{"id":66718,"date":"2020-04-11T09:02:50","date_gmt":"2020-04-11T09:02:50","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66718"},"modified":"2020-04-13T10:50:39","modified_gmt":"2020-04-13T10:50:39","slug":"corona-und-kirche-die-religioes-schmerzfreie-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66718","title":{"rendered":"Corona und Kirche: Die religi\u00f6s schmerzfreie Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">F&uuml;r private Gebete ge&ouml;ffnet: Karfreitag im Dom zu Fritzlar<\/div>\n<p class=\"post_description\">\n<p>Auch f&uuml;r die Angeh&ouml;rigen der gro&szlig;en und kleinen Religionsgemeinschaften weltweit ist in diesen Tagen nichts mehr so, wie es seit Menschengedenken war und auch nicht anders gedacht werden konnte. Sportereignisse, wissenschaftliche Kongresse oder kulturelle Ereignisse, die der (Re-)Produktion sinnstiftender gesellschaftlicher Ordnungen dienen, lassen sich aufschieben. Die h&ouml;chsten Feiertage wie Pessach, die Kar- und Ostertage der Christenheit und bald der islamische Fastenmonat Ramadan finden statt &ndash; doch das in einer Weise, von der Ver&auml;chter der Religion immer getr&auml;umt hatten.<\/p>\n<p>Was radikale Laizisten immer hofften, aber nicht einmal die Kommunisten wagten, ist in Zeiten der Corona-Pandemie binnen weniger Wochen Wirklichkeit geworden. Religion als kollektives, auf symbolische Kommunikation angelegtes und sich in gemeinsamen K&ouml;rperpraktiken materialisierendes Sinnsystem ist aus der &Ouml;ffentlichkeit nahezu vollkommen verschwunden. Das Internet ist daf&uuml;r nur ein schaler Ersatz. Kein Bild kann Religion in ihrer Sinnlichkeit ersetzen, kein Ton das &Uuml;berw&auml;ltigende der Erfahrung gemeinsamen H&ouml;rens, Sprechens und vor allem Singens ersetzen. Kein Sederabend in der Gemeinde, keine gemeindliche Karfreitagsliturgie und wohl auch bald kein Fastenbrechen in gro&szlig;er Runde &ndash; das &bdquo;social distancing&ldquo; als anscheinend unhintergehbarer Imperativ der Corona-Pandemie macht vor keiner Religion halt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Welche Folgen diese Zeiten f&uuml;r die Religionsgemeinschaften als solche und f&uuml;r die Religion in der Gesellschaft nach sich ziehen, l&auml;sst sich derzeit genauso wenig beantworten wie die Fragen nach den Auswirkungen der Pandemie auf Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Doch ein Zur&uuml;ck zu dem Status quo ante d&uuml;rfte es kaum geben &ndash; vor allem nicht f&uuml;r die Kirchen hierzulande. Denn so schmerzfrei viele Kirchenf&uuml;hrer die staatlichen Eingriffe in das Grundrecht der Religionsfreiheit hingenommen haben, so religi&ouml;s schmerzfrei scheint mittlerweile ein gro&szlig;er Teil der Gesellschaft zu sein. Der Prozess des &bdquo;social distancing&ldquo; von den Kirchen als Sozialformen des Glaubens k&ouml;nnte sich wom&ouml;glich noch beschleunigen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/kommentar-zu-corona-und-den-kirchen-die-religioes-schmerzfreie-gesellschaft-16720300.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/kommentar-zu-corona-und-den-kirchen-die-religioes-schmerzfreie-gesellschaft-16720300.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F&uuml;r private Gebete ge&ouml;ffnet: Karfreitag im Dom zu Fritzlar Auch f&uuml;r die Angeh&ouml;rigen der gro&szlig;en und kleinen Religionsgemeinschaften weltweit ist in diesen Tagen nichts mehr so, wie es seit Menschengedenken war und auch nicht anders gedacht werden konnte. Sportereignisse, wissenschaftliche Kongresse oder kulturelle Ereignisse, die der (Re-)Produktion sinnstiftender gesellschaftlicher Ordnungen dienen, lassen sich aufschieben. 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