
Als Amerika von Kolumbus entdeckt wurde, gab es auf dem Kontinent schon Hunde. Wissenschaftler fanden nun heraus, in welchen Rassen ihr Erbgut überdauerte.
Als Amerika von Kolumbus entdeckt wurde, gab es auf dem Kontinent schon Hunde- sie waren Jahrtausende zuvor mit den Erstbesiedlern über die Beringstraße gekommen. Lange Zeit ging man davon aus, dass diese Tiere genetisch völlig verdrängt wurden von den Hunden, die die Europäer später mitbrachten. Genetische Untersuchungen an Haushunden und Streunern hatten darauf hingedeutet. Doch diese Theorie widerlegt nun ein internationales Wissenschaftlerteam um den Evolutionsbiologen Peter Savolainen von der Königlich Technischen Hochschule im schwedischen Solna, das mitochondriale DNA von mehr als 2000 Hunden aus Europa, Asien und Amerika verglich. Eine Reihe amerikanischer Hunderassen weist demnach noch immer deutliche genetische Merkmale der zuerst eingewanderten Hunde auf, darunter haarlose Rassen wie der mexikanische Xoloitzcuintle und der Perro sin pelo aus Peru.
Enge Verwandtschaft
Insgesamt war der europäische Einfluss auf die amerikanischen Hunderassen erstaunlich gering, nur dreißig Prozent der untersuchten Hunde hatten weibliche Vorfahren, die über den Atlantik gekommen waren, schreiben die Forscher in den „Proceedings“ der britischen Royal Society (doi:10.1098/rspb.2013.1142). Die arktischen Rassen Inuit-, Eskimo- und Grönlandhund haben sogar so gut wie keine europäischen Vorfahren.
Eine besonders enge Verwandtschaft mit den Urhunden Amerikas zeigt sich beim winzigen Chihuahua, einer mexikanischen Rasse. Aber auch wildlebende Hundepopulationen Amerikas zeigen stellenweise noch genetische Züge der über die Beringstraße eingewanderten Vierbeiner. Die Wissenschaftler haben mit ihrer Studie auch den Beweis erbracht, dass die ersten amerikanischen Hunde mit dem Menschen aus Asien kamen. Erbgutsegmente, die amerikanische Hunde mit Rassen aus Ostasien und Sibirien teilen, deuten darauf hin.
