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Welche Optik hätten S’ denn gern?

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Die Fujifilm X-M1 hat zwei Objektive verschiedener Art. Mit dem XF-Fujinon spielt die X-M1 ihre Hauptqualität voll aus: Die Bilder sind in den Details fein gezeichnet bei differenziertester Farbwiedergabe.

Für ambitionierte alte Hasen unter den Fotofreunden, die seit anno Analog mit Wechselobjektiven arbeiten, entbehrt die Botschaft eines Neuigkeitswerts: Letztlich entscheidet die Qualität des Objektivs. Ein billiger Scherben am teuersten Kameragehäuse beeinflusst das Ergebnis genauso negativ wie an einem nicht gar so teuren Body. Das gilt – natürlich umgekehrt – auch von einem erstklassigen Objektiv am preisgünstigeren Gehäuse der Zweitkamera. Digitalkameras mit fest eingebauter Optik als Einheit zu betrachten und zu bewerten versteht sich von selbst. Aber wie ist das mit den – nicht zuletzt durch die wachsende Zahl von zur Auswahl stehenden Objektiven – immer attraktiver werdenden spiegellosen Systemkameras, den DSLM (wie Digital Single Lens Mirrorless)?

Zur Hand war die Fujifilm X-M1, und zwar zum einen als Kit mit dem Fujinon XC 1:3,5-5,6/16-50 mm OIS und zusätzlich mit dem Fujinon XF 1:2,8-4/18-55 mm R LM OIS. Beide Objektive decken also einen ähnlichen Brennweitenbereich ab: 24 bis 76 Millimeter beträgt das Kleinbildäquivalent beim XC und 27 bis 84 Millimeter beim XF. Mit XF bezeichnet Fuji seine höherwertigen Objektive. Die Entscheidung zwischen Gehäuse – das es in Silber und in Schwarz sowie mit brauner und schwarzer Belederung gibt – samt Fujinon im Kit oder dem separaten Erwerb des Kameragehäuses und eines Objektivs, stellt sich zunächst in Form eines finanziellen Rechenexempels: Für rund 800 Euro wird das Kit mit dem XC im Internet angeboten. Das nackte Gehäuse gibt es bei Versendern für 700 Euro. Zusammen mit dem XF zahlt man knapp 1100 Euro. Für das XF solo werden knapp 650 Euro verlangt, und der Vollständigkeit halber: Das XC wird für um die 400 Euro angeboten.

Ist die „große Lösung“, das Kit mit dem XF-Fujinon, nun in jedem Fall vorzuziehen? Zur abgewogenen Entscheidung muss man sich die Kamera näher ansehen: Sie ist Fujis kompaktes X-Modell. Daher hat sie zwar keinen (auch keinen aufsteckbaren) Sucher. Aber im handlichen Format von 12 × 7 × 4 Zentimeter (Breite, Höhe, Tiefe) und mit einem betriebsbereiten Gewicht von rund 320 Gramm beherbergt sie einen 16 Megapixel große Bilder liefernden X-Trans-CMOS-Sensor im APS-C-Format, der mit einem EXR-Prozessor zweiter Generation Bildqualität auf DSLR-Niveau liefern kann. Dazu kommt ein klapp-, nicht drehbarer 3-Zoll-Monitor (920 000 Bildpunkte). Ein WLan-Modul erlaubt die Bildübertragung zu Smartphone oder Tablet, nicht aber die Fernsteuerung der Kamera.

Mit dem XF-Fujinon spielt die X-M1 ihre Hauptqualität voll aus: Die Bilder sind in den Details fein gezeichnet bei differenziertester Farbwiedergabe. Aber mit einem sich zu fast 650 Gramm steigernden Gesamtgewicht, das durch den tadellos soliden Bau des Objektivs seinen Schwerpunkt deutlich nach vorn verlegt, verliert die Kamera stark am Vorzug der Kompaktheit. Montiert man das XC, kann dessen Kunststoff-Leichtbau schon das Gefühl aufkommen lassen, nun habe man die Sparversion vor sich. Aber man hat auch etwas mehr Weitwinkel und eine insgesamt ausgewogener zu haltende Kamera in der Hand. Die macht auch mit dem XC sehr schöne Bilder und kann dank der Rausch-Armut bis in mittlere Empfindlichkeiten (ISO 200 bis 6400, maximal ISO 25 600) den Vorteil des XF an Lichtstärke mühelos ausgleichen. Es ist, vom Finanziellen abgesehen, gar nicht so einfach, sich zu entscheiden, aber eher eine süße Qual der Wahl.