Europäische Union

Im Namen der Kohle

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Die stolzen polnischen Kumpels wollen nichts wissen vom Klimawandel. Die Regierung hat sich auch deshalb die Weltklimakonferenz ins Land geholt, um die eigenen Interessen stärker vertreten zu können.

Die Kohle liegt tief. Die Männer haben ihre Oberkörper entblößt, die Schicht war hart, und es ist heiß hier unten. In Strömen fließt es an ihnen herunter, aus den Haaren, aus den Poren, schwarz glänzend im Licht der Grubenlampen. Schweiß und dieser feine dunkle Staub, der überall eindringt, in jede Falte, in den Mund, unter die Lider. Das Ende der Schicht am Schacht Pawel, Tiefe 850.

Schon bevor man die Männer sah, hat man sie aus der Dunkelheit hören können, schwer auftretend in ihren Arbeitsstiefeln, im langen Rückmarsch zur Grubenbahn. Kehlige Rufe, auf Polnisch und im schlesischen Dialekt, Gelächter, Männervokabular, derb, direkt, nichts für zarte Seelen. Jetzt sind sie da, am Endpunkt der Bahn, und noch bevor sie sich, immer noch rufend und lachend, in die engen Blechwagen gequetscht haben, ist schon alles ausgezogen: Arbeitsjacken, Hosen, Hemden.

„Bergbau, das ist eine männliche, eine edle Arbeit“

Noch einmal helle Körper im Lampenstrahl, schwarze Gesichter, dann ein metallisches Rucken, ein Hupen, und ab geht es zum Fahrkorb, hinauf ans Licht. „Bergbau, das ist eine männliche, eine edle Arbeit.“ Adam Rams, Bürgermeister der Stadt Knurow im polnischen Bergbaugebiet Oberschlesien, ist 27 Jahre in die Grube eingefahren. Mit 19 hat er begonnen, noch zu sozialistischer Zeit, gleich nach dem Militärdienst bei den Fallschirmjägern, wie er stolz bemerkt. Damals gab es noch keinen vollmechanisierten Abbau.

Die gewaltigen Maschinen, die heute in Staub und Getöse die Kohle abfräsen wie riesige Höhlensaurier, hatten Hacke und Schaufel noch nicht verdrängt, und seine Mutter arbeitete noch in der Schießpulverfabrik, die es längst nicht mehr gibt. „Die Arbeit unter Tage verlangt Mut, Anstrengung, Solidarität.“ Der Bürgermeister hat seine Worte nicht zufällig gewählt. Der Bergbau in Polen ist unter Druck. Das Land produziert bis heute neunzig Prozent seines Stroms in Kohlekraftwerken – das ist mehr als das Doppelte des Kohleanteils in Deutschland –, und die EU dringt auf Minderung.

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Bergbau in Polen: Kumpel in Sorge

Kumpel in Sorge

&copy- Lina Schuller, FAZ.NETVergrößernBergbau in Polen: Kumpel in Sorge

Weniger Kohle aber hieße, dass Bergbauregionen wie Oberschlesien, Städte wie Knurow jenen Weg einschlagen müssten, den deutsche Bergarbeiterstädte schon in den siebziger Jahren wählten, als das Ruhrgebiet seinen langen Abschied von der Montanwirtschaft begann. Die polnische Gesellschaft aber, die nach Generationen von Armut, Diktatur und Transformationskrise zum ersten Mal ein wenig Wohlstand genießt, wehrt sich. Vom Kumpel am Flöz bis zum Ministerpräsidenten in Warschau, von den Oppositionsbänken bis ins Regierungslager, in Kirchen und Gewerkschaften sind sich alle einig: Wer die Kohle angreift, und sei es auch zur Rettung des Weltklimas, greift Polen an.

