
Merck will sein Chemiegeschäft mit dem Erwerb der unter anderem in Wiesbaden vertretenen AZ Electronic Materials stärken. Produkte von AZ werden unter anderem für das iPad von Apple verwendet.
Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck will sein Chemiegeschäft mit einer Milliardenübernahme ausbauen. „Ziel ist, das Materialien- und Spezialchemiegeschäft von Merck durch den Zusammenschluss mit einem der weltweit führenden Premiumanbieter von High-Tech-Materialien für die Elektronikindustrie weiter auszubauen“, begründete Merck das Vorhaben. Damit ergänze Merck sein Flüssigkristallgeschäft um ein weiteres hochprofitables Premiumgeschäft, erklärte Unternehmenschef Karl-Ludwig Kley.
AZ stellt Chemikalien her, die unter anderem auch im Display des iPad von Apple verwendet werden. Das Unternehmen betreibt unter anderem im Industriepark Kalle-Albert in Wiesbaden eine größere Fabrik und forscht dort auch.
41 Prozent auf Durchschnittspreis
Merck biete für die britische AZ Electronic Materials 403,5 Pence in bar je Aktie oder insgesamt rund 1,6 Milliarden britische Pfund, das sind rund 1,9 Milliarden Euro, wie der im Dax-Konzern mitteilte. Damit zahlen die Darmstädter einen Aufschlag von 41 Prozent auf den Durchschnittspreis der Aktie in den vorangegangenen drei Monate.
Merck habe sich bereits mit dem Verwaltungsrat von AZ über den Zukauf geeinigt. Das Gremium wolle den Aktionären die Annahme der Offerte empfehlen. Der erfolgreiche Abschluss der Transaktion stehe noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben. Dem Angebot müssen zudem mindestens 95 Prozent der Aktionäre zustimmen.
