
Der DJE Cosmopolitan setzt auf Japan, China und neue Anlagechancen in Europa gemäß seinem Prinzip Fundamental-Monetär-Markttechnisch.
Seine schwächeren Zeiten hat der Lux Topic DJE Cosmopolitan hinter sich gelassen. In den Jahren 2005 und 2006 hatte sich der Fonds schwächer entwickelt als sein Vergleichsindex. Im Zuge der Finanzkrise Ende 2008 und Anfang 2009 lag der Fonds vorübergehend auch im Minus.
Doch seitdem zeigt der Mischfonds der DJE Kapital AG zuverlässig – und dies über mehrere Jahre hinweg – eine große Beständigkeit und positive Entwicklung. Mit einem Wertzuwachs von kumuliert gut 30 Prozent in den vergangenen drei Jahren belegt der Cosmopolitan den fünften Rang in unserer Liste der besten Mischfonds, die eine flexible Anlagestrategie verfolgen.
Vom Gründer selbst
Unter einer flexiblen Strategie verstehen die Experten des Fondsanalysehauses Lipper, die stets unsere wöchentliche Rangliste berechnen, dass die Anlagerichtlinien dem Fondsmanager große Freiheiten in seinen Entscheidungen zwischen Aktien, Anleihen oder anderen Vermögensklassen einräumen. Andere Mischfonds sind in der Hinsicht restriktiver und zwingen den Fondsmanager beispielsweise, mindestens 70 Prozent des Fondsvolumens in Anleihen zu halten.
Für den Lux Topic DJE Cosmopolitan zeichnet der Gründer der DJE Kapital AG, Jens Ehrhardt, selbst verantwortlich. Ehrhardt, der im vergangenen Jahr seinen 70. Geburtstag feierte, wurde im Jahr 1969 Partner in der Vermögensverwaltung Portfolio Management, machte sich 1974 selbständig und begann einen wöchentlichen Börsenbrief, die „Finanzwoche“, herauszugeben.
Zuvor wurde er über ein Thema promoviert, das eine gewisse Aktualität wiedererlangt hat: „Kursbestimmungsfaktoren am Aktienmarkt unter besonderer Berücksichtigung monetärer Determinanten“.
Fundamental-monetär-markttechnisch
Seinen Anlagestil beschreibt Ehrhardt mit dem Schlagwort „FMM-Methode“, wobei er mit „F“ fundamental meint und die beiden „M“ für monetär und markttechnisch stehen. Fundamental bedeutet, dass Ehrhardt stark auf die Entwicklung der Fundamentalwirtschaft achtet, auf die Konjunktur, auf die Devisenmärkte oder die Gewinnentwicklung der Unternehmen. Daneben beachtet er monetäre Faktoren wie die Zinsentwicklung oder die Notenbankpolitik und die Markttechnik, das heißt den Verlauf von Aktienkurven, Stimmungsindikatoren auf den Finanzmärkten oder die Entwicklung der Handelsumsätze auf den Märkten.
Obwohl Lipper den Cosmopolitan unter die flexiblen Mischfonds einsortiert, müssen die beiden Fondsmanager Ehrhardt und DJE-Vorstandsmitglied Ulrich Kaffarnik mit einer Restriktion leben: Der Cosmopolitan legt seinen Schwerpunkt auf Europa und muss immer zu mindestens 51 Prozent in europäischen Anleihen oder Aktien investiert sein. Ansonsten sind die beiden Fondsverantwortlichen völlig frei in der Wahl ihrer Investments.
Sie dürfen die gesetzlichen Vorgaben zum Einsatz von Derivaten ausschöpfen, und sie dürfen auch bis zu 10 Prozent des Fondsvermögens in Gold oder Goldzertifikaten anlegen. Der Schwerpunkt des Fonds liegt auf der Asset Allocation, auf einer geschickten Aufteilung des Fondsvermögens auf die verschiedenen Vermögensklassen Aktien, Anleihen, Devisen oder auch Rohstoffe. Zurzeit ist der Cosmopolitan zu rund drei Vierteln in Aktien investiert und zu 14 Prozent in Anleihen. 11 Prozent hält der Fonds in bar.
Japan, China, EZB
Den Gedanken der Asset Allocation hatte im Jahr 1952 der amerikanische Ökonom Harry Markowitz entwickelt. Die Verteilung eines Vermögens auf verschiedene Anlageklassen bildet die Grundlage der Portfoliotheorie, laut der sich das Gesamtrisiko eines Portefeuilles vermindert, wenn es auf verschiedene Vermögensklassen verteilt wird. Von einem bestimmten Punkt an bringt eine weitere Diversifikation keinen Vorteil mehr. Durch eine geschickte Diversifikation lässt sich somit ein optimales Portfolio ermitteln.
Drei Schwerpunkte setzt der Cosmopolitan zurzeit, wie Kaffarnik erläutert. Der erste Schwerpunkt liegt auf Japan, wo sich aus Sicht der Fondsmanager durch die aggressive Geldpolitik der japanischen Notenbank und die starke Abwertung des Yen Anlagechancen ergeben hätten. Auch bei Werten aus Hongkong und China sehen Ehrhardt und Kaffarnik mittlerweile günstige Bewertungen, die interessante Anlagemöglichkeiten eröffnen. Und drittens gehen sie davon aus, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik noch einmal lockern müsse, was auch Europa attraktiv mache.
Diese drei Schwerpunkte finden sich auch in den größten Positionen des Fonds: Der japanische Autohersteller Toyota stellt mit rund 6 Prozent die größte Einzelposition im Fonds, gefolgt vom deutschen Baukonzern Bilfinger und dem Immobilienunternehmen Great Eagle aus Hongkong.
