
In der Klimapolitik geht es kaum voran, in Grönland schon – das Schmelzen der Eisschilde. 2010 war es besonders viel, die Erdkruste hob sich um zwei Zentimeter.
+++ 9. Dezember. Die Erdkruste an Grönlands Küsten hat sich unter der nachlassenden Last schmelzender Eisschilde im vergangenen Jahr noch schneller als zuvor gehoben: Stellenweise um zwei Zentimeter in nur fünf Monaten – ein Viertel mehr als die Jahre davor. Das berichtete Michael Bevis von der Ohio State University auf dem Treffen der American Geophysical Union in San Francisco. Die millimetergenaue Auswertung der 50 GPS-Messstationen entlang der grönländischen Küste, die zum „Greenland GPS Network“ (GNET) gehören, habe ergeben, dass allein im Süden der Arktisinsel während der sommerlichen Schmelzsaision 2010 rund 100 Milliarden Tonnen Gletschereis verloren gegangen sein müssten.
Den Zwischenruf eines Nasa-Wissenschaftlers während der Präsentation haben die meisten Konferenzteilnehmer überhört. Er hat den Namen „Kepler-22b“ gerufen. Dabei handelt es sich um den mutmaßlich “erdähnlichen“ Wasserplaneten mit den mediterranen Lebensverhältnissen in 587 Lichtjahren Entfernung, den die Nasa 2010 entdeckt und vor wenigen Tagen als ersten Exoplaneten mit „habitable“ eingestuft hat – und den widerum adventlich gestimmte Medien eiligst zum “Weihnachtsplaneten“ getauft haben.
Das Eis aus Grönland werde dort dringend gebraucht, sagte der Zwischenrufer. Im vertraulichen Gespräch gab er anschließend Hintergründe der Eislieferung bekannt: Die klamme Nasa habe gegen Leasinggebühren von hundert Milliarden Dollar pro Lichtjahr ein chinesisches Raumschiff gechartert, das die Eismassen auf den fernen Planeten transportieren und diesen bis zur Ankunft der Menschheit auf angenehme Raumtemperatur bringen soll. Vierzig Grad wie derzeit auf Kepler-22b sei einem Bewohner Washingtons nicht zuzumuten. +++
