Computer & Internet

Mehr Macht der Maus

• Bookmarks: 23


Das neue Windows löst nun offiziell seinen Vorgänger ab. Es steht seit diesem Donnerstag zum Download bereit. Nutzer dürfen mit mehr Flexibilität rechnen. Besonders durch die Einbindung ins Netzwerk.

Seit diesem Donnerstag tritt Windows 8.1 offiziell die Nachfolge von Windows 8 an. Wer schon Windows 8 besitzt, kann das Update jetzt gratis installieren: Im App Store von Windows 8 lässt es sich laden. Wer von einer älteren Windows-Version umsteigen will – beispielsweise Windows XP, dessen Support nächstes Jahr endet -, kann das Update zum Preis von Windows 8 kaufen. An diesem Freitag wird das neue Betriebssystem im Handel erhältlich sein. Es ist dann auch auf neuen PC und Tablets installiert.

Im Vordergrund der Weiterentwicklung steht eine höhere Flexibilität. Wie von vielen Kunden gewünscht, lässt sich mit wenigen Klicks einstellen, dass Windows mit dem altbekannten Desktop startet. Diese Option ist vor allem für Mausbenutzer interessant. Und der Desktop hat auch wieder ein Windows-Symbol in der linken unteren Ecke.

Anwender mit den Kacheln versöhnen

Allerdings öffnet sich über dieses Symbol kein traditionelles Startmenü, sondern der gekachelte Startbildschirm von Windows 8. Wer das Windows-Symbol hingegen mit der rechten Maustaste anklickt, erhält nicht nur eine üppige Auswahl an Systembefehlen, die sich hier schon bei Windows 8 fanden, sondern kann seine Arbeit mit Windows hier auch direkt beenden.

Doch Microsoft gibt sich Mühe, den Anwender mit den Programm-Kacheln zu versöhnen: Sie lassen sich nun in vier verschiedenen Größen gestalten, von kleinen unbeschrifteten Symbol-Quadraten bis hin zu den sechzehnmal so großen Vorschaukacheln, die aktuelle Informationen ihrer Programme zitieren. Das ist mehr, als das alte Startmenü bieten konnte. Und um den Startbildschirm bedienungsfreundlicher zu machen, hat Microsoft die Suchoption optimiert, die nun PC und Internet nach relevanten Ergebnissen zum Suchbegriff durchforstet.

SkyDrive ist stark integriert

Die Verwaltung der Anwendungen ist leichter zugänglich – für die Maus wird extra ein Navigationspfeil eingeblendet -, und lässt sich nach verschiedenen Kriterien (Name, Installationsdatum etc.) ordnen oder über das integrierte Eingabefeld durchsuchen. Solche Suchfelder finden sich allerorten, auch in den neugestalteten Einstellungen, was die Orientierung deutlich vereinfacht. In den Einstellungen zeigt sich zudem, wie stark SkyDrive ins System integriert ist.

Der Onlinespeicher dient zur automatischen Datensicherung. Und SkyDrive synchronisiert die Geräte, die über dasselbe Microsoft-Nutzerkonto angemeldet werden, wobei auch Bildschirmlayout, Kennwörter und Browserfavoriten einbezogen werden. Endlich erscheinen die SkyDrive-Ordner direkt im Windows-Explorer, und die SkyDrive-App bezieht auch lokale Laufwerke in die Verwaltung ein. An neuen Apps gibt es ansonsten noch Wecker, Leseliste, Taschenrechner, Audiorekorder und Skype, um die wichtigsten zu nennen, außerdem Internet-Magazine im App-Stil.

Nicht mehr denkbar ohne Datenwolke

Der neue Internet Explorer 11 bietet als App endlich die Möglichkeit, Fenster mit Websites parallel zu öffnen. Besser nutzen lässt sich der Bildschirm jetzt auch mit Apps, deren Fenster sich zu mehreren das Display teilen können, bei der Auflösung von 1024×768 allerdings nur zu zweit. Die Größe der App-Fenster ist hierbei variabel.

Das ging bei Windows 8 noch nicht. Ganz neu ist, dass sich der Zugriff eines Benutzers auf eine einzige App beschränken lässt. Zum Schutz des Rechners wurde der integrierte Defender um eine Verhaltenserkennung von Schadprogrammen ergänzt. Allerdings ist wie bei vielen anderen Funktionen auch hier die Datenübertragung an Microsoft Voraussetzung.

Insgesamt entfaltet Windows 8.1 – mehr noch als der Vorgänger – durch die Einbindung ins Netzwerk sein Funktionsspektrum. Was für Unternehmen bei der Administration Vorteile bringt, mag manchen Privatanwender irritieren, auch wenn Microsoft an entscheidenden Stellen den Schalter plaziert hat, mit denen sich diese Datenübertragung deaktivieren lässt.

Doch ohne die Verbindung in die Datenwolke sind heute weder Smartphones noch Tablets und auch keine PC mehr denkbar. Mit Windows 8.1 geht Microsoft weiter auf dem eingeschlagenen Weg der übergreifenden Integration von Diensten und Bedienung unter einer möglichst einheitlichen Oberfläche, auch wenn Desktop und Maus wieder mehr Gewicht eingeräumt werden.