Eurokrise

Irland bemüht sich um Sicherheits-Kreditlinie

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Ende des Jahres laufen die Finanzhilfen für Irland aus dem Rettungspaket aus. Das Land will dann auf eigenen Füßen stehen. Falls etwas schiefgeht, will Irland nun ein Sicherheitsnetz von zehn Milliarden Euro, das es notfalls anzapfen könnte.

Irland bemüht sich nach dem Auslaufen des Rettungspakets um ein Sicherheitsnetz mit einem Volumen von zehn Milliarden Euro. „Es geht um eine Kreditlinie, die wir anzapfen könnten, wenn es nötig wäre“, sagte Finanzminister Michael Noonan der Zeitung „Independent“ vom Freitag. Die Summe entspreche dem Defizit eines vollen Jahres und könnte, „wenn etwas passiert“, der Finanzierung dienen.

Die Finanzhilfen über 85 Milliarden Euro laufen Ende dieses Jahres aus. Dann muss sich erweisen, ob die Inselrepublik wie geplant als erstes Krisenland der Europäischen Währungsunion finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Die irische Regierung will wieder voll an den Kapitalmarkt zurückkehren.

Musterknabe unter den Krisenländern

Gelingt das, wäre dies ein wichtiges Signal, dass auch die Währungsunion insgesamt ihren Überlebenskampf gewinnen kann. Umgekehrt gilt aber auch: Misslingt der Ausstieg, wäre das ein deprimierender Rückschlag für das gemeinsame Geld in Europa. Vor kurzem sicherte der Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem Irland für die Zeit nach dem Rettungspaket vorsichtshalber schon einmal Hilfen der Euro-Zone zu, ohne jedoch Details zu nennen.

Unter den Euro-Krisenländern gilt Irland als dasjenige Land, dem am ehesten gute Gesundungschancen eingeräumt werden. Denn die Regierung in Dublin hat früher und entschlossener mit dem Sparen begonnen als andere. Allerdings drohen die gewaltigen Altlasten der irischen Bankenkrise weiterhin, das Land zu erdrücken: Noch immer sitzen die irischen Bankhäuser auf einem Berg von Problemkrediten.

Die Eurogruppe will im November über das weitere Vorgehen im Falle Irlands entscheiden. Die letzten Überprüfungen zur wirtschaftliche Lage des Eurolandes werden nach Aussage eines Sprechers von Währungskommissar Olli Rehn im Oktober abgeschlossen sein.