
Die amerikanische Regierung hat den Zusammenschluss zur weltgrößten Fluggesellschaft unter Auflagen gebilligt. Beide Fluggesellschaften geben Start- und Landerechte an großen Flughäfen an Billigflieger ab.
Die Fusion von American Airlines und US Airways zur größten Fluggesellschaft der Welt kann nun doch stattfinden: Die American-Muttergesellschaft AMR und US Airways kündigten am Dienstag einen Vergleich mit dem amerikanischen Justizministerium an, der eine im August eingereichte Kartellklage beilegt. Die Behörde hatte damals Einspruch gegen das Fusionsvorhaben erhoben, weil es nach ihrer Auffassung den Wettbewerb in der amerikanischen Flugindustrie verringern und zu höheren Flugpreisen sowie schlechterem Service für die Verbraucher führen würde. Nach der nun erzielten Einigung wollen die Fluggesellschaften ihren Zusammenschluss noch im Dezember vollziehen. Die kombinierte Fluglinie soll den Namen „American Airlines“ tragen.
AMR und US Airways mussten sich die Zustimmung des Justizministeriums mit erheblichen Zugeständnissen erkaufen. Sie haben sich bereit erklärt, Dutzende von Start- und Landerechten an verschiedenen amerikanischen Flughäfen an Billigfluggesellschaften abzugeben. Dies wird zum Beispiel dazu führen, dass die kombinierte Fluglinie künftig 44 tägliche Starts weniger vom Washingtoner Reagan-Flughafen absolviert als dies American Airlines und US Airways bisher zusammen tun. Auch am New Yorker Flughafen La Guardia sind umfangreiche Einschnitte vorgesehen. Trotz dieser Zugeständnisse erhoffen sich die beiden Fluglinien durch die Fusion weiterhin jährliche Synergien von einer Milliarde Dollar.
Gemessen an der Zahl der Passagiere wird die neue American Airlines zur größten Fluglinie der Welt aufsteigen und den bisherigen Marktführer United Continental ablösen. United Continental ist selbst 2010 aus einer Fusion von United Airlines und Continental Airlines entstanden und überholte den Wettbewerber Delta Air Lines, der seinerseits zuvor durch die Übernahme von Northwest Airlines auf den Spitzenplatz gerückt war. Mit der Fusion will AMR sein seit fast zwei Jahren dauerndes Insolvenzverfahren beenden.
