{"id":66997,"date":"2020-03-26T19:24:41","date_gmt":"2020-03-26T19:24:41","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66997"},"modified":"2020-04-27T09:55:40","modified_gmt":"2020-04-27T09:55:40","slug":"ende-des-zweiten-weltkriegs-als-der-main-zur-front-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66997","title":{"rendered":"Ende des Zweiten Weltkriegs: Als der Main zur Front wurde"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Der nach Bombenangriffen in Zweiten Weltkrieg zerst&ouml;rte R&ouml;mer.<\/div>\n<p class=\"post_description\">\n<p>Es gab f&uuml;r viele in jenen Tagen Wichtigeres, als Tagebuch zu f&uuml;hren. Aber mancher nahm sich Zeit daf&uuml;r. &bdquo;Eine strahlende Fr&uuml;hlingssonne lag &uuml;ber einer tiefen Stille&ldquo;, notierte Pfarrer Franz Petzold von der Emmausgemeinde in Eschersheim. &bdquo;Als ob &uuml;ber dem Chaos der Tr&uuml;mmer alles Leben still st&uuml;nde.&ldquo; Es war die Ruhe nach dem Sturm. Drei Tage war Ende M&auml;rz 1945 um Frankfurt gek&auml;mpft worden, von Montag an, man schrieb den 26. M&auml;rz, bis Mittwoch. Es war die Woche vor <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"f1794c287c21e96f26de10912af683340574782c\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/ostern\">Ostern<\/a>. Dann war der Krieg f&uuml;r die 270.000 Frauen und M&auml;nner, die in der l&auml;ngst zerst&ouml;rten Stadt noch ausgeharrt hatten, vorbei. Am Gr&uuml;ndonnerstag meldete ein amerikanischer Rundfunksender, Frankfurt sei eingenommen.<\/p>\n<p>Erst in der Nacht zum Freitag hatten die amerikanischen Truppen bei Oppenheim den Rhein &uuml;berschritten, zwei Tage sp&auml;ter hatten sie schon Darmstadt, Langen und R&uuml;sselsheim besetzt. Die Wehrmacht konnte kaum noch etwas ausrichten. &bdquo;Aus dem Raum s&uuml;dlich Frankfurt schiebt sich st&auml;rkerer Feind gegen den unteren Main vor&ldquo;, meldete der Wehrmachtsbericht &uuml;ber den Kriegsverlauf am Montag. &bdquo;Offenbach ging nach schweren Stra&szlig;enk&auml;mpfen verloren. Auch im S&uuml;dteil Frankfurts wird gek&auml;mpft.&ldquo;<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Alles ging schnell<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Es ging dann alles schnell. Nur kurz wurde der Main zur Front. Nachdem die Amerikaner &uuml;ber die Wilhelmsbr&uuml;cke, die heutige Friedensbr&uuml;cke, auf die Nordseite des Flusses vorgedrungen waren, besetzten sie zun&auml;chst Sachsenhausen und r&uuml;ckten dann erst ungef&auml;hr vom Baseler Platz aus weiter auf die Innenstadt vor. Wie dramatisch es zeitweise zuging, wird in einem Bericht &uuml;ber die Ereignisse deutlich, den sp&auml;ter Werner Br&uuml;gel, der Adjutant von Kampfkommandant Erich L&ouml;ffler, verfasste. Der Feind habe &bdquo;in einem schneidig zu nennenden Infanterieangriff das diesseitige (n&ouml;rdliche) Mainufer gewonnen und einen Br&uuml;ckenkopf gebildet&ldquo;, hei&szlig;t es dort, sodann h&auml;tten die Amerikaner Vorst&ouml;&szlig;e Richtung Hauptbahnhof und Richtung Schauspielhaus unternommen, der Frontverlauf sei nun so: &bdquo;Vom Mainufer &uuml;ber Wiesenh&uuml;ttenstra&szlig;e und zur stadtw&auml;rtigen (&ouml;stlichen) Begrenzung des Bahnhofsplatzes bis einschlie&szlig;lich Schumann-Theater. Das letzterem gegen&uuml;ber liegende, durch die Karlsstra&szlig;e davon getrennte Carlton-Hotel sei in Feindbesitz. Die Front verlaufe stadtseitig um dieses Hotel herum und folge der Mainzer Landstra&szlig;e zum Adolf-Hitler-Platz (jetzt Platz der Republik).