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Zehn Jahre im Zeichen Berlins

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Im Laden von Andreas Murkudis in Berlin zeigen zehn große und kleine deutsche Designer am Samstag limitierte Entwürfe. Die Berliner Mode kann eine solche Aktion gerade gut vertragen.

Der Anfang dieses aktuellen Fotos liegt zehn Jahre zurück. Der Fotograf Mark Pillai und das Model Blandina Ibold wussten da natürlich noch nicht, dass sie einen Schal des Designers Lutz in Szene setzen würden. Zwei andere Protagonisten der deutschen Modeszene fanden aber damals zusammen und feiern jetzt ihren zehnten Jahrestag mit zehn Entwürfen von zehn Modemachern, die von diesem Samstag an im Laden von Andreas Murkudis an der Potsdamer Straße in Berlin zu kaufen sind.

Denn Murkudis eröffnete sein Modegeschäft vor zehn Jahren, zunächst in einem Hinterhof an der Münzstraße, bevor er sich vergrößerte. Und Markus Ebner, der andere Protagonist, der auch für dieses Magazin als Stylist arbeitet, gründete 2003, ebenfalls in Berlin, seine Zeitschrift „Achtung“. Der eine verkaufte das Magazin des anderen in seinem Laden. Der andere porträtierte den Laden des einen in seiner Zeitschrift. Und beide förderten deutsche Designer wie Lutz Hülle, Bless, Dirk Schönberger, Bernhard Willhelm oder Andreas’ Bruder Kostas Murkudis.

Die Szene blickt in eine verhangene Zukunft

Das Zusammenspiel, auch auf dem Fußballplatz, funktionierte so gut, dass sie nun den zehnten Jahrestag ihrer Gründung gemeinsam begehen. Sie baten deutschsprachige Designer wie Jil Sander, Tomas Maier (Bottega Veneta) oder Albert Kriemler (Akris) um besondere Entwürfe, die nun als „limited edition“ von jeweils zehn Stück verkauft werden. Der aus Remscheid stammende Modemacher Lutz Hülle, der seine Marke seit schon 13 Jahren in Paris führt, lieferte einen Schal, der natürlich inszeniert gehört, weshalb sich Blandina auf dem Foto so verrenkt.

Die Berliner Mode kann eine solche Aktion, wenn sie auch nur symbolischen Wert hat, gerade gut vertragen. Denn nach zehn Aufbruchjahren blickt die Szene in eine verhangene Zukunft, weil bei der Modewoche im Januar entscheidende deutsche Marken von Boss bis Escada auf den Laufstegen fehlen und weil die meisten jungen Modemacher im Handel einfach nicht richtig ankommen.

Bei Andreas Murkudis sieht es anders aus. Im Bikini-Haus am Zoo wird er Anfang des Jahres gleich mehrere Geschäfte eröffnen. Und auch Markus Ebner, der inzwischen von Paris aus arbeitet, kann sich über mangelnde Anzeigenumsätze seines Magazins nicht beklagen.

Die alten Bekannten feiern sich mit neuen Produkten

„Dass Berlin keinen J.W. Anderson hervorbringt, verstehe ich einfach nicht“, meint Ebner mit Blick auf den britischen Designer, der gerade einen Anteil seiner Marke an den Luxuskonzern Kering verkauft hat. Im Gegensatz zu der Londoner Szene, die vor zehn Jahren ebenfalls klein begann, aber international ausstrahlende Modemacher wie Mary Katrantzou, Peter Pilotto, J.W. Anderson, Christopher Kane oder Erdem Moralioglu hervorgebracht hat, droht Berlin einfach nur Berlin zu bleiben.

Es ist also nicht schlecht für die Stadt, wenn ein paar Deutsche wieder von auswärts zur Hilfe eilen. An diesem Samstag wird es passieren. Denn nicht nur mit den Produkten und einer Fotostrecke in „Achtung“ feiern sich die guten alten Bekannten, sondern auch mit einem Dinner. Also heute schnell mal in den Concept Store an der „Potse“, wie die Berliner liebevoll sagen, und Andreas Murkudis ansprechen. Wer weiß, ob es spontan noch eine Einladung zum Essen gibt. Wir tippen mal, dass etwa zehn mal zehn Leute kommen werden.