Audio & Video

Tu deinem Kopfhörer etwas Gutes

• Bookmarks: 39


Einen guten Kopfhörer gekauft? Die Musik liegt auf der Festplatte? Dann gönnen Sie sich noch einen Verstärker mit Digital-Analog-Wandler. Die liegen zu Recht im Trend.

Es ist ja schon gut: Anspruchsvolle Kopfhörer, die man direkt an Smartphone, Tablet, Notebook oder Computer steckt, liefern meist Klang auf ordentlichem Niveau. Doch schon hochohmige Kopfhörer sind an solchen Geräten meist zu leise. Auch haben die Abspielgeräte Digital-Analog-Wandler eingebaut, die das Potential der gespeicherten Musik nicht ausreizen. Weil das Angebot und der Verkauf von teuren Kopfhörern derzeit signifikant zunimmt, boomt auch der Bereich der Kopfhörerverstärker mit Digital-Analog-Wandler (DAC). An einem DAC kommen Freunde der digitalen Musik sowieso nicht vorbei. Sie schaffen die Verbindung mit der analogen Welt der Membran, welche die Töne immer noch analog erzeugt.

Kopfhörerverstärker mit Digital-Analog-Wandler haben mehrere Vorteile: Modelle jenseits von 32 Ohm Impedanz bekommen genügend Verstärkung, damit sie hinreichend laut an beliebigen Abspielgeräten gehört werden können. Anspruchsvolle Kopfhörer entfalten erst mit entsprechender Unterstützung ihr Potential. Und der integrierte DAC übernimmt die Audiodaten des Smartphones oder Computers via USB-Schnittstelle und wandelt sie selbst in analoge um.

Man spricht dann von asynchroner Übertragung, weil der Wandler den Takt übernimmt und nicht mehr der Chip des Quellgeräts. Das soll das sogenannte „Jitter“ verhindern. Dieser Effekt entsteht durch unexakte Messungen der Daten auf dem Computer und der daraus folgenden verfälschten Darstellung der originalen Audiodaten. Wie hörbar dieser Effekt ist, liegt an vielen Faktoren, er ist auf jeden Fall messbar. Ein externer DAC kann meist noch etwas anderes: hochauflösende Audioformate wie etwa Flac-Files in einer Qualität von bis 24 Bit bei 192 Kilohertz abspielen.

HRT Streamer und Dragonfly

Der kleinste gemeinsame Nenner in dieser Gattung sind die Geräte HRT Streamer und Dragonfly. Die „Libelle“ hat die Maße eines kleinen USB-Sticks, der HRT Streamer ist etwa so groß wie eine Streichholzschachtel. Aufgrund ihrer Kompaktheit eignen sie sich bestens für den Einsatz am Notebook. Sie werden an die USB-Schnittstelle angeschlossen, die Signale über einen kleinen Klinkenstecker (3,5 Millimeter) ausgegeben.

High Resolution Technologies hat seinem Streamer sogar noch einen zweiten Ausgang spendiert, an dem etwa Aktivboxen angeschlossen werden können. Installiert man die Geräte am Rechner, erkennen Betriebssysteme die Kopfhörerverstärker automatisch. Die Geräte werden als Soundkarte angezeigt, die man jeweils als Ausgabemedium auswählt, sodass alle Audiosignale über sie ausgegeben werden.

Klanglich verhalten sich diese beiden Produkte im Vergleich zu den folgenden am unauffälligsten und neutralsten. Der HRT Streamer hat leichte Tendenzen, die Mitten etwas mehr zu betonen. Allein diese beiden Kistchen schaffen es, Kopfhörer der Oberklasse wie den LCD 2, HD 800 oder T1 anzutreiben.

Fostex HP-P1

Obwohl Dragonfly und HRT Streamer ob ihrer Größe suggerieren, ausschließlich für den mobilen Einsatz geschaffen zu sein, lassen sie sich nicht mit Smartphones verbinden. Dafür muss man zu einer anderen Art von Kopfhörerverstärker greifen. Ein Beispiel ist der Fostex HP-P1. Produkte aus diesem Bereich sind meist so groß wie ein Smartphone, für dieses auch vorgesehen und werden als Einheit kompakt „zusammengeschnürt“. Das kann mit Textilgummibändern geschehen oder einer passenden Tasche, die dem Fostex beiliegt. Man stöpselt also das Aufladekabel des iPhone, iPod oder iPad in den Fostex und den Kopfhörer in die Ausgangsbuchse. Der Akku des HP-P1 lässt dem Hörer nun zirka sechs bis sieben Stunden die Freiheit, im Zug, am Strand oder zu Fuß seine Musik auf hohem Niveau zu hören.

