{"id":67151,"date":"2020-05-11T07:32:04","date_gmt":"2020-05-11T07:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=67151"},"modified":"2020-05-12T10:12:06","modified_gmt":"2020-05-12T10:12:06","slug":"italiens-migrationspolitik-die-bootsfluechtlinge-und-die-clandestini","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=67151","title":{"rendered":"Italiens Migrationspolitik: Die Bootsfl\u00fcchtlinge und die \u201eClandestini\u201c"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Das Rettungsschiff &bdquo;Alan Kurdi&ldquo; der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye im November 2019<\/div>\n<p class=\"post_description\">\n<p>Eine einheitliche Linie kann man in der italienischen Migrationspolitik derzeit nicht erkennen: Zu Wasser versucht die Regierung in Rom, die Ankunft geretteter Bootsfl&uuml;chtlinge in den H&auml;fen des Landes mit allen Mitteln zu verhindern, w&auml;hrend sie an Land die Legalisierung von rund 600.000 illegalen Einwanderern erw&auml;gt. Dahinter stecken Konfliktknoten, die nicht leicht zu l&ouml;sen sind.<\/p>\n<p>Im Hafen von Palermo h&auml;lt die italienische K&uuml;stenwache seit Tagen das deutsche Seenotrettungsschiff &bdquo;Alan Kurdi&ldquo; fest, wegen angeblicher &bdquo;betrieblicher Unregelm&auml;&szlig;igkeiten&ldquo;. Auch das spanische Rettungsschiff &bdquo;Aita Mari&ldquo; darf wegen &bdquo;technischer Irregularit&auml;ten&ldquo; nicht auslaufen. Alle Beteiligten wissen, dass es sich dabei um Ausreden handelt: In Wahrheit will Rom verhindern, dass die beiden Schiffe schon bald wieder Bootsfl&uuml;chtlinge im zentralen Mittelmeer an Bord nehmen und sodann in italienischen H&auml;fen an Land zu bringen versuchen. Die &bdquo;Alan Kurdi&ldquo; hatte am 6. M&auml;rz 146 Migranten aus Seenot geborgen, die nach langem Hin und Her auf eine italienische F&auml;hre vor Palermo &uuml;berstellt werden konnten. Dort verbrachten die Bootsfl&uuml;chtlinge ihre zweiw&ouml;chige Quarant&auml;nezeit, ehe sie an Land gehen durften. Auf die gleiche Weise wurde mit 34 Geretteten an Bord der &bdquo;Aita Mari&ldquo; verfahren. Die Crews wurden nach der Quarant&auml;ne auf den beiden Schiffen an Land gelassen, diese aber sogleich an die Kette gelegt.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Die Vereinbarung von Valletta funktioniert nicht<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Malta und Italien beharren auf dem Standpunkt, dass sie mit dem Schutz der Bev&ouml;lkerung in der Corona-Pandemie genug zu tun haben und sich nicht auch noch um (potentiell infizierte) Migranten k&uuml;mmern k&ouml;nnen. Zudem ist die seinerzeit als historisch verkaufte Vereinbarung von Valletta vom September 2019 nie zur einge&uuml;bten Praxis geworden: Danach sollen mehrere EU-Staaten von Italien und Malta anteilig Migranten &uuml;bernehmen, die von privaten Seenotrettern in den H&auml;fen der beiden Mittelmeeranrainer an Land gebracht werden. Stattdessen bleiben die Fl&uuml;chtlinge monatelang in maltesischen und italienischen Auffanglagern. Valletta und Rom senden deshalb das Signal aus: Unsere H&auml;fen sind f&uuml;r private Seenotretter mit Migranten an Bord geschlossen &ndash; zumal wegen der Corona-Krise.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/italiens-migrationspolitik-bootsfluechtlinge-und-clandestini-16763503.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/italiens-migrationspolitik-bootsfluechtlinge-und-clandestini-16763503.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Rettungsschiff &bdquo;Alan Kurdi&ldquo; der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye im November 2019 Eine einheitliche Linie kann man in der italienischen Migrationspolitik derzeit nicht erkennen: Zu Wasser versucht die Regierung in Rom, die Ankunft geretteter Bootsfl&uuml;chtlinge in den H&auml;fen des Landes mit allen Mitteln zu verhindern, w&auml;hrend sie an Land die Legalisierung von rund 600.000 illegalen Einwanderern erw&auml;gt. 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