
Viele Anleger finden die Kombination von Aktien und Anleihen in einem Produkt attraktiv. Aber viele Mischfonds haben auf Sicht der vergangenen zehn Jahre keine sehr guten Ergebnisse erzielt.
Mischfonds werden gerne von Anlegern erworben, die Vermögen auf mehrere Anlageklassen verteilen wollen, sich aber selbst die Aufteilung nicht zutrauen. Die seit Jahren auch am deutschen Markt verbreiteten Mischfonds legen die ihnen zufließenden Gelder in Aktien und Anleihen an. Das Prinzip lässt sich anhand des derzeitigen Tabellenführers im Drei-Jahres-Vergleich zeigen, des von der amerikanischen Gesellschaft Fidelity aufgelegten Fonds „Euro Balanced A“. Er hat nach den neuesten vorliegenden Zahlen in den vergangenen drei Jahren eine Gesamtrendite von 27,85 Prozent erzielt, also gut 9 Prozent im Jahr. Selbst wenn man von dieser Rendite die jährlichen Kosten von gut einem Prozent abzieht, kann sich der Anleger über ein Ergebnis freuen, das weit über der Verzinsung eines Tagesgeldes oder einer Spareinlage liegt.
Der Fonds hat in den vergangenen Jahren vor allem von der Hausse am Aktienmarkt profitiert. Der Aktienanteil am Gesamtvermögen bewegt sich je nach Einschätzung der Marktlage zwischen 30 und 60 Prozent. Bevorzugt werden Aktien großer europäischer Unternehmen wie Sanofi, Bayer, Allianz, UBS und VW. In seiner langfristig ausgerichteten Anlagestrategie ähnelt der Fonds einer seit Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten verbreiteten Praxis: Dort haben sich viele Großanleger dem sogenannten „60/40-Modell“ verschrieben: Sie investieren 60 Prozent ihres Vermögens in Aktien und 40 Prozent in Anleihen.
Wie lange trägt die Hausse am Aktienmarkt?
Aber viele Mischfonds haben auf Sicht der vergangenen zehn Jahre keine sehr guten Ergebnisse erzielt. Ein wesentlicher Grund ist in den hohen Kursschwankungen am Aktienmarkt zu sehen, mit denen viele Fondsmanager nicht gut umgehen können. Die im Jahre 2009 begonnene, bis heute in Gang befindliche Hausse am Aktienmarkt ist von vielen Fondsmanagern unterschätzt worden. Untersuchungen für die vergangenen zehn Jahre belegen zudem, dass Aktien oft erst in der Spätphase einer Hausse gekauft und nach dem Ende der Hausse zu lange behalten werden. Rechnet der Anleger die Kosten hinzu, die er für die Arbeit des Fondsmanagements aufbringen muss, wäre er in nicht wenigen Fällen mit einem billigen börsengehandelten Indexfonds besser gefahren. Ähnliche Erfahrungen haben sich mit den sogenannten Stiftungsfonds machen lassen. Das sind Mischfonds, die sich vor allem an Stiftungen wenden, die zu klein oder zu wenig selbstbewusst sind, um ihr Vermögen selbst zu managen. Viele dieser Fonds stehen aber auch Privatanlegern offen.
Die entscheidende Frage für die Manager von Mischfonds lautet derzeit: Wie lange trägt die Hausse am Aktienmarkt noch? Da sich die Renditen von Anleihen guter Bonität nach Ansicht vieler Marktteilnehmer auf absehbare Zeit wenig verändern dürften, müsste der wesentliche Teil der Rendite eines Mischfonds in den kommenden Jahren aus seinen Aktienanlagen stammen. Die aktuelle Hausse am Aktienmarkt läuft aber schon vier Jahre und hat bekannten Indizes wie dem Dow Jones oder dem Dax historische Höchststände beschert. Es gibt Fondsmanager, die bereits ihre Aktienbestände reduziert haben, weil ihnen angesichts der aktuellen Kursniveaus mulmig geworden ist.
Die Aussichten für den Aktienmarkt hängen nach Ansicht vieler Analysten wesentlich von den Perspektiven der Weltwirtschaft ab. Das billige Geld der Notenbanken mag den Aktienkursen für einige Zeit nutzen, aber auf Dauer wollen Aktienanleger steigende Gewinne der Unternehmen sehen. Ein positives Szenario haben in diesen Tagen Axa Investment Managers entworfen. Sie erwarten eine Erholung der Weltkonjunktur, die von einem Aufschwung in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, dem Euroraum und den Schwellenländern getragen werde. Derzeit profitierten viele Anlageklassen vom billigen Geld der Notenbanken, heißt es in einem Marktkommentar. Sobald aber die Finanzmärkte stärker von den Konjunkturaussichten geprägt würden, sei dies besonders vorteilhaft für Aktien.
