Mensch & Gene

Armut beeinträchtigt das Gehirn von Kindern

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Wachsen Kinder in Armut auf, beeinträchtigt das die Gehirnentwicklung messbar. Wissenschaftler stellten jetzt fest, dass eine gute Bindung zwischen Eltern und Kindern diesen Effekt abschwächen könnte.

Wachsen Kinder in Armut auf, beeinträchtigt das ihre Gehirnentwicklung messbar. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Washington University School of Medicine in St. Louis im Fachmagazin „Jama Pediatrics“ (doi: 10.1001/jamapediatrics.2013.3139). Dabei wurden magnetresonanztomographische Aufnahmen des Gehirns von 145 Sechs- bis Zwölfjährigen angefertigt. Kindern aus armen Familien wiesen weniger graue und weiße Substanz auf- zudem waren Hippocampus und Amygdala kleiner.

Angst und Stress als Ursache

Die Forscher führen die Veränderungen auf Angst- und Stresserfahrungen infolge der Armut zurück. Sie schätzten zudem die Qualität der elterlichen Fürsorge und Feinfühligkeit ein, indem sie die Eltern ein Formular ausfüllen ließen und dem Kind ein Geschenk gaben, das erst geöffnet werden durfte, wenn die Eltern fertig waren. Dabei wurde bewertet, wie die Eltern ihr ungeduldiges Kind beruhigten.

Arme Eltern waren gestresster und weniger in der Lage, ihr Kind zu unterstützen. Diese negative Interaktion korreliere ebenfalls mit dem Grad der Abweichungen im Gehirn, schreiben die Forscher. Maßnahmen, um die Eltern-Kind-Bindung früh zu fördern, müssten deshalb ein vorrangiges Ziel im Gesundheitswesen sein.