbindungen in Asien und Nordamerika 20 Mal höher und die Verbreitung schneller LTE-Mobilfunknetze 35 Mal größer als in Europa.

Die großen Telekommunikationskonzerne wollen daher noch größer werden. Telefónica will die Telecom Italia vollständig übernehmen. In Deutschland liegen derzeit die Pläne zur Übernahme von E-Plus durch die Telefónica Deutschland (O2) zur Prüfung bei der EU-Kommission. Vodafone hat Kabel Deutschland gekauft und damit sein Festnetzgeschäft ausgebaut. Zudem sollen die Briten angeblich Interesse an einer Übernahme des Kabelnetzbetreibers Liberty Global haben.

Doch auch außereuropäische Konzerne richten ihre Blicke auf Europa. Vodafone und Telefónica gelten als mögliche Übernahmekandidaten für AT&amp-T. Zukäufe sind schon deshalb attraktiv, weil die Unternehmen an der Börse vergleichsweise niedrig bewertet sind.

Wenig Änderungen für die Kunden erwartet

Für die Deutsche Telekom ist der geborene Partner schon ausgemacht: Mit der früheren France Télécom, die sich heute Orange nennt, gibt es auf verschiedenen Gebieten schon jetzt eine enge Zusammenarbeit. Und wenn jetzt angeblich Sprint in den Vereinigten Staaten mit seinem neuen japanischen Mutterkonzern Softbank eine Übernahme der Telekom-Tochter T-Mobile USA prüft, so erscheint dass zwar wettbewerbspolitisch wenig wahrscheinlich. Doch ein Ausstieg der Telekom in den Vereinigten Staaten ist nicht auszuschließen, könnte der Konzern die Mittel in Europa doch gut gebrauchen.

Für die deutschen Kunden ändert sich allerdings vorläufig wenig, selbst wenn die Fusion von E-Plus und O2 genehmigt wird, womit ein mit den D-Netzen konkurrenzfähiges drittes Netz entstehen könnte. Bei der Fusion geh es nicht nur um die Frage, so Bettina Seute vom Fachportal teltarif.de, ob die Anbieter ihre Frequenzspektren behalten könnten oder Funklizenzen verlören. Es spiele auch eine Rolle, wie die Funkzellen von O2 und E-Plus nach einer Fusion zusammenführt werden. Unabhängig davon erwägt die Bundesnetzagentur eine Umverteilung der Funkfrequenzen. Auch die dürften sich wenig ändern „Die Preise sind inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem nach unten nicht mehr allzu viel möglich ist.“