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Apple kauft sich Twitter-Analysen

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Apple erwirbt das auf Twitter-Analysen spezialisierte Unternehmen Topsy Lab. Das leuchtet nicht unmittelbar ein. Derweil nimmt Microsoft beim Kauf der Handysparte von Nokia eine wichtige Hürde.

Apple ist auf Einkaufstour. Erst in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der Elektronikkonzern 350 Millionen Dollar für das israelische Unternehmen Primesense bezahlt hat, einen Sensorspezialisten, der die Technik für die zur Microsoft-Spielekonsole Xbox gehörende Bewegungssteuerung Kinect entwickelt hat. Nun meldete das „Wall Street Journal“, dass Apple für 200 Millionen Dollar das kalifornische Unternehmen Topsy Labs gekauft hat.

Topsy ist auf die Analyse von Daten aus sozialen Netzwerken spezialisiert, insbesondere aus dem Kurznachrichtendienst Twitter. So kann Topsy zum Beispiel herausfinden, wie oft Begriffe getwittert werden oder welche Twitter-Nutzer für bestimmte Themengebiete besonders relevant sind. Topsy gehört zu den Partnern von Twitter in seinem Nebengeschäft mit der Vergabe von Lizenzen für die Nutzung und Auswertung seiner Daten. Den größten Teil seines Umsatzes erzielt Twitter mit Werbung.

Die Primesense-Akquisition leuchtete unmittelbar ein, der Einsatz von Sensortechnologie ist in vielen Apple-Produkten vorstellbar. Bei Topsy liegt weniger auf der Hand, was sich Apple verspricht. Das „Wall Street Journal“ mutmaßte, Apple könnte die Topsy-Technologie bei seinem noch jungen Online-Musikdienst „iTunes Radio“ einsetzen, etwa um Nutzern populäre Titel zu empfehlen oder um maßgeschneiderte Werbung zu zeigen.

Jedenfalls passt Topsy in das bekannte Muster des Elektronikkonzerns, der trotz Barbeständen von fast 147 Milliarden Dollar Großakquisitionen scheut und lieber auf kleinere Zukäufe setzt. In seinem jüngsten Geschäftsjahr, das im September zu Ende ging, hat Apple nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Tim Cook 15 Unternehmen erworben.

Deutlich größere Brocken mutet sich der Softwarekonzern Microsoft in seiner Akquisitionsstrategie zu. Mit seinem jüngsten Vorhaben, der im September vereinbarten Übernahme der Handysparte des finnischen Nokia-Konzerns, hat Microsoft am Montag eine große Hürde genommen. Das amerikanische Justizministerium gab Microsoft die kartellrechtliche Genehmigung für die Transaktion. Die Zustimmung der EU-Kommission steht noch aus. Microsoft hofft, den Zukauf im ersten Quartal 2014 zu vollziehen. Der Konzern zahlt 5,4 Milliarden Euro für das Nokia-Geschäft.

An der Wall Street begann der Dezember mit Kursverlusten, nachdem sich die großen Börsenindizes zuvor drei Monate in Folge nach oben bewegt hatten. Der Dow-Jones-Index fiel um 78 Punkte auf 16009 Punkte, der S&amp-P 500 rutschte um 5 Punkte auf 1801 Punkte, und der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 15 Punkte auf 4045 Punkte.