
Nicht nur für die amerikanische Regierung ist es ein „Meilenstein“: Die heimische Ölproduktion befand sich vergangenen Monat auf dem höchsten Stand seit 24 Jahren, teilte das Weiße Haus mit.
Zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten haben die Vereinigten Staaten wieder mehr Erdöl gefördert als aus anderen Ländern eingeführt wurde. Die heimische Ölproduktion befand sich vergangenen Monat auf dem höchsten Stand seit 24 Jahren, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, am Mittwoch. Die Ölimporte seien dagegen auf dem tiefsten Stand seit 17 Jahren. Diesen „Meilenstein“ verdanke die Industrie auch den Richtlinien der amerikanische Regierung, sagte Carney. Den Boom bei Öl und Gas ermöglichen neue Energie-Fördermethoden wie das nicht unumstrittene Fracking.
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) werden die Vereinigten Staaten bereits 2015 – und damit ein Jahr früher als zunächst erwartet – die Rolle des global führenden Erdölproduzenten übernehmen. In den nächsten 15 bis 20 Jahren könnten sich die Vereinigten Staaten von Importen ganz unabhängig machen. Damit dürfte auch die bisherige Abhängigkeit Amerikas von den Energielieferungen aus den arabischen Golfstaaten Vergangenheit sein. Die IEA hatte ihren neuen Welt-Energie-Bericht am Dienstag in London vorgestellt.
In Deutschland haben sich Union und SPD bei den Koalitionsverhandlungen darauf verständigt, die Förderung mittels Fracking so lange zu untersagen, bis klar ist, ob die Methode das Grundwasser gefährdet. Die Umweltschutzorganisation BUND fordert ein generelles Verbot wegen Gefahren für das Grund- und Trinkwasser. Das Potenzial an per Fracking förderbarem Gas in Deutschland reiche ohnehin nur für rund 13 Jahre, äußerte BUND-Expertin Claudia Baitinger im Sommer. Das rechtfertige die nötigen hohen Investitionen nicht. Befürworter der Fracking-Methode halten die geäußerten Vorbehalte für übertrieben.
