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Noch ein Tablet zum Telefonieren

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HTC hat jetzt auch ein Phablet. Die Mischung aus Smartphone und Tablet ist gewöhnungsbedürftig. Aber das One Max gibt sich größte Mühe, dass man solche Riesen-Smartphones als praktisch empfindet.

Auch wenn die „Phablets“ schon länger auf dem Markt sind, gibt es immer noch Kollegen, die man damit überraschen kann. Die Reaktion lautet dann in etwa „Was ist das denn für ein Riesending?“, dann nimmt jemand das Gerät in die Hand, führt es ans Ohr und simuliert ein Telefongespräch. „Sieht ja total bescheuert aus“, heißt es dann. Der Hinweis, dass das HTC One Max noch in eine Hosen- und erst recht in eine Jackentasche passe, macht den einen oder anderen aber doch neugierig.

HTC hatte Anfang dieses Jahres sein neues Smartphone-Flaggschiff One vorgestellt, das nun der kleine Bruder des aktuellen Modells geworden ist. Schon Mitte des Jahres kam die Mini-Variante des One auf den Markt und nun halten wir das „One Max“ in Händen, das in die Kategorie der Phablets gehört. Alle drei Varianten haben das gleiche elegante Design: silberfarbenes Alugehäuse, durchbrochen von weißen Plastikeinsätzen. Beim One – und auch beim Mini – faszinierte diese Gestaltung besonders, weil das Gehäuse aus einem Guss war. Die Industrie nennt das „Unibody“-Gehäuse.

Leider mit Blechdeckel

Dieses Design gibt es nicht mehr beim One Max. Das hat uns anfangs gestört, weil es weniger wertig wirkt. Das Gerät hat auf der Rückseite einen Alu-Deckel, den man wie etwa bei Samsung-Geräten abnehmen kann. Diesen Handgriff muss man machen, um die SIM-Karte und Micro-SD-Karte einzusetzen und zu wechseln, was eher selten vorkommt. Ein bisschen Schieben und Drücken und erst dann rastet der Deckel ein. Das Problem ist aber ein anderes: Der Deckel schließt nicht ganz dicht ab und steht an drei Stellen – zwar minimal, aber unschön – etwas ab. Er ist zudem – wie beim HTC One – leicht gewölbt. Legt man das Gerät auf den Tisch, um darauf zu tippen, wippt es hin und her.

Das One Max lässt sich auch über den Browser einrichten. Das ist etwas ungewöhnlich, macht aber durchaus Sinn. Nach dem Einschalten wird nach wenigen Schritten ein Link generiert, mit dessen Hilfe man sich per Internet anmeldet und das Gerät so konfiguriert. HTC zeigt schon an dieser Stelle, dass seine Vorstellung von Android nah am „Google-Original“ ist. Man wird nicht wie bei Samsung mit zusätzlichen Apps und Sonderfunktionen überfrachtet, sondern kann sein Betriebssystem übersichtlich und minimalistisch gestalten. Es gibt zwar auch eigene HTC-Apps, doch die sind angenehm im Hintergrund versteckt.

Oberfläche Sense gefällt immer noch

Die Sense-Oberfläche gefällt in der Version 5.5 immer noch. Sie ist sehr übersichtlich gestaltet und hat Funktionen von vorherigen Android-Versionen integriert. Sense macht einfach einen aufgeräumten, unaufgeregten und freundlichen Eindruck. Auf dem Gerät läuft Android 4.3 (Jelly Bean). So gibt es etwa festgelegte Ordner für Medien, Google-Anwendungen, Produktivität oder Extras. Die Ansicht verläuft vertikal. HTC beschränkt sich immer noch auf zwei Buttons, den für „Zurück“ und „Home“. Mit Doppelklicks und 2-Finger-Wischern hat man volle Android-Funktionalität.

Die sehr praktische App für die Fernbedienung des Fernsehers ist auch wieder mit an Bord. Mit Hilfe der Infrarot-Schnittstelle wandelt sich das Max zu einer vollständigen Fernbedienung für den heimischen Fernseher. Mit dieser App ist zudem eine Programmvorschau verknüpft. Die Anwendung lässt sich konfigurieren, indem Kabelanbieter und Marke des TV-Geräts angegeben werden.

Kritzeln und Streichen

Neu ist die Kritzeln-App. Ein Art Notizzettel nimmt Befehle per Tastatur oder Fingergekritzel entgegen. Im Alltag ist diese App ganz praktisch für den schnellen Einkaufszettel. Es lassen sich auch Fotos einfügen, alles ordnet sich linear untereinander. Kritzeln erinnert ein bisschen an Evernote. Dorthin kann man übrigens die Kritzeleien auch schicken.

Ebenfalls neu ist der Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite des Geräts unterhalb der Kamera. Um ihn zu aktivieren, muss der Nutzer fünf Mal mit dem gleichen Finger über den Sensor streichen. Zur Sicherheit gibt man noch ein Passwort ein. Was der Fingerabdruck beim Einschalten des Geräts bewirken soll, lässt sich auswählen: Entsperren, Kamera-App, Übersicht aller Apps etc.

Ordentliches Display und sehr gute Kamera

Das Display mit Full-HD-Auflösung und einer Größe von 5,9 Zoll wirkt sehr ordentlich. Es hat gute Kontraste, spiegelt nicht so stark wie die anderer Hersteller. Dafür sind die Farben nicht so brillant wie etwa beim Samsung Note 3. Die Kamera ist schon wie beim One mit minderer Auflösung, aber die Pixel selbst sind größer und dadurch lichtempfindlicher. Diese technischen Details wirken sich sichtbar auf die Bilder aus. Wir haben Aufnahmen in Innenräumen mit künstlichem Licht gemacht und waren von der Qualität überrascht. Sie sind lichtstark, kontrastreich und rauscharm.

Je länger wir das HTC One Max im Alltag nutzten, umso mehr war der Ärger über die abnehmbare Rückseite verflogen. Es liegt gut in der Hand, passt noch in die Jeans und macht insgesamt einen stabilen und wertigen Eindruck. Dieses Phablet überzeugt auch durch seine dezente, übersichtliche und klare Sense-Oberfläche. Die Kamera hat keine Probleme mit Aufnahmen in Innenräumen und nach wie vor unschlagbar ist die App, um den Fernseher zu bedienen. Wem es nicht zu blöd ist, mit diesen Riesensmartphones am Ohr zu telefonieren, hat ein großzügiges Display, das einige Anwendungen übersichtlicher macht und zur Not auch als Mini-Fernseher dienen kann.