
Raffiniertes Product Placement, silberne Babyfüße und dilettantische Kunst: Die Promis haben sich diese Woche wieder allerhand einfallen lassen, um nicht in Vergessenheit zu geraten.
Als seltenen, doch willkommenen Gast dürfen wir in unserer Kolumne das Bundesverteidigungsministerium begrüßen. Es hat getan, was seine Aufgabe ist, es hat jemanden verteidigt, und zwar Birgit Schrowange. Die RTL-Moderatorin hatte in ihrer Sendung „Extra“, wie Bild groß berichtet, „Modeschmuck in Form eines Eisernen Kreuzes“ getragen: „Ein Kriegsorden!“
Worauf sich das Verteidigungsministerium sogleich für sie in die Brosche, äh, Bresche warf: Beim Kreuz handele es sich um ein „jederzeit untadeliges Hoheitsabzeichen, Logo und Markenbranding“. Womöglich haben wir es dann ja auch mit einem besonders raffinierten Fall von Product Placement zu tun, auch wenn Schrowange sagt, dass sie „den kleinen Anhänger mit Kreuz neben all dem anderen Gebimmel an der Kette überhaupt nicht gesehen“ habe.
Sie trug das Seepferdchen-Schwimmabzeichen unverdient
Als Orden freilich wird das Eiserne Kreuz nicht mehr verwendet – und hierin ist unserer Meinung nach der eigentliche Skandal zu sehen: Ist Schrowange, die nachweislich weder Veteranin ist noch überhaupt gedient hat, nicht gänzlich unbefugt, sich mit dem Kreuz zu schmücken?
Wir haben uns natürlich gleich sämtliche „Extra“-Ausgaben seit 1994 angeschaut und herausgefunden, dass der Schmuck mit fremden Federn Methode hat: So trug Schrowange im Laufe der Jahre bei ihren Moderationen den Pour le Mérite, das Bundesverdienstkreuz, das Düppeler Sturmkreuz, den Fürstlich Hohenzollernschen Hausorden, die Clara-Zetkin-Medaille, den Kitzinger Schlappmaulorden, das Seepferdchen-Schwimmabzeichen und vieles mehr, ohne sich nur eines davon redlich verdient zu haben.
Gänzlich nackt hingegen steht Cristiano Ronaldo da, jedenfalls auf dem Platz. „Der eitle Stürmer lässt jede Woche den Body enthaaren – auch seinen Po!“, weiß Bild. „Ronaldo: ,Es kommt auf Kleinigkeiten an, um noch schneller zu werden. Da ist jedes Haar, auch am Hintern, störend.‘“ Viel störender finden wir ja das Gelgewuschel, das er auf dem Kopf trägt, aber das darf seltsamerweise bleiben.
Wie und wo Rafael van der Vaart rasiert ist, wissen wir nicht, aber sehr schnell ist bekanntlich auch er, der sich mit seiner neuen Herzensdame Sabia auf ein Kind freut. Und auch mit Sylvie scheint alles wieder gut zu sein: „Es gibt für alles Nadel und Faden“, sagt Sabia dem Neuen Blatt. „Wenn Sylvie mir die Hand reicht, dann nehme ich sie natürlich.“ Hoffentlich nicht, um sie dann mit der Nadel zu stechen.
„Wirkt auf mich dilettantisch“
Die Hände gereicht hat auch Pippa Middleton ihrer Schwester Kate und deren Mann William, und zwar die Händchen (und Füßchen) ihres Söhnchens George – „versilberte Fuß- und Handabgüsse in Originalgröße“, wie Frau im Spiegel reportiert. Ein kitschiges, ja gruseliges Geschenk, das überdies noch richtig teuer ist: 8.200 Euro hat der Spaß gekostet. Toppen können hätte Pippa das nur mit einem Gemälde von Christine Neubauer, die seit kurzem malt, zum Beispiel eine verkrampft im Sessel kauernde Nackte mit Silberblick. Dieses Bild hat Bunte durch einen Galeristen begutachten lassen, sein gnadenloses Urteil: „Wirkt auf mich dilettantisch.“
So wird Frau Neubauer wohl weiterhin vom Schauspiel leben müssen, was gar nicht so leicht scheint. Zahlreiche Kollegen, berichtet Bunte, nagen am Hungertuch. „Heute verdient selbst eine Filmkuh besser als manch menschlicher Sidekick“, klagt Schauspieler Heinrich Schafmeister. „Die Kuh kriegt 450 Euro pro Drehtag, ein ausgebildeter Schauspieler oft nicht mehr als 350.“ Das könnte manchen Darstellern oder Darstellerinnen immerhin Ansporn sein, noch einmal umzusatteln und eine Zweitkarriere als Filmkuh zu wagen.
„Let’s Dance“ nur mit der „Homo-Klausel“
Läuft auch das schief, droht eine nicht eben verheißungsvolle Drittkarriere als Rinderbraten. Da kennt sich die Luxemburger Fernsehköchin Lea Linster aus, wenn auch noch nicht so gut in der deutschen Sprache: „Ich habe damals bei BSE auch gesagt, es ist gut, wenn man ein Verhältnis mit dem Metzger hat“, erzählt sie In. „Bis man mir sagte, es heißt ,zum‘.“
Ein echtes Vertrauensverhältnis hat Linster auch zum Huhn: „Ich lasse das Essen einfach werden. Wenn ich zum Beispiel ein Huhn habe, entscheidet das Huhn, was aus ihm wird.“ Das ist viel Verantwortung für so ein kleines, meist schon kopfloses Ding, aber wir haben es in unserer Küche mal ausprobiert und unser Suppenhuhn entscheiden lassen, was aus ihm wird. Nach einer Woche hatte es sich entschieden: Es war schlecht geworden.
Eine neue Karriere hingegen startet auch Lilly Becker: Sie tritt laut Bild bei der RTL-Show „Let’s Dance“ an. Wegen ihres eifersüchtigen Boris freilich nur mit einer „Homo-Klausel“: „Um sich komplett auf den Wettbewerb zu konzentrieren und mögliche Flirt-Gerüchte direkt im Keim zu ersticken, werde Lilly ,NUR‘ mit einem schwulen Partner an den Start gehen.“
Ein schwuler Tänzer sollte, vermuten wir, nicht allzu schwer zu finden sein- ob Boris das aber reichen wird? Um wirklich ganz sicherzugehen, sollte Lillys Partner außerdem schwerhörig, sehschwach und weit über neunzig sein. Er darf in der Show dann auch gern sein Eisernes Kreuz tragen.