Mehr als einmal hat die Regierung Donald Tusk in Brüssel gegen die Klimapolitik der anderen Europäer ihr Veto eingelegt, und sie hat die UN-Klimakonferenz, die gerade in Warschau tagt, unter anderem deswegen ins Land geholt, um als Gastgeber Polens „offensive und defensive Interessen“ umso besser verteidigen zu können, wie Umweltminister Marcin Korolec es ausgedrückt hat. Der Appell des Bürgermeisters an die Bergmannstugenden Mut, Anstrengung und Solidarität ist damit ein Aufruf an die Nation: gemeinsam für die polnische Kohle, zusammen gegen die Klimapolitiker von Berlin und Brüssel.

Die melancholische Einförmigkeit aus Beton

Janusz Sacha und Walter Pisula blicken von ihrem Balkon. Wohnblocks, klein und sauber, ein paar Renaults und Opels, ebenfalls klein und sauber. Die Siedlung „Polnisches Heer 2“ (Wojska Polskiego 2) strahlt die melancholische Einförmigkeit aller Plattenviertel zwischen Elbe und Wladiwostok aus, doch bei allem Betongrau ist sie gut in Schuss. Vor den Balkonen die dunstige Weite des oberschlesischen Industriegebiets: zersiedeltes Land, Fördertürme, Abraumhalden, wahllos vermischt mit Baumärkten und Tankstellen.

Hinten die im ernsten Stil der Zwischenkriegszeit erbaute Kirche der heiligen Kyrill und Method, weiter vorne als architektonischer Glanzpunkt ein rosa gestrichenes, mittlerweile aber im schlesischen Kohledunst ergrautes Beton-Ufo, die Kirche der Muttergottes von Tschenstochau. Dampfwolken eines Kraftwerks verfließen am grauen Horizont, farblose Schrebergärten ziehen sich in die Brachen. Und natürlich Blocks und wieder Blocks, die Heime der Männer aus der Grube. Die Stadt ist das Bergwerk, das Bergwerk ist die Stadt.

Janusz Sacha und Walter Pisula sind Bergleute wie fast alle hier, vor allem aber sind sie Schwiegersohn und Schwiegervater, eng verbunden. Man hört es gleich, wenn der Jüngere, Janusz, den Älteren, Walter, ebenso respektvoll wie familiär mit „Tatusiu“ anredet, was „Tatuschju“ ausgesprochen wird und mit dem deutschen Wort „Väterchen“ nur unvollkommen übersetzt werden kann. Um sie herum die Accessoires des ersten kleinen Wohlstands: Hirschdeckchen am Kaffeetisch, die Wohnung nicht groß, aber peinlich sauber. Das Wohnzimmer ist neu möbliert (Eiche im alten Stil), wenn auch in der Größe ein wenig reduziert, weil Janusz ein Zimmerchen abgetrennt hat.

Dort steht jetzt das Ehebett unter einer Fototapete: Strand, Palmen, Sonnenuntergang. Die Geschichte der beiden Männer ist die Geschichte Oberschlesiens. Walter, der Ältere, ist ein „Hannes“, wie es hier halb spöttisch, halb achtungsvoll heißt. Seine Familie hat die „deutsche Zeit“ noch erlebt, die Zeit, als Knurow preußisch war und begann, sich von einem verlorenen Dörfchen am Ende des Reiches in eine veritable Industriestadt zu verwandeln – nicht zuletzt dank seiner Kohlegrube, die Berginspektor Otto von Velsen, ein strenger Mann mit imponierendem Stehkragen, 1906 eröffnet hatte.

Als junger Sänger mit Berkwerksband

Walter Pisulas Vater und sein Großvater seligen Angedenkens (die gottgefällige Formel bleibt nie aus, wenn im katholischen Schlesien von Toten die Rede ist), Bergleute wie er, hatten noch deutsch gesprochen. Und er selbst kann aus Kinderzeiten immerhin noch „Vater unser“ sagen, wenn auch das anschließende „der du bist im Himmel“ nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Deutsche im nunmehr polnischen Schlesien verboten war, dem Vergessen anheimfiel. Später ist dem alten Herrn seine frühe Mehrsprachigkeit offenbar noch zugutegekommen.

