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Beer warnt vor Streichung von Lehrerstellen

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Die angeblich geplante Streichung von 3000 Lehrerstellen in Hessen ist aus Sicht der amtierenden Fachministerin Beer (FDP) unrealistisch. CDU und Grüne sprechen von Spekulationen.

Die scheidende hessische FDP-Kultusministerin Nicola Beer hat die angeblich geplante Streichung von 3000 Lehrerstellen unter Schwarz-Grün kritisiert. „Das ist völlig unrealistisch“, sagte Beer in Wiesbaden. Nach Berechnung des Ministeriums werden in den kommenden fünf Jahren etwa 825 Stellen überflüssig, weil es weniger Schüler gibt.

Die meisten Stellen sollten aber umgewidmet werden, etwa für Ganztags-Grundschulen oder für die Betreuung von Zuwandererkindern. „Ohne Qualitätseinbußen ist hier kein Stellenabbau möglich“, sagte Beer. Die Schulverwaltung werde wieder teurer, wenn eine neue Regierung das umstrittene Landesschulamt wieder auflöse.

GEW wittert Skandal

Der „Wiesbadener Kurier“ hatte zuvor berichtet, CDU und Grüne planten, in der neuen Wahlperiode 3000 Lehrerstellen zu streichen. Das umstrittene Landesschulamt, eingerichtet erst Anfang 2013, solle wieder aufgelöst werden. „Eine Regierungsbeteiligung der Grünen steht dann auch in Hessen, wie schon zuvor in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, für einen massiven Bildungsabbau“, kritisierte FDP-Fraktionschef Wolfgang Greilich in Wiesbaden. Erfolge der bisherigen CDU/FDP-Koalition, die 2500 neue Lehrerstellen geschaffen hatte, würden zunichtegemacht.

Die Lehrergewerkschaft GEW nannte die angeblich geplanten Stellenstreichungen skandalös. „In unserem chronisch unterfinanzierten Schulwesen benötigen wir alle Stellen dringend“, erklärte der GEW-Landesvorsitzende Jochen Nagel.

„Aus der Luft gegriffen“

Die Verhandlungspartner CDU und Grüne sprachen von „aus der Luft gegriffenen Spekulationen“: „Weder bei den Lehrerstellen noch beim Landesschulamt gibt es bisher Vereinbarungen.“ Die Verhandlungen über das erste schwarz-grüne Bündnis in einem Flächenland werden am Montagabend in großer Runde im Kurort Schlangenbad fortgesetzt.

Im Oktober hatte sich der ehemalige Chef des Landesrechnungshofs mit einem Sparappell zu Wort gemeldet und auch die Schulen in den Blick genommen: „Die Lehrer-Schüler-Relation war noch nie so gut wie heute. Wir müssen auch diese demographische Rendite nutzen, um die Verschuldung zu senken, und darüber hinaus weitere Stellen in der Verwaltung abbauen“, sagte Manfred Eibelshäuser der Rhein-Main-Zeitung.