Ausland

Französischer Priester in Kamerun verschleppt

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Ein französischer Priester in Kamerun ist entführt worden. Der Geistliche wurde im Norden des Landes nahe der Grenze zu Nigeria verschleppt. In dem Gebiet ist die Terrorgruppe Boko Haram aktiv.

Im Norden Kameruns ist am Donnerstag ein französischer Priester von Unbekannten verschleppt worden. Die Entführung trug sich nur 30 Kilometer von der nigerianischen Grenze entfernt in einer Region zu, die als Einflussgebiet der radikal-islamischen nigerianischen Sekte Boko Haram gilt.

In der Region war zuletzt im Februar dieses Jahres eine siebenköpfige französische Familie nach dem Besuch eines Naturparks von Boko Haram entführt und im April mutmaßlich gegen ein hohes Lösegeld wieder freigelassen worden. Das französische Außenministerium warnt seither vor Reisen in das Grenzgebiet. Der katholische Priester, dessen Name mit Georges Vandenbeusch angegeben wurde, leitet seit vielen Jahren die Pfarrei von Koza im Norden Kameruns. Er habe diese trotz der damit verbundenen Risiken nicht aufgeben wollen, hieß es in Paris.

Die amerikanische Regierung hat Boko Haram und deren Ableger Ansaru („Stoßtrupp der Beschützer der Muslime in Schwarzafrika“) zu Beginn dieser Woche auf die Liste der „terroristischen Vereinigungen im Ausland“ gesetzt. Der Schritt solle helfen, die nigerianische Regierung bei ihrem Kampf gegen die Radikalen zu unterstützen, sagte eine Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums. Boko Haram wird für mehr als tausend Morde in den vergangenen vier Jahren im Norden Nigerias verantwortlich gemacht.

Bis vor kurzem galt die Gruppe allerdings als ein internes nigerianisches Problem ohne erkennbare Bestrebungen, ihren Terror über die Landesgrenzen zu tragen. Seit der Entführung der französischen Familie in Kamerun aber wird Boko Haram als Gefahr für die ganze Region betrachtet. Ansaru wiederum soll nach Erkenntnissen nigrischer Dienste Kontakte zu Al Qaida im islamischen Maghreb (Aqim) in Mali geknüpft haben.