Die Fotos in seinem Album zeigen ihn als jungen Sänger mit der Bergwerksband „Estrada“ in den Schlaghosen der siebziger Jahre Elvis Presley nachspielen, die Beatles und Vicky Leandros – von „Akropolis adieu“ bis „Love Me Do“. Wenn Schwiegervater Walter ein „Hannes“ ist, so ist Schwiegersohn Janusz ein „Gorol“. Auch dieses Wort wird in Oberschlesien nicht ohne Spott und Achtung verwendet. „Gorole“ nämlich sind die Zugereisten aus dem Osten, die in die schlesischen Gruben kamen, als nach dem Zweiten Weltkrieg ein Teil der deutschen Bevölkerung geflohen oder vertrieben worden war, während die, welche blieben, ihre deutschen Vaterunser schnell vergaßen.

Die „Gorole“ kamen aus allen Teilen des von deutschen Besatzern verwüsteten Polen, vor allem aus den verlorenen östlichen Provinzen, welche der sowjetische Diktator Josef Stalin nach dem Krieg abtrennte und deren polnische Bewohner damals ebenso gen Westen deportiert wurden wie die Deutschen aus den gewesenen Ostgebieten des Reiches. Januszs Großvater hatte als polnischer Soldat unter sowjetischem Kommando noch am Endkampf um Berlin teilgenommen. Die Familie musste zu Beginn der sozialistischen Zeit aus der heutigen Westukraine fort, Vater und Mutter gingen schließlich in die Gruben.

Das Land lag in Trümmern, Kohle war wertvoll wie Gold, und so kamen sie nach Schlesien. Die Bezahlung war hier schon im Sozialismus besser als anderswo. Ordentliche, wenn auch charmelose Blockwohnungen, sonst im zerstörten Polen knapp wie nahtlose Nylons, wurden zum Ärger der heimischen „Hannes“ schnell zugeteilt, und wer in den Gruben ordentlich malochte, hatte Aussicht, sich in kürzester Zeit den „Rubin“ leisten zu können, den sowjetischen Farbfernseher mit Furnierverkleidung, der vielen damals fast so fern schien wie ein Palmenstrand im Sonnenuntergang.

Durch den Bergbau zusammengeschweißt

Wenn Schwiegersohn und Schwiegervater heute am gleichen Kaffeetisch sitzen und der „Gorol“ den „Hannes“ sogar liebevoll als „Tatusiu“ anredet, dann hat das mit den Bergwerken zu tun. Unten am Flöz, in Hitze und Staub, wenn die Presslufthammer und (später dann) die Fräsmaschinen dröhnten, zählte nicht mehr, woher einer kam. Knurow wuchs, neue Schächte wurden eröffnet, der Sozialismus forcierte die Produktion – und eines Tages im Sommer 1980 verstanden die Bergleute von Knurow, dass etwas dort unten sie zusammengeschweißt hatte.

Es war die Zeit der Gewerkschaft „Solidarność“, der antikommunistischen Streiks unter Lech Walesa. In den oberschlesischen Gruben griff der Protest wie ein Lauffeuer um sich, in Knurow ging die Grube Szczyglowice in den Ausstand, und als im Jahr darauf das Militär unter der Führung des Generals Jaruzelski die Proteste niederschlug, wehrte die Grube „Wujek“ (ehemals „Oheim“) im benachbarten Kattowitz sich bis zuletzt. Neun Bergleute wurden getötet, als die Staatsgewalt den Widerstand mit Sturmgewehr und Panzer brach.

Zehn Millionen Polen sind damals der „Solidarność“ beigetreten, Intellektuelle und Arbeiter, Bauern und Studenten, und in Schlesien zählte nicht mehr, ob einer „Hannes“ war oder „Gorol“. In Knurow haben sich in jenen Tagen auch Janusz Sacha und Walter Pisula dem Widerstand angeschlossen. Die Tage der Streiks, die Tage der Einheit, als die Bergleute die Gruben besetzten und die Bauern ihre Schweine an die Tore brachten, damit den Kantinen das Fleisch nicht ausgehe, haben sich tief in ihr Gedächtnis gegraben.

