Aktien

K+S und Merck überzeugen

• Bookmarks: 25


Neue Rekordhochs an der Wall Street haben dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag Auftrieb gegeben. Zugleich setzt sich die Berichtssaison fort und lieferte Gründe für Frust, aber insbesondere auch für Freude.

Deutschlands Leitindex gewinnt 0,9 Prozent auf 9133 Punkte hinzu, während der breite F.A.Z.-Index ein Plus von 0,89 Prozent auf 1924,23 Punkte verbucht. Die guten Vorgaben aus den USA beflügelten zunächst die Börsen in Asien und sorgen nun auch europaweit für Kursgewinne.

Aussagen derdesignierten Fed-Notenbankchefin Janet Yellen hätten die Risikofreude der Anleger wieder verstärkt, sagte Dirk Gojny von der National-Bank. Die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten sind nach Einschätzung der Fed-Vizechefin weiter deutlich unter ihrem Potenzial. Das ging aus einem von der US-Notenbank am Mittwoch veröffentlichten Redemanuskriptmanuskript hervor.

Die Aussicht auf eine lang anhaltende lockere Geldpolitik Amerikas hat den Euro gestützt. Der Euro stieg in der Nacht kurzzeitig auf 1,3497 Dollar, den höchsten Stand seit einer Woche. Am Morgen notierte er mit 1,3466 Dollar leicht unter dem New Yorker Schlusskurs vom Vortag. „Yellen scheint sehr vorsichtig zu sein, was eine Rückführung der milliardenschweren Anleihenkäufe der Fed betrifft“, sagte Teppei Ino von der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ in Singapur. Allerdings habe sie sich in ihrer Rede sehr allgemein ausgedrückt, so dass Anleger nun auf weitere Details hofften, wenn sie vor den Senatsausschuss trete.

K+S gesucht

Unter den Dax-Werten galt die Aufmerksamkeit den Geschäftsberichten von K+S, Merck und RWE. Mit einem Kurssprung von 3,33 Prozent erobern die Anteilsscheine des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S die Index-Spitze.

Laut einem Händler lag dies vor allem an dem angekündigten Sparprogramm, das deutlicher als erwartet ausgefallen sei. In den kommenden drei Jahren sollen die Kosten um insgesamt 500 Millionen Euro gesenkt werden. Die Zahlen seien zudem zum Teil ebenfalls etwas besser ausgefallen und K+S habe nun einen konkreten Ausblick für das laufende Jahr gegeben.

Erfolge beim Konzernumbau und die Nachfrage aus den Schwellenländern sorgten im abgelaufenen Jahresviertel beim Pharma- und Chemiekonzern Merck für Rückenwind. Vorstandschef Karl-Ludwig Kley hob daher die Jahresprognose für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) an, was der Aktie ein Plus von rund einem Prozent beschert. Das Haar in der Suppe sei allerdings der Umsatz des Multiple-Sklerose-Medikaments Rebif, der den allgemein guten Zahlen einen Dämpfer versetze, hieß es seitens eines Börsianers.

RWE-Ausblick enttäuscht

Die Papiere des Versorgers RWE hingegen brechen nach Zahlen um rund fünf Prozent ein. Am Markt wurde insbesondere auf den schwächer als erwarteten Ausblick auf 2014 verwiesen.

Angesichts stark schrumpfender Gewinne baut der Konzern daher nun wohl weiter erheblich Personal ab. Bis 2016 sollen nochmals 6.750 Stellen wegfallen oder durch Verkauf abgegeben werden, davon allein 4.750 in Deutschland, wie aus Konzernkreisen anlässlich der Quartalsbilanz verlautete.

Im M-Dax büßen die Aktien des Versicherers Talanx als schwächster Wert 0,61 Prozent ein und litten vor allem unter einem enttäuschenden Nettogewinn von 121 Millionen Euro. Die Salzgitter-Papiere gehören mit einem moderaten Plus von 0,32 Prozent ebenfalls zu den weniger gefragten Aktien. Laut einem Händler waren die Zahlen des Stahlhändlers etwas schwächer als vom Markt erwartet gefallen.

Nordex sprangen im Tec-Dax nach ihren jüngsten, kräftigen Kursverlusten nun wieder um 8,41 Prozent hoch. Der Hamburger Windkraftanlagenbauer sieht sich auf gutem Weg zum Jahresziel 2013 und hob seine Schätzung für den Auftragseingang.