
Afghanistans Präsident Karzai hat den amerikanischen Drohnenangriff auf den pakistanischen Taliban-Führer Mehsud scharf kritisiert. Er sei „zum falschen Zeitpunkt“ erfolgt und behindere die Friedensgespräche.
Afghanistans Präsident Hamid Karzai hat den Vereinigten Staaten vorgeworfen, den pakistanischen Taliban-Führer Hakimullah Mehsud zur falschen Zeit getötet zu haben. „Der Drohnenangriff hat zum falschen Zeitpunkt stattgefunden“, äußerte Karzai am Sonntagabend nach einem Treffen mit einer Kongressdelegation aus Amerika in Kabul. Er hoffe, der von Pakistan angestrebte Friedensprozess mit den radikalislamischen Taliban werde durch die Tötung Mehsuds nicht zurückgeworfen, hieß es in seiner Erklärung.
Eine amerikanische Drohne hatte am Freitag mindestens zwei Raketen auf Mehsuds Wagen in der pakistanischen Stammesregion Nord-Waziristan abgefeuert. Mit ihm wurden vier seiner Mitarbeiter getötet. Vor Karzai hatte bereits die pakistanische Regierung gegen den Angriff protestiert. Innenminister Chaudhry Nisar warf Washington vor, die Friedensbemühungen zu „ruinieren“.
Nach Angaben aus Islamabad war bis zu dem Angriff geplant, dass am Samstag hohe Geistliche nach Nord-Waziristan aufbrechen, um den pakistanischen Taliban ein formelles Angebot zu Friedensgesprächen zu unterbreiten.
Die Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) agieren weitgehend unabhängig von den Taliban in Afghanistan. Karzai bemüht sich wie die Regierung im Nachbarland um eine Aussöhnung mit den Extremisten in seinem Land. Bislang ohne Erfolg: die afghanischen Taliban werfen ihm vor, eine Marionette der Vereinigten Staaten zu sein.