Vielleicht ist es auch dieser Geist, der die Leute von Knurow – wie beinahe die gesamte polnische Gesellschaft – heute so eng zusammenschweißt, wenn es gegen die Klimapolitik Europas geht. Vom Bürgermeister bis zum letzten Hauer, alle haben sie gelernt, was es heißt, sich von unten hochzuarbeiten, und was es bedeutet, sich als Polen gegen das zu verteidigen, was „von außen“ kommt – sei es nun die totalitäre Ideologie der Sowjetunion oder das Umweltdenken Europas.

Auch der Bürgermeister hat in der Grube angefangen

Auch Adam Rams, der Bürgermeister, hat wie alle in der Grube angefangen. Bis er vor kurzem in ein Einfamilienhaus am Rand der Stadt zog, hat er wie alle mit Frau und drei Kindern in 47 Quadratmetern Platte gewohnt. Seit der Zeit, als er noch in die Grube einfuhr, hat die Stadt sich immer wehren müssen. Der Fortschritt in den Gruben, die Ablösung von Hacke und Presslufthammer durch modernes Großgerät, setzten den Arbeitsmarkt unter Druck. Die Einwohnerzahl, die dank der Kohle seit der Kaiserzeit immer nur gewachsen war, begann zu sinken, und heute beträgt sie nicht mehr 44.000 wie noch 1995, sondern nur noch 39.000.

Die Pulverfabrik ist fort, die Kokerei, die sommers wie winters die Luft mit ihrem schwefligen Duft erfüllte, ist abgerissen. Dass Polen in dieser Situation den Abschied von der Kohle auch noch beschleunigen solle, scheint dem Bürgermeister widersinnig – ein schweres Opfer und ein sinnloses dazu, wo doch die größten Klimasünder des Erdballs, China oder Amerika, ohnehin keine Anstalten machten, ihren Ausstoß an Treibhausgasen zu drosseln. Dass die Regierung in Brüssel ihr Vetorecht nutzt, um der „unannehmbaren“ Reduktionspolitik Europas einen Riegel vorzuschieben, sei deshalb nichts als logisch.

Der Bürgermeister hat nicht als Einziger in dieser Stadt die Argumente in petto, welche die Internationale der Skeptiker heute den Klimaschützern entgegenschleudert. Auch drüben in der Grube, nur fünf Minuten von der Stadtverwaltung, halten sie den kleinen Katechismus der Kohle stets parat, wenn jemand die Kühnheit besitzt, die Segnungen des „schwarzen Goldes“ (dies Wort ist in Knurow tatsächlich gängig) in Zweifel zu ziehen: vom ebenso freundlichen wie überbordend gesprächigen Kustos des Grubenmuseums, Herrn Boguslaw Szygula, einem pensionierten Bergmann, der niemals müde wird, seinen Besuchern unter aufmunternden Rippenstößen Hacken und Helme, Nachttöpfe und Nudelhölzer, Teddybären und Telefone aus den letzten drei Knurower Generationen zu erläutern, bis zum gegenwärtigen Grubendirektor Aleksander Wardas, dem Nachfolger jenes Otto von Velsen mit dem imponierenden Stehkragen.

„Klimapolitik, das sind Interessen bestimmter gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Gruppen“, sagt der Direktor etwa, jener Gruppen eben, die (wie die Deutschen) mit Windrädern und Solaranlagen ihr Geld verdienten und nicht mit der Kohle. Der Klimawandel, so es ihn gebe, habe eher „mit natürlichen Zyklen“ zu tun. Eiszeiten und wärmere Perioden habe es immer schon gegeben.

