
Rentenfonds, die auf Schwellenländer setzen, haben sich schlecht entwickelt. Vergleichsweise besser schneiden Fonds ab, die auf Hochzinsanleihen setzen.
Ein leichter Sommerwind ist es sicherlich nicht gewesen, der unsere Rangliste der besten Rentenfonds mit stabilem Ertrag durchweht hat. Es handelt sich wohl eher um einen kleinen Sturm, die diese Bestenliste ordentlich durcheinandergewirbelt hat. Dies gilt nicht nur für die Reihenfolge der Fonds. Es finden sich nun gleich 20 Produkte, die neu unter den 30 besten Rentenfonds aus insgesamt 2104 Fonds dieses Anlageuniversums sind. Mit dem Robeco High Yield Bonds, dem ISI Emerging Market Bonds, dem Lilux Convert und dem UBS (Lux) Bond SICAV Emerging Europe haben sich vier dieser Neulinge unter den fünf Besten plaziert.
Ein Großteil der alten Spitzengruppe ist dagegen gar nicht mehr in der Rangliste vertreten, die das Fondsanalysehaus Lipper regelmäßig für diese Zeitung erstellt. Zudem reicht nun ein Wertzuwachs auf Sicht von drei Jahren von 36 Prozent, um die Liste anzuführen. Vor zwei Monaten waren es noch fast 50 Prozent. Und während zuletzt kaum Fonds auf sechs Monate gesehen im Minus lagen, sind es nun sechs. Der schlechteste, der KBC Bonds Emerging Markets, hat sogar 6,4 Prozent an Wert eingebüßt.
Ein wichtiger Grund für die schlechtere Wertentwicklung und die Turbulenzen dürfte sicherlich die jüngste Schwäche der Märkte in den Schwellenländern sein, der sogenannten Emerging Markets. Viele der besten Rentenfonds dieser Anlagekategorie investieren in Anleihen aus diesen Ländern. Wachstumssorgen und auch Unruhen wie in der Türkei haben inzwischen dazu geführt, dass sich viele, vor allem ausländische Investoren aus den ehemals hochgelobten Schwellenländern zurückziehen und ihre Wertpapiere verkaufen. Der Schwellenländeranleihenindex EMBI+ hat seit seinem Hoch Anfang Mai inzwischen 7 Prozent an Wert eingebüßt. In Asien verlor der thailändische Aktienindex seit Mitte Mai in der Spitze ein Fünftel seines Wertes, in Indonesien war es bis zu einem Viertel.
Auch die Abwertung vieler Rohstoffwährungen hat sicherlich zur schlechteren Entwicklung vieler Fonds beigetragen. Davon dürfte auch der UBS (Lux) Bond Fund AUD betroffen sein, der vor allem in Anleihen erstklassiger Schuldner investiert, die in australischen Dollar begeben werden. Der australische Dollar hat seit Anfang April in der Spitze 14 Prozent zum Euro an Wert verloren. Der UBS-Fonds ist nun gar nicht mehr auf der Liste vertreten. Dabei war er noch im April führend und dominierte die Spitzengruppe seit gut einem Jahr.
Zwei Fonds mit Engagement in hochverzinslichen Anleihen an der Spitze
An der Spitze unserer Rangliste stehen nun zwei Fonds, die in hochverzinsliche Anleihen investieren. Beide stammen aus dem Hause Robeco. Der Robeco European High Yield Bonds ist von Platz 20 auf den ersten Platz aufgestiegen. Der Fonds investiert in europäische Unternehmensanleihen – 200 bis 250 an der Zahl. Diese Anleihen haben ein Rating von „BBB“ oder niedriger und sind damit von schlechter Investmentqualität. Sie gelten als hochspekulativ. Die Erträge aus diesen Hochzinspapieren liegen Robeco zufolge im Allgemeinen zwischen den Erträgen aus Aktien und denjenigen aus traditionellen festverzinslichen Papieren. Sämtliche Währungsrisiken sind gegen den Euro abgesichert.
Verwaltet wird der Fonds seit seiner Auflegung im Oktober 2005 von Roeland Moraal. Das Fondsvolumen belief sich per Ende Mai dieses Jahres auf 226 Millionen Euro. Der Fonds war zuletzt zu 81,6 Prozent in Industrieunternehmen investiert, zu 7,7 Prozent in Versorgern und zu 2,5 Prozent im Finanzwesen. Der Anteil der liquiden Mittel betrug 8,3 Prozent. Zu diesem Zeitpunkt seien weniger zyklische Sektoren wie Kabel, Lebensmittel, Verpackung und Versorger übergewichtet gewesen, heißt es von Robeco. Untergewichtet habe man dagegen eher zyklische Sektoren wie Medien, Dienstleistungen, Einzelhändler, Baumaterialien (Zementhersteller) und Spieleanbieter (vor allem spanische und italienische Unternehmen).
Der Zweitplazierte, der Robeco High Yield Bond, investiert in Hochzinsanleihen auf der ganzen Welt. Auch hier werden Unternehmensanleihen mit einem maximalen Bonitätsrating von „BBB“ ausgewählt und die Währungsrisiken gegenüber dem Euro vollständig abgesichert. Dieser Fonds verfügte per Ende Mai über ein Volumen von 3,5 Milliarden Euro und wird seit März 2001 von Sander Bus verwaltet. Aufgelegt wurde er im April 1998. Zuletzt waren die Fondsmittel zu 19 Prozent in zyklische Konsumgüter, zu 18 Prozent in Kommunikationsunternehmen und zu 16,5 Prozent in nichtzyklische Konsumgüter angelegt.
