
Die Musik kommt aus dem Internet, sie wird häufig direkt vom Smartphone abgespielt. Und wie verteilt man die Lieder zu Hause für alle? Zum Beispiel mit dem Soundtouch-System von Bose.
Die Musik kommt aus dem Internet, und immer häufiger spielt sie direkt vom Smartphone. Die neuen Streaming-Dienste aus dem Netz und in der Cloud ersetzen vor allem in der jungen Generation „alte“ Tonträger wie die CD. Nur stellt sich natürlich gleich die Frage, wie man jenseits von iPhone und Ohrenstöpsel die eigenen vier Wände beschallt. Wer eine universelle Lösung insbesondere zum Einsatz in mehreren Räumen sucht, wird unweigerlich bei W-Lan-Systemen landen, die auf der Idee basieren, dass Musik aus allen nur denkbaren Quellen mit dem ohnehin im Haushalt vorhandenen Drahtlosnetz transportiert wird.
Smartphones oder Tablet PC übernehmen mit passenden Apps die Steuerung. Die Musik kann direkt aus dem Internet kommen, im iTunes-Archiv am PC gespeichert sein oder auf einer Netzwerkfestplatte liegen. HiFi-Kabel werden überflüssig. Der prominenteste Vertreter dieser Idee ist das Sonos-System, das wir hier in Technik und Motor schon des Öfteren vorgestellt haben, die neueste Komponente siehe links.
Nun will auch Bose auf den Pfaden der W-Lan-Musikübertragung wandeln und präsentiert sein Soundtouch-System, das sich eng an Sonos anlehnt, aber manches neue Detail bietet – und vor allem der künftige Standard für alle nur denkbaren Bose-Musikspieler sein soll, vom Küchenradio bis hin zur Outdoor-Anlage für die Terrasse. Neu sind also die Soundtouch-Software und die ersten drei Geräte.
Portable auf Knopfdruck angebunden
Wir haben Soundtouch während einer Vorführung kurz ausprobieren können. Das System wird an einem PC in Betrieb genommen, und man kann unterschiedliche Nutzerkonten (etwa für Eltern und Kinder) einrichten. Die drei neuen Mono-Musikboxen Soundtouch 20, 30 und Portable sollen quasi auf Knopfdruck angebunden werden, und natürlich gibt es neben der Windows- und Mac-Software auch gleich die zugehörigen Apps für Apples Kleingeräte und Android. Die beiden größeren Boxen 20 und 30 lassen sich zudem auch mit einem Ethernet-Kabel anbinden, mit der 30er (für 700 Euro) kann man selbst größte Wohnzimmer beschallen, die beiden kleineren Modelle (für 400 Euro) sind für „normale“ Räume ausreichend.
Mit der App lassen sich alle Boxen einzeln ansteuern, und hier kann man flink die unterschiedlichen Quellen hinzufügen und arrangieren. Noch gibt es keine Möglichkeit, einzelne Lautsprecher in Gruppen zusammenzufügen, aber die Software soll zügig weiterentwickelt werden. Bei den Musikquellen fiel uns gleich auf, dass Spotify fehlt. Aber hier wird nachgebessert, die Zusammenarbeit mit dem Marktführer ist bereits angekündigt.
Dass Spotify noch nicht dabei ist, hat einen Grund: Es ist die Favoriten-Funktion von Soundtouch, die auch von Spotify unterstützt werden soll und noch anzupassen ist. Man kann mit ihr bis zu sechs Favoriten definieren, das sind beispielsweise die Lieblings-Wiedergabelisten, ein Album oder eine Internetradiostation. Die Einrichtung der Favoriten ist kinderleicht, auch auf dem Smartphone oder Tablet PC. Da sich auf jedem Soundtouch-Gerät sechs Funktionstasten befinden, lässt sich mit nur einem einzigen Tastendruck sofort das gespeicherte Programm abrufen.
Ein weiteres Extra ist die Unterstützung von Apples Airplay-Technik, die eine Musikwiedergabe direkt vom iPhone oder iPad erlaubt. Im Unterschied zum Sonos-System benötigt Soundtouch keine „Bridge“, die bei Sonos ein separates W-Lan nur für die Musikübertragung aufbaut. Die aktuellen W-Lan seien robust genug, meint Bose. Wie das alles in der Praxis funktioniert und wie sich das Soundtouch-System anhört, werden wir demnächst ausprobieren.
