{"id":67211,"date":"2020-05-12T07:23:03","date_gmt":"2020-05-12T07:23:03","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=67211"},"modified":"2020-05-12T10:13:23","modified_gmt":"2020-05-12T10:13:23","slug":"animal-crossing-jetzt-wird-mit-taranteln-und-rueben-spekuliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=67211","title":{"rendered":"Animal Crossing: Jetzt wird mit Taranteln und R\u00fcben spekuliert"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Die Simulaton Animal Crossing ist unter Spielern aktuell sehr beliebt<\/div>\n<p class=\"post_description\">\n<p>Eigentlich ist diese Welt die Definition von Entspannung. In Animal Crossing, dem beliebtesten Computerspiel in der Corona-Zeit, spielt man in einer so genannten Lebenssimulation auf einer idyllischen Insel: Blauer Himmel, gr&uuml;ne Wiesen und sanfte Gitarrenkl&auml;nge sorgen f&uuml;r ein Wohlf&uuml;hlgef&uuml;hl der Spieler. Man angelt Fische, pfl&uuml;ckt Fr&uuml;chte und baut sich seine eigene, kleine Welt auf einer Insel auf. Stress, Druck, Hektik &ndash; all das gibt es hier nicht. Mehr als 13,5 Millionen Einheiten wurden f&uuml;r die Spielekonsole Nintendo Switch bereits verkauft. Damit wurden die Erwartungen von Nintendo deutlich &uuml;bertroffen. Also alles gut im Paradies? Das war einmal.<\/p>\n<p>Denn die Nachricht, die dem Spieler Ende April in das Postfach flatterte, hatte es in sich: &bdquo;Werte Kunden, danke f&uuml;r die Nutzung unserer Bank!&ldquo;, hei&szlig;t es darin. &bdquo;Im Zuge einer Preisanpassung haben wir die Guthabenzinsen f&uuml;r Ihr Konto gesenkt&ldquo;. Ja, richtig gelesen. Selbst in der virtuellen Traumwelt braucht es handfesten, schn&ouml;den, Mammon, um sich die Objekte f&uuml;r die eigene Insel zu leisten: Etwa f&uuml;r ein eigenes Haus, eine verspielte Br&uuml;cke &uuml;ber den Fluss oder einen simplen Zaun. <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"74d121c238e60a63e1ad4e6443ba0acfafeea72e\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/zins\">Zinsen<\/a> gesenkt, das Kennen viele aus dem echten Leben auch von ihrer Bank. Doch diese Zinssenkung hat es in sich, von 0,5 Prozent je Monat auf 100000 Sternis &ndash; so die Einheit &ndash; wurden sie gesenkt auf 0,05 Prozent auf maximal 9999 Sternis.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Auch Analysten scherzen <\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Albert Edwards, ein Analyst der franz&ouml;sischen Gro&szlig;bank Soci&eacute;t&eacute; G&eacute;n&eacute;rale, scherzte schon gegen&uuml;ber der &bdquo;Financial Times&ldquo; auf deren erster Seite: &bdquo;Nun wo die Leitzinsen nahe null liegen, ist der n&auml;chste logische Schritt das Quantitative Easing. Die Spieler sollten ihre Drucker nun an die Konsole anschlie&szlig;en, da sie m&ouml;glicherweise bald Geld drucken m&uuml;ssen&ldquo;.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&Auml;hnlich wie in der realen Welt, wo es nicht mehr reicht, sein Geld auf dem Sparkonto versauern zu lassen, haben sich auch die Spieler in der Welt von Animal Crossing &uuml;berlegt, wie man nun einfach zu Geld kommen k&ouml;nnte. W&auml;hrend es in der realen Welt vielleicht Aktien oder Anleihen sind, so sind die M&ouml;glichkeiten in der digitalen Welt doch andere.<\/p>\n<aside id=\"cna-P4\" class=\"js-cna cna-P4 js-cna-P4 cna-Is-displayed\"><\/aside>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&Uuml;ber den effektivsten Weg wird in den einschl&auml;gigen Foren noch gestritten. So war der &bdquo;Stalk-Markt&ldquo; ein Favorit. Und der funktioniert so: Man kauft am Sonntag zwischen 6 und 12 Uhr von einem Schweinchen R&uuml;ben auf dem digitalen Markt. Der Preis variiert zwischen 90 und 110 Sternis und ist zuf&auml;llig. &Uuml;ber die Woche hinweg haben die R&uuml;ben einen ebenso zuf&auml;lligen Preis auf dem lokalen Markt. Dieser liegt meistens zwischen 50 und 200, kann aber selten auch bis auf 15 abst&uuml;rzen oder 990 steigen. Es kommt also auf den richtigen Zeitpunkt des Verkaufs an. Nach einer Woche vergammeln die R&uuml;ben. Erfahrene Spieler haben versucht, den Markt zu analysieren und Muster festzustellen &ndash; wie technische Analysten in der echten Welt. Mehr oder weniger ist der Markt aber ein Gl&uuml;cksspiel.