Es gibt zwei Klangfilter. Der erste gefällt im Vergleich zum zweiten weniger. Er ist recht analytisch und verliert die Spitzen zuweilen. In Filter 2 klingt der Sound differenziert und dennoch kompakt, bei Rock&amp-Pop-Liedern treten die Bassläufe schön hervor. Die Zuschaltung von Filtern ist sicherlich interessant für all jene, die den unterschiedlichen Klang ihres Kopfhörers auf Knopfdruck verändern wollen.

Fiio E17 und E09

Ebenfalls von einem asiatischen Unternehmen, in diesem Fall aus China, stammt ein weiterer portabler Kopfhörerverstärker. Der Fiio E17 Alpen entspricht in der Funktionsweise im Wesentlichen dem Fostex. Er hat allerdings einen optischen und koaxialen Eingang, wohingegen der Fostex einen optischen Ausgang hat. Bei der Akkulaufzeit lässt Fiio die Konkurrenz hinter sich, er hält über zehn Stunden durch. Das chinesische Unternehmen hat sich zudem etwas Besonderes einfallen lassen. Das für mobile Zwecke entworfene E17-Modell kann kombiniert werden mit dem Kopfhörerverstärker E09 K Qogir. Dieser agiert dann sozusagen als Dockingstation, die unter anderem die Anschlussmöglichkeiten erweitert. Die Kombi lässt sich dank USB-Schnittstelle auch mit einem Computer oder Notebook nutzen. Der E09-Verstärker verwendet einfach den Digital-Analog-Wandler des aufgesteckten E17. Zudem hat der stationäre Teil eine große Klinkenbuchse (6,3 Millimeter), hinter der entsprechende Kraft steckt, um Kopfhörer der Oberklasse auszureizen. An die analogen Cinch-Eingänge lässt sich beispielsweise ein CD-Player anschließen.

Wer einen Kopfhörer an die Fiio-Kombination anschließt, wird überrascht. Die kleine Kiste treibt den Kopfhörer kraftvoll voran, es kann sogar mit „Gain“ noch eine Stufe höher geschaltet werden. Die Musik bekommt mehr Wucht, und die Bässe werden hervorgehoben. Der Clou an dieser Kombination ist ihr Preis. Denn für insgesamt 275 Euro bietet Fiio einen stationären und mobilen Kopfhörerverstärker inklusive Digital-Analog-Wandler an.

Nuforce UDH 100

Dieser Kopfhörerverstärker ist etwas für audiophile Minimalisten. Er ist ausschließlich für den stationären Einsatz gedacht, steht also am besten in der Nähe des Computers. Er sieht sehr schick aus, an der Front seines Alu-Gehäuses sieht man letztlich nur den Lautstärkeregler und den Kopfhörereingang. Der Nuforce UDH 100 empfängt Daten ausschließlich per USB-Schnittstelle. Wer seine Musik konsequent auf dem Rechner verwaltet und abspielt, dürfte an diesem eindimensionalen Konzept Gefallen finden. Im Gehäuse hat das amerikanische Unternehmen feinste Technik verbaut. Unter anderem sorgt ein Class-A-Verstärker dafür, dass Kopfhörer beliebiger Impedanz am Nuforce eine ordentliche Figur machen. Über einen analogen Cinch-Ausgang kann man auch hier Aktivboxen betreiben.

Im Vergleich zu den anderen Testmodellen hat uns der Klang am besten gefallen. Der Nuforce löst sehr sauber auf und hat eine überzeugende Präzision.

Erst Kopfhörer, dann Verstärker

Da das Angebot an Kopfhörerverstärkern mit Digital-Analog-Wandler ins Unüberschaubare wächst, sollten Interessierte am besten im Fachgeschäft mit ihrem Notebook oder Smartphone inklusive Kopfhörer des Vertrauens vorbeischauen und verschiedene Modelle ausprobieren. Da es beim Klang häufig um Nuancen geht und die Hörgewohnheiten entscheidend sind, könnte der HRT Streamer genauso gut erste Wahl sein wie der teurere Nuforce UDH 100. Fiio ist insofern eine Ausnahme, dass die Chinesen ein Hybridmodell anbieten, das sich mobil und stationär nutzen lässt.