Gesellschaft

„Ich lese keine Blogs, ich liebe das Leben“

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Die französische Sängerin Zaz stammt aus Tours und wirbelte früher als Straßenmusikerin in Paris herum. Ihre Musik ist fröhlich und melancholisch zugleich. Im Gespräch ist sie erfrischend. Unsere Fragen findet sie lustig.

Vor drei Jahren sang die 1981 geborene Zaz sich mit ihrem ersten Album in die deutschen Charts. Im Mai kam ihr zweites Album, „Recto verso“, heraus. Bis Weihnachten ist die Sängerin, die bürgerlich Isabelle Geoffroy heißt, wieder auf Tournee, vor allem in Frankreich, aber auch in Moskau und Wien.

Was essen Sie zum Frühstück?
Kaffee, Eier oder so kleine Würstchen. Meistens mache ich vorher Sport. Heute bin ich durch den Park gelaufen.

Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?
Ich mag unbekannte Designer. Oft sehe ich etwas im Schaufenster, gehe hinein und kaufe es. Ich passe aber immer mehr auf, woher die Kleidung kommt. Wenn wir einkaufen, können wir etwas bewegen. Auch Lebensmitteln kaufe ich deshalb in Bioläden ein.

Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?
Am Anfang ist es ganz toll: Ich suche herum, schaue nach Details und gucke mir liebend gern viele verschiedene Sachen an. Aber nach einer Stunde ist es genug.

Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?
Ein Paar braune Lederschuhe. Die passen zu allem und sind bequem. Aber ich kann die gar nicht mehr anziehen, weil sich die Sohle auflöst. Jetzt habe ich endlich einen Schuhmacher gefunden, der sie wieder richten will.

Was war Ihre größte Modesünde?
Fällt mir keine ein. Vielleicht mein Pony, als er mal zu kurz geschnitten war.

Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?
Klar. Selbst draußen trage ich sie manchmal. Ich kann mich auch in einer Jogginghose hübsch fühlen.

Haben Sie Stil-Vorbilder?
Nein. An der einen gefällt mir das, an der anderen jenes.

Haben Sie jemals ein Kleidungs- oder Möbelstück selbst gemacht?
Aus einer Decke habe ich ein Kleid gemacht und andere Stoffe dran genäht. Ich könnte es sogar mal auf der Bühne tragen. Das Kleid hatte ich für ein Schamanenritual an. Hatte aber nichts mit Drogen zu tun!

Besitzen Sie ein komplettes Service?
Nein.

Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?
Hähnchen mit Kokossoße. Ich kann gut kochen. Ich koche mit viel Liebe!

Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?
Ich lese französische Zeitschriften, viele Reportagen, auch lustige Geschichten. Es interessiert mich, was los ist.

Welche Websites und Blogs lesen Sie?
Ich lese so was gar nicht und versuche mich dem zu entziehen. Ich liebe das wahre Leben! Ich habe auch keinen Fernseher. Klar, ich bin auch im Internet unterwegs, aber eher für Musikvideos.

Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?
Als Jugendliche habe ich viele Briefe geschrieben, an Freunde aus dem Feriencamp oder meine Schwester. Im vergangenen Jahr immerhin eine Postkarte aus dem Urlaub in Irland. Ich schreibe viel für mich in Heften auf.

Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt?
„De la liberté“ von Jiddu Krishnamurti, „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ von Christiane F. und „Parole de terre“ von Pierre Rabhi. Er ist ein Philosoph, Schriftsteller und Humanist, der sich für andere einsetzt. Rabhi gründete „Colibris“, eine Bewegung für die Erde und den Humanismus, die sich um ein anderes Gesellschaftsmodell bemühen. Sie warten nicht darauf, dass es von oben passiert. Alles, was ich mit T-Shirts und andere Merchandising-Produkten einnehme, fließt in den Verein.

Ihre Lieblingsvornamen?
Lona.

Ihr Lieblingsfilm?
„Die Liebenden des Polarkreises“. Ich mag alles daran: die Bilder, die Figuren, die Schauspieler, die Geschichte, die Musik.

Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?
Ah, ich habe gar keinen Führerschein. Aber ich liebe es, wenn ich gefahren werde und die Landschaft an mir vorüberzieht.

Tragen Sie eine Uhr?
Ich hasse Armbanduhren. Das Material gefällt mir nicht. Und meine Uhren blieben immer stehen. Das nervt.

Tragen Sie Schmuck?
Ich liebe Steine. An meiner Halskette hängt eine Patronenhülse. Das symbolisiert Kampfgeist.

Haben Sie einen Lieblingsduft?
Nein.

Was ist Ihr größtes Talent?
Ich habe eine sehr gute Intuition.

Was ist Ihre größte Schwäche?
Ich fordere manchmal zu viel von mir selbst. Ich möchte viel geben, wie auf Konzerten. Nachher denke ich, dass es nicht genug war. Und dann bin ich sauer auf mich selbst.

Wie kann man Ihnen eine Freude machen?
Mit Liebe.

Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?
Alles Mögliche. Wenn es kein gutes Thema gibt, albere ich gerne herum und ärgere andere.

Sind Sie abergläubisch?
Ich glaube an alles, was gut tut. Wenn ich fühle, dass mir etwas nicht gut tut, glaube ich auch nicht mehr daran.

Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?
Irland war atemberaubend. Und ich bin in die Pyrenäen verliebt. Überhaupt die Berge. Die Natur zieht mich an.

Wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?
Irgendwo in den Bergen, mit vielen Freunden und den Kindern der Freunde, einfach ein Haus mieten.

Was trinken Sie zum Abendessen?
Während des Essens gar nichts, erst danach. Früher Rotwein, aber während der Tour trinke ich nicht, denn zum Wein würde ich auch rauchen. Daher lasse ich es ganz.