
Schon zur französischen Präsidentenwahl im Mai 2012 tat François Hollande, der Ärmste, ihm fast leid. Und bereits vor der Wahl zum Deutschen Bundestag hatte Karl Lagerfeld Angela Merkel über allen Wipfeln gesehen. Das Ergebnis vom September bestätigte seine Prognose.
Eigentlich hatte der Modeschöpfer am Tag nach der Wahl genug zu tun mit den Vorbereitungen seiner Frühjahrs-Kollektionen für Fendi in Mailand und Chanel in Paris. Aber die verblüffende Erkenntnis, dass die Kanzlerin bei den Deutschen so beliebt ist wie Hollande bei den Franzosen unbeliebt, ließ seiner Spottlust keine Ruhe. Immerhin gönnt der zeichnende Designer dem armen François, der auch noch den Kopf einzieht, einen aufmunternden mütterlichen Klaps auf die Schulter.
„Weil innenpolitisch für die Kanzlerin nichts gelöst ist“, meint Lagerfeld, „musste ich es außenpolitisch machen.“ Das passt, denn Merkels Triumph ist schon wieder ein Menetekel für den französischen Präsidenten. Doch auch für die Koalitionsverhandlungen der Kanzlerin hat der Modeschöpfer einen Tipp: Grün und Schwarz gehen zusammen, zumindest in diesem Bild.