„Zu wenig davon ist genauso schlecht wie zu viel“

Dass aber Kohle wirklich so schädlich sei, wie alle heute meinten, sei keineswegs bewiesen. „Früher“, stellt der Direktor nüchtern fest, „da sagte man: Butter ist schädlich.“ Später habe es dann wieder geheißen, Butter sei geradezu lebenswichtig – und genauso sei es eben auch mit dem Kohlendioxid. „Zu wenig davon ist genauso schlecht wie zu viel. Schließlich können ohne Kohlendioxid die Pflanzen nicht wachsen.“ Jeder ist Experte hier in Oberschlesien, jeder kennt die Argumente.

Krzysztof Lesniowski, der Vorsitzende der Gewerkschaft „Solidarność“ im Bergwerk Knurow (auch er ein klassischer „Gorol“, dessen Familie aus der Westukraine ausgesiedelt wurde), weist darauf hin, dass Polen ohne seine Kohle noch mehr als jetzt schon auf das Gas des gefürchteten Nachbarn Russland angewiesen wäre, und Pfarrer Andrzej Wieczorek von der Kirche der Heiligen Kyrill und Method ruft sogar den Höchsten selbst zum Zeugen an.

Gott und Vaterland, die Kernbegriffe des polnischen Patriotismus, sind ihm vertraut. Im antikommunistischen Widerstand hat er als frisch geweihter „Solidarność“-Pfarrer mit streikenden Grubenarbeitern Messen gefeiert, und schon in den zwanziger Jahren haben seine Großeltern in den „schlesischen Aufständen“ für das neu gegründete Polen (und gegen die Deutschen) gekämpft.

In seinem Pfarrhaus, vor einer aus Steinkohle geschnitzten Figur der heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, gibt der Pfarrer seinen Arbeitern theologische Begleitung wie eh und je. Ökologie, warnt er, sei „zu einer neuen Ideologie geworden, zu einer neuen Religion“. Wo aber „die Umwelt“ vergöttert werde, wo alles sich nur noch um „die Frösche im Rospuda-Tal“ drehe statt um wahre Werte, verliere man das zentrale Anliegen der Religion aus den Augen: „den Menschen, die Krone der Schöpfung“.

Die Stadt ist die Grube, die Grube ist die Stadt

Auch Schwiegervater und Schwiegersohn, Herr Walter und Herr Janusz draußen in der Siedlung „Polnisches Heer 2“, kennen die Argumente. „Die grüne Lobby“, „das russische Gas“, „die Chinesen und die Amerikaner“. Draußen stehen die gepflegten Renaults und Toyotas der Kumpel, sogar schon ein erster BMW ist dabei. Soll das alles gewesen sein? Herr Janusz war vor einiger Zeit in Walbrzych (Waldenburg) an der tschechischen Grenze, wo der Bergbau schon lange aufgegeben hat. Er ist entsetzt zurückgekommen.

„Eine Wüste ist das, ich sage es Ihnen, die reine Wüste.“ Soll es Knurow genauso gehen? Die Stadt ist die Grube, die Grube ist die Stadt. Soll all das nicht mehr sein, nur weil angeblich irgendwo an fernen Inseln das Wasser steigt? Soll eines Tages der Wind pfeifen durch die Blocks der Siedlung „Polnisches Heer 2“?

Sollen die schönen neuen Möbel, Eiche im alten Stil, das Hirschdeckchen, der Palmenstrand im Schlafzimmer genauso in Herrn Boguslaws Bergbaumuseum verstauben wie die Nudelhölzer und Nachttöpfe all der Generationen, die es nicht mehr gibt? Walter Pisula, dessen Vater und Großvater seligen Angedenkens schon in die Grube einfuhren, ist sicher, dass die Männer von Knurow das nicht zulassen werden.

„Sie werden sich wehren“, sagt er still und gewiss, und Janusz, sein Schwiegersohn, nickt. „Sie werden streiken.“ Dann zeigt er wieder sein Album vor, die alten Fotos von „Estrada“, der Band, in der er damals sang. „Love Me Tender“ haben sie damals gespielt und dann eben auch „A Hard Day’s Night“ von den Beatles in polnischer Übersetzung. „When I’m home“, heißt es da, „everything seems to be right.“