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Eine andere M&ouml;glichkeit, an viel Geld zu kommen, sind die Taranteln. Sie geben 8000 Sternis je Spinne. Aber sie sind auch am gef&auml;hrlichsten: Sie sind extrem selten und tauchen lediglich 19 Uhr auf. Wird der Avatar gebissen, wird er zu allem &Uuml;berfluss auch noch ohnm&auml;chtig.<\/p>\n<aside id=\"cna-N1\" class=\"js-cna cna-N1 js-cna-N1  cna-Is-displayed\"><\/aside>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Man kann also festhalten: Die effektivsten Wege, wenn die Zinsen fallen, sind Gl&uuml;cksspiel oder hochriskante Unternehmungen. So weit ist es in der echten Welt zwar nicht, und doch werden auf den einschl&auml;gigen Internetforen &uuml;ber die Zusammenh&auml;nge mit der echten Welt diskutiert. Die &bdquo;Bank von Nook&ldquo; spiegele nur die Entwicklung der Leitzinsen Japans wieder, wo Nintendo seinen Sitz hat.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Banales Problem, ernster Hintergrund<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Manche Nutzer fanden die &Auml;nderungen gut, und meinten, es w&uuml;rde das Spiel realistischer machen. &bdquo;Die Bank von Nook ist keine Wohlt&auml;terin und hat verschiedene Investments zu h&auml;ndeln&ldquo;, so ein Spieler. Ein anderer meint dagegen, er werde sich davon finanziell nie wieder erholen. Und: Die Insel-Rezession stehe bevor. Ob sich da eine virtuelle Tulpenkrise schon anbahnt?<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Probleme mit dem Spielgeld m&ouml;gen banal wirken. Doch das hat einen ernsten Hintergrund: Solches digitale Geld ist f&uuml;r Spielehersteller immer wichtiger geworden, um Geld zu verdienen. Man kann sie teilweise &uuml;ber echtes Geld kaufen und die Spieler erwarten dann ebenso eine Art von Wertstabilit&auml;t. So hat zum Beispiel der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis wesentlich dabei geholfen, die Handelsplattform der gr&ouml;&szlig;ten Spieleplattform Steam zu gestalten. Auch werden &uuml;ber Ma&szlig;nahmen wie die in Animal Crossing einfache &ouml;konomische Zusammenh&auml;nge an Millionen von Menschen weiter gegeben: Niedriges Risiko, niedriger Ertrag &ndash; hohe Risiken, hoher Ertrag &ndash; das wird nun jeder Spieler von Animal Crossing verinnerlicht haben.<\/p>\n<aside id=\"cna-P4a\" class=\"js-cna cna-P4a js-cna-P4a cna-Is-displayed\"><\/aside>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&Uuml;ber den Grund f&uuml;r die Zinssenkung &auml;u&szlig;erte sich Nintendo erwartungsgem&auml;&szlig; nicht, es wurde aber viel spekuliert: Die Zinsen wurden einmal im Monat ausgezahlt. Findige Spieler nutzten das aus, um einfach die Uhrzeit ihrer Spielekonsole in die Zukunft zu stellen, und so astronomische Summen einzustreichen. Quasi ein digitaler Hackerangriff auf die Zentralbank.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/statt-zinsen-gibt-es-jetzt-taranteln-und-rueben-in-animal-crossing-16764574.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/statt-zinsen-gibt-es-jetzt-taranteln-und-rueben-in-animal-crossing-16764574.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Simulaton Animal Crossing ist unter Spielern aktuell sehr beliebt Eigentlich ist diese Welt die Definition von Entspannung. In Animal Crossing, dem beliebtesten Computerspiel in der Corona-Zeit, spielt man in einer so genannten Lebenssimulation auf einer idyllischen Insel: Blauer Himmel, gr&uuml;ne Wiesen und sanfte Gitarrenkl&auml;nge sorgen f&uuml;r ein Wohlf&uuml;hlgef&uuml;hl der Spieler. Man angelt Fische, pfl&uuml;ckt Fr&uuml;chte und baut sich seine eigene, kleine Welt auf einer Insel auf. 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