&ldquo;<\/p>\n<div class=\"ctn-PlaceholderContent ctn-PlaceholderContent-is-in-article-medium  \">\n<figure class=\"con-Image\"><a class=\"con-Image_Link\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/frankfurt\/ende-des-zweiten-weltkriegs-in-frankfurt-als-der-main-zur-front-wurde-16696940\/das-durch-bomben-verwuestete-16270063.html\"><\/p>\n<div class=\"con-Image_Container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/de.newseurope.info\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/leer.jpg\" alt=\"Das durch Bomben verw&uuml;stete Frankfurt am Main im Jahre 1945 mit der Katharinenkirche (r) und dem Eschersheimer Turm (rechts dahinter), in der Mitte der Kuppelbau der B&ouml;rse und links oben das unversehrt gebliebene IG-Geb&auml;ude.\" width=\"680\" data-retina-src=\"https:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/2423681189\/1.6270063\/media_in_article_medium_original\/das-durch-bomben-verwuestete.jpg\" title=\"Das durch Bomben verw&uuml;stete Frankfurt am Main im Jahre 1945 mit der Katharinenkirche (r) und dem Eschersheimer Turm (rechts dahinter), in der Mitte der Kuppelbau der B&ouml;rse und links oben das unversehrt gebliebene IG-Geb&auml;ude.\" class=\"media con-Image_Image \" height=\"508\" onload=\"processRetinaDerivate(this)-\"><\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der Frankfurter Kommandant der ersten Tage dieses Kampfes, Generalmajor Friedrich Stemmermann, hatte sich zwar nicht zu einer Kapitulation entschlie&szlig;en, wohl aber das Artilleriefeuer einstellen lassen und von dem Versuch eines Gegenangriffs abgesehen. Er wurde dann von dem erw&auml;hnten Oberstleutnant Erich L&ouml;ffler abgel&ouml;st, der aber genauso erkannte, dass sich Frankfurt mit den vorhandenen Kr&auml;ften nicht verteidigen lie&szlig;. Er schickte den &bdquo;Volkssturm&ldquo;, das letzte Aufgebot der Nationalsozialisten, nach Hause. Als eine Flakbatterie in Goldstein meldete, sie sei umzingelt, hatte L&ouml;ffler nur noch matt befohlen, &bdquo;Gesch&uuml;tze unbrauchbar machen, bei amerikanischem Angriff in Gefangenschaft gehen&ldquo;. Am Mittwoch kam er durch Artilleriebeschuss ums Leben.<\/p>\n<aside id=\"cna-P4\" class=\"js-cna cna-P4 js-cna-P4 cna-Is-displayed\"><\/aside>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Amerikaner r&uuml;ckten vorsichtig vor, am Donnerstag war in Frankfurt f&uuml;r sie alles Milit&auml;rische getan. F&uuml;nf Tage sp&auml;ter hatten die Truppen schon Kassel erreicht. Um Frankfurt war l&auml;ngst nicht so heftig gek&auml;mpft worden wie um andere St&auml;dte, aber die Besetzung hatte doch 150 Amerikaner und eine nicht geringe Zahl deutscher Soldaten das Leben gekostet. Von den meisten Menschen in der Stadt wurde der Einmarsch mit Erleichterung aufgenommen, von den wenigen Verfolgten, die &uuml;berlebt hatten, als Ende einer besonderen Qual. &bdquo;Endlich, am 29. M&auml;rz 1945, kam der Tag unserer Befreiung&ldquo;, notierte die Frankfurterin Emilie Braach, deren 79 Jahre alter j&uuml;discher Vater noch knapp einen Monat zuvor hatte deportiert werden sollen, woraufhin sie mit ihren Eltern in Bad Homburg untergetaucht war.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Flucht der Nationalsozialisten<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Nationalsozialisten hatten sich abgesetzt. Gauleiter Jakob Sprenger fl&uuml;chtete erst nach Th&uuml;ringen, dann Richtung Bayern, schlie&szlig;lich nahm er sich das Leben. Oberb&uuml;rgermeister Friedrich Krebs harrte in Bad Homburg aus und blieb dort auch, als die Amerikaner nach dem amtierenden Stadtoberhaupt verlangten, woraufhin sie ihn f&uuml;r abgesetzt erkl&auml;rten.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/geschichte\/ende-des-zweiten-weltkriegs-in-frankfurt-als-der-main-zur-front-wurde-16696940.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/geschichte\/ende-des-zweiten-weltkriegs-in-frankfurt-als-der-main-zur-front-wurde-16696940.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der nach Bombenangriffen in Zweiten Weltkrieg zerst&ouml;rte R&ouml;mer. Es gab f&uuml;r viele in jenen Tagen Wichtigeres, als Tagebuch zu f&uuml;hren. 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