{"id":67095,"date":"2020-05-06T15:41:20","date_gmt":"2020-05-06T15:41:20","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=67095"},"modified":"2020-05-12T08:37:53","modified_gmt":"2020-05-12T08:37:53","slug":"teure-bankenrettung-commerzbank-kostet-steuerzahler-noch-mehr-als-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=67095","title":{"rendered":"Teure Bankenrettung: Commerzbank kostet Steuerzahler noch mehr als gedacht"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Teure Beteiligung: Commerzbank-Zentrale in Frankfurt<\/div>\n<p class=\"post_description\">\n<p>Das Bundesfinanzministerium kalkuliert f&uuml;r die staatliche Rettung der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"26b1d1e6011ca9f4909c13af1d8a069d68bae263\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/commerzbank\">Commerzbank<\/a> mit noch h&ouml;heren Kosten als gedacht. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Fabio De Masi (Die Linke) hervorgeht, hat die Commerzbank zwar zwischen 2009 und 2018 rund 1,4 Milliarden Euro an Zahlungen geleistet, etwa indem sie Zinsen auf (von der Commerzbank inzwischen zur&uuml;ckgezahlte) stille Einlagen und Dividenden auf Aktien des Staates geleistet hat. Dem st&uuml;nden aber Refinanzierungskosten f&uuml;r den Staat von rund 1,8 Milliarden Euro f&uuml;r seine Commerzbank-Beteiligung gegen&uuml;ber, hei&szlig;t es in der Antwort auf De Masis Anfrage, die der F.A.Z. vorliegt.<\/p>\n<p>Damit fallen f&uuml;r den Bund rund 400 Millionen Euro an Kosten f&uuml;r das Halten seiner Commerzbank-Aktien an, die selten beachtet werden. Auch mit Blick auf den Wert des Aktienpakets drohen noch unangenehme Nachrichten f&uuml;r den Steuerzahler. Der Aktienanteil des Bundes von noch 15,6 Prozent hat bekanntlich 5054 Millionen Euro gekostet. Nach Auskunft der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"6ce2210e9644b40d16fe355faf3787c9bd01d78c\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/bundesregierung\">Bundesregierung<\/a> hat der Finanzmarktstabilisierungsfonds, der die Staatsbeteiligung au&szlig;erhalb des Bundeshaushaltes verwaltet, die Commerzbank-Beteiligung auf Basis des Stichtagsb&ouml;rsenkurses am 31. Dezember 2018 mit 1777 Millionen Euro bewertet &ndash; ein Verlust gemessen am Einstiegspreis im Winter 2008\/2009 von 3,2 Milliarden Euro. Wenn der Finanzmarktstabilisierungsfonds voraussichtlich im Juni seine Bilanz f&uuml;r 2019 ver&ouml;ffentlicht, wird er f&uuml;r die Commerzbank wohl nur einen kleinen weiteren Verlust bekanntgeben m&uuml;ssen &ndash; schlie&szlig;lich lag die Commerzbank-Aktie Ende 2019 auf &auml;hnlichem Kursniveau wie Ende 2018.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Noch nicht gebuchte Verluste<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Allerdings hat der Kurs der Commerzbank seit Anfang diesen Jahres 40 Prozent verloren. Stand jetzt ist das Aktienpaket des Bundes nur noch rund 600 Millionen Euro wert. Im April, als die Commerzbank-Aktie auf ein Rekordtief von knapp 3 Euro absackte, war es sogar noch deutlich weniger. Da das Aktienpaket mit einem Wert von 1777 Millionen Euro als Verm&ouml;gen in der Bilanz des Bankenrettungsfonds steht, m&uuml;sste der Fonds &ndash; Stand jetzt &ndash; weitere 1,1 Milliarden Euro an Verlust buchen. &bdquo;Die Rettung der Commerzbank war ein milliardenschweres Verlustgesch&auml;ft. Mit den aufgelaufenen Verlusten und weiteren Kosten hat sich das verbliebene Investment des Bunds von 5 Milliarden Euro fast komplett in Luft aufgel&ouml;st&ldquo;, stellt der Finanzpolitiker De Masi fest.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Aktie der Bank m&uuml;sste in der Tat deutlich von derzeit gut 3 Euro auf mehr als 25 Euro steigen, damit der Bund wie gew&uuml;nscht ohne Verluste aus seinem Engagement in der Commerzbank herauskommt. &bdquo;Es war ein schwerer Fehler, nicht wenigstens hinreichenden Einfluss auf die Gesch&auml;ftspolitik zu nehmen&ldquo;, meint De Masi. Aus der Sicht des Politikers der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"75f5200ef58adc42f1cfec4df2d7e7ce6a151984\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/die-linke\">Linkspartei<\/a> drohen jetzt &auml;hnliche Fehler, falls der Bund in der Corona-Krise wieder auf stille Beteiligungen und Aktienk&auml;ufe in Gro&szlig;konzernen wom&ouml;glich als N&auml;chstes bei der Lufthansa setzt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/commerzbank-kostet-steuerzahler-noch-mehr-als-gedacht-16757121.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/commerzbank-kostet-steuerzahler-noch-mehr-als-gedacht-16757121.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teure Beteiligung: Commerzbank-Zentrale in Frankfurt Das Bundesfinanzministerium kalkuliert f&uuml;r die staatliche Rettung der Commerzbank mit noch h&ouml;heren Kosten als gedacht. 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