
Drei neue europäische Satelliten an Bord einer Rockot-Trägerrakete durchstießen heute Mittag den Nebel über dem russischen Weltraumbahnhof Plessezk. Die Satelliten sollen im gemeinsamen Formationsflug das Magnetfeld der Erde präzise vermessen.
Dichter Nebel versperrte die Sicht auf die Startrampe und die Trägerrakete Rockot, als sie pünktlich um 13:02 Uhr mitteleuropäischer Zeitrechnung vom russischen Weltraumbahnhof Plessezk südlich von Archangelsk abhob und in den Himmel stieß. An Bord befindet sich eine wertvolle Fracht: Drei neue Satelliten der europäischen Weltraumagentur Esa, die das Magnetfeld der Erde erkunden sollen – und dies deutlich präziser als alle frühere Missionen. Etwa eine Dreiviertelstunde später erreichte die dritte Stufe der Rakete eine vorläufige Parkbahn.
Lückenlos und in 3D
Die Rockot-Trägerrakete wird das Satellitentrio auf polare Umlaufbahnen in eine Höhe von 500 Kilometern befördern. Im Formationsflug sollen die drei baugleichen 470 Kilogramm schweren Fluggeräte dann mindestens vier Jahre lang das Erdmagnetfeld mit großer Genauigkeit in alle drei Raumrichtungen lückenlos kartieren. Zu diesem Zweck ist jeder Swarm-Satellit mit speziellen Magnetometern ausgestattet, die an einem fünf Meter langen Auslegerarmen befestigt sind.
Schwankendes Schutzschild
Von den gewonnenen Daten erhoffen sich die Esa-Wissenschaftler präzise Informationen über Stärke, Richtung sowie örtliche und zeitliche Schwankungen des irdischen Magnetfeldes. Das Magnetfeld, das alle Lebewesen, elektrischen Geräte und die weltweite Datenkommunikation vor energiereicher Strahlungen aus dem Weltraum schützt, ist im Laufe der Zeit schwächer geworden. Die Swarm soll unter anderem die Ursachen dafür ergründen. Gesteuert werden die Esa-Satelliten vom Kontrollzentrum der Esa (Esoc) in Darmstadt